Kelso wohl tot

08. November 2012 15:20; Akt: 08.11.2012 15:45 Print

«Es hätte ihn bestimmt jemand gesehen»

von Julian Barnard - Der Zoo Zürich hat die Suche nach dem Affen Kelso aufgegeben. Warum eine Suche keinen Sinn mehr macht, erzählt Dr. Robert Zingg im Interview mit 20 Minuten Online.

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Der am 28. August 2012 aus dem Zoo Zürich entwischte Gelbkapuzineraffe Kelso hat ein Lebenszeichen von sich gegeben. Eine Frau will den Affen Ende letzte Woche im Schrebergarten südlich des Fifa-Hauptsitzes beobachtet haben. Es ist der erste brauchbare Hinweis seit Kelsos Verschwinden. Bis die Passantin den Zoo alarmieren konnte, war der Kapuziner jedoch bereits wieder verschwunden. Fallen, die im Schrebergarten aufgestellt sind, sollen helfen, Kelso einzufangen. Doch der Teller im Innern der Falle ist leer - Mäuse haben das Lockfutter gefressen und ihren Kot hinterlassen. Weil die Mäuse für die Waage zu leicht sind, schnappt die Falle nicht zu. Erschwerend kommt hinzu, dass Kelso im Schrebergarten genügend Futter findet: Offenbar hat er Zucchettis angeknabbert. Die Schrebergartenbesitzerin Mara A. hat extra Bananen für Kelso mitgebracht. «Ich schaue immer mal wieder in die Baumwipfel», sagt die Hobbygärtnerin. Eine Tafel des Zoos weist die Schrebengartenbesitzer darauf hin, dass sich der exotische Gast womöglich hier befindet. «Ich würde mich sehr freuen, ihn zu sehen», sagt Regina F. Mit Hightech-Geräten auf Affensuche: Geräusche von Artgenossen werden ab Band gespielt, um Kelso anzulocken, mit Fotofallen hofft das Zoo-Team, ein eindeutiges Lebenszeichen des Kapuziners zu erhalten. Larissa B. kommt manchmal mit ihrer Mutter über Mittag in die Schrebergärten. «Ein Kapuzineräffchen als Nachbar? Warum nicht.» Ausserhalb der grünen Idylle ist wenig von der fieberhaften Affensuche des Zürcher Zoos zu spüren. «Ich würde nicht auf die Idee kommen, den Affen zu suchen», sagt Fabian. Claire-Lise F. sorgt sich um den Affen. «Was, wenn er sich verletzt oder von Krähen oder Füchsen angegriffen wird?» Solange Kelso in den Schrebergärten noch genug zu Fressen findet, wird es ihm gut gehen. Gleichzeitig erschwert das Angebot die Suche des Zoo-Teams nach dem Kapuziner. Zoo-Direktor Alex Rübel hofft deshalb weiterhin darauf, dass Passanten oder Hobbygärtner den Affen entdecken.

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Wie alt war Kelso, als er verschwand?
Kelso war ein bisschen mehr als anderthalb Jahre alt.


Wie lange haben Sie nach ihm gesucht?

Wir sind die ersten zwei Tage durch ganz Zürich gefahren und haben gesucht. Dann haben wir zwei Wochen gesucht, aber haben ihn nicht gefunden.


Warum glauben Sie, dass Kelso tot ist?

Wegen dem Klima und dem Futter kann es schon sein, dass er tot ist, und wenn er noch leben würde, hätte ihn bestimmt jemand gesehen.

Dieses Interview führte Shootingstar und Jungjournalist Julian Barnard (9).

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