Hedingen ZH

05. Januar 2018 11:18; Akt: 05.01.2018 11:18 Print

«Er wollte in dieser Nacht mit ihr Schluss machen»

Eine Woche nach dem Drama in Hedingen ist weiterhin vieles unklar. Eine langjährige Freundin des verstorbenen Mannes glaubt an einen Beziehungsstreit.

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Schüsse, ein toter junger Mann und zwei schwer verletzte junge Frauen, eine der Frauen kann wohl nie wieder laufen. Am Freitag, 29. Dezember, kam es in einer Wohnung in Hedingen zu einem Drama. Der Verstorbene und eine der Frauen sollen ein Paar gewesen sein, die zweite Frau die beste Freundin der Frau. Alle drei haben aktuell in dieser Wohnung gewohnt. Der «Tages-Anzeiger» vermutet folgendes Szenario: «Vermutlich hat der Mann zuerst auf die Frauen geschossen und sich dann selber gerichtet.»

Von offizieller Seite gibt es auch eine Woche nach dem Vorfall keine neuen Details. Im Umfeld der beiden Freundinnen wird aber viel via Facebook und Instagram kommuniziert. «Exzellente Neuigkeiten! Eine der Frauen ist langsam aufgewacht – sie braucht nun Zeit, um zurück in die Realität zu kommen», hat ein Mann am Mittwochabend aus dem Spital gepostet, wo die beiden Frauen behandelt werden. Die Freude über diese Neuigkeit ist bei vielen Facebook-Nutzern gross.

«Besass eine Pistole, weil er Geld für die Firma transportierte»

Es gibt aber auch negative Posts auf Facebook. So wird der verstorbene Mann auf seinem Profil als Mörder beschimpft, der in die Hölle solle. Für eine langjährige Freundin des Verstorbenen geht das zu weit, wie sie zu 20 Minuten sagt: «Ich finde dieses Verhalten überhaupt nicht in Ordnung.» Schliesslich wisse noch nicht einmal seine Familie, was wirklich passiert ist. In seinem Umfeld sei man ebenfalls schockiert: «Er war ein sehr grosszügiger und lieber Mensch.»

Sie hat auch eine Vermutung, wie es am 29. Dezember zu dieser Eskalation kommen konnte: «Er wollte in dieser Nacht mit seiner Partnerin Schluss machen.» Das hätte bedeutet, dass beide Frauen aus der Wohnung hätten ausziehen müssen. «Zudem weiss ich, dass er eine Waffe besass, weil er oft viel Geld für seine Firma auf die Bank bringen musste.» Der Verstorbene war Inhaber eines Unternehmens, das massgeschneiderte Toupets herstellte. Auch Dokumente, die 20 Minuten vorliegen, bestätigen, dass die Firma erfolgreich ist.

«Wieso er am Freitag die Waffe zu Hause hatte, kann ich mir aber nicht erklären», so die langjährige Freundin. Sie hoffe nun, dass der Fall baldmöglichst aufgeklärt werde.

(wed/tam)