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«Kristallnacht»-Tweet
27. Juni 2012 11:50; Akt: 05.02.2013 10:25 Print
«Diese Lawine hat mich überrascht»
Er stolperte über eine Twitter-Nachricht und verlor Job und Ämter. Der ehemalige SVP-Mann Alexander Müller sieht sich als Opfer eines «Shitstorms», bedauert alles und entschuldigt sich.
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«Ich habe auf Twitter fragwürdige Aussagen gemacht», erklärte Alexander Müller am Mittwochmittag im Blitzlichtgewitter der Medien. Er bedaure diese sehr.
Bildstrecken Kristallnacht-Tweet«Ich entschuldige mich in aller Form bei allen, deren Gefühle ich dabei verletzt habe. Das war nie meine Absicht», so Müller weiter. Selbstverständlich ziehe er die Konsequenzen seiner Handlungen. Er trete per sofort aus der SVP aus und lege all seine Mandate nieder.
Für die Partei sei damit die Angelegenheit abgeschlossen, sagte Kreispräsident Urs Fehr. Sicher werde man künftig vermehrt ein Augenmerk auf die Twitteraktivitäten der Mitglieder haben.
«Lawine» nicht kommen sehen
Fragen wollte Müller nach seiner persönlichen Erklärung nicht beantworten. Er verwies dabei auf das laufende Verfahren gegen ihn. Bloss zum Ende der Medienkonferenz ergriff Müller doch noch einmal das Wort, als er darauf angesprochen wurde, dass er offenbar Suizidgedanken habe. Er habe auf Twitter die Frage gestellt, was man eigentlich von ihm wolle. Ob man wolle, dass er sich umbringe, so Müller.
Er sei das Opfer eines «Shitstorms» geworden, eine Lawine habe ihn überrollt, «die mich überrascht hat». Es sei nicht so, dass er so labil sei, dass er sich nun umbringen wolle. Doch klar sei, dass er nun schauen müsse, wie er mit der neuen Situation umgehen könne.
Ein Tweet und seine Folgen
Die Geschichte begann am Wochenende. Am Samstagabend fragte Alexander Müller via Twitter die Welt, ob es nicht an der Zeit wäre, in der Schweiz eine Kristallnacht gegen Moslems durchzuführen. Also eine zerstörerische Nacht wie jene der Nazis gegen Juden in Deutschland 1938.
Der «Tages-Anzeiger» brachte den Fall ins Rollen, als er die Story am Montag publizierte. Zunächst bestritt Müller sein Gezwitscher. Am Dienstag wiesen Computerfachleute jedoch nach, dass der Tweet «Vielleicht brauchen wir wieder eine Kristallnacht...diesmal für Moscheen.» aus seiner Feder stammt.
Die Staatsanwaltschaft eröffnete parallel dazu eine Strafuntersuchung und führte am Dienstag bei Müller eine Hausdurchsuchung durch. Müller trat daraufhin aus der SVP der Stadt Zürich aus, er war Vorstandsmitglied im Kreis 7 und 8. Sein Amt in der Kreisschulpflege Zürichberg legte er ebenfalls nieder. Auch seinen Arbeitsplatz als Kreditanalyst in einem weltweit tätigen Unternehmen der Finanzbranche verlor der 37-Jährige – er wurde entlassen.
Update Januar 2013
Im «Tages-Anzeiger» vom 31. Januar 2013 erheilt Alexander Müller Gelegenheit, seine Sicht der Dinge darzulegen.
(rme)
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Alle 135 Kommentare

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Rassendiskriminierungs-Paragraph
welcher paragraph ist noch mal der gegen rassendiskriminierung?
Doppelmoral
Macht jemand solche Aussagen ist wie immer das Entsetzen gross, natürlich war seine Wortwahl falsch. Aber verleugnet hingegen ein Linker oder Grüner konsequent die Asylprobleme, oder bringt noch ein Parteiprogramm (Überwindung des Kapitalismus) mit sozialistischen Tendenzen erhalten sie noch Rückendeckung von den Medien und werden von jeglicher Kritik verschont.
@Haller, nicht im ernst?!
Herr Haller, was hat das eine mit dem anderen zu tun? Wollen Sie ernsthaft seine Äusserungen mit "Linken" und "Grünen" legitimieren? Wer genau verleugnet was? Er bereut öffentlich, dass keine linken Baslerinnen vergewaltigt wurden, von Ausländern an die Wand stellen und erschiessen und eine erwünschte Kristallnacht, da die erste ok war. Herr Müller betreibt keine ernsthafte Politik, das nennt man Volksverhetzung und Menschenverachtung auf tiefstem Niveau. Dass dies bestraft ist sollten sie aus gesundem Menschenverstand verstehen. Man kann auch mit Respekt und Anstand politisieren!
Äpfel und Birnen
Probleme leugnen oder radikale Ansichten zu vertreten ist immer noch etwas Anderes als ein indirekter Aufruf zu Vandalismus und Mord. Mit dem Einen kann man sich einverstanden zeigen oder nicht; das Andere ist nicht nur geschmacklos, sondern auch strafrechtlich verfolgbar.
Person versus Partei
Ja, Ist definitv falsch so etwas grausames wie die Kristallnacht in solch einem öffenltich/politschen Zusammenhang zu verwenden. Genau so falsch wie Couchepin's Äusserung als er Dr. Mörgeli "versehentlich" als Dr.Mengele (NZ-Arzt und Massemörder) bezeichnete. Nun, immerhin hat die SVP Herrn Müller aus der Partei ausgewiesen- Was man von der FDP und Couchepin nicht sagen kann. Also nicht gleich laut schreien "SVP" und Vollangriff auf die Partei machen (bin übrigens KEIN SVPler, sondern finde es gibt in allen Parteien "gute" und "schlechte" Leute und Meinungen)