Kochen mit Muttermilch

16. September 2008 15:34; Akt: 16.09.2008 16:45 Print

«Ich werde nicht selber abpumpen»

von Marius Egger - Nach der Geburt seiner Tochter kam er auf den Geschmack. Jetzt will Wirt Hans Locher mit Muttermilch seine Menukarte bereichern. Er sagt im Interview mit 20 Minuten Online: «Ein bisschen Schlagrahm brauchts dazu». Seine Frau sagt: «Du spinnsch».

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Herr Locher, in Ihrem Restaurant «Storchen» in Iberg bei Winterthur soll künftig mit Muttermilch gekocht werden. Wie sind Sie auf diese eigenartige Idee gekommen?

Hans Locher: Die Idee ist mir irgendwann durch den Kopf gegangen. Meine Frau meinte erst: Du spinnsch! Aber es ist etwas, das nicht alle anbieten. Mittlerweile ist auch meine Frau begeistert. Aber es ist schon etwas eine kurlige Idee.

Errichten Sie nun eine Zapfsäule für spendewillige Mütter?

Nein, nein. Die Mütter können die Milch zu Hause abpumpen und bei mir vorbeibringen. Ich werde auch nicht selber abpumpen (lacht). Die Mütter bleiben zudem absolut anonym. Da kommen nur die Initialen auf den Becher. Aber eines ist klar: Grundbedingung, dass ich die Milch kaufe ist, dass das Baby nicht hungern muss. Das Baby kommt zuerst. Deshalb müssen die Frauen eine Vereinbarung unterzeichnen.

Für einen Vier-Deziliter-Becher bezahlen Sie 6.50 Franken. Werden Ihre Speisen teurer?

Das ist natürlich teurer als normale Milch. Das Geschnetzelte wird dann wohl zwei bis zweieinhalb Franken teurer. «Es bitzeli meh» brauche ich schon.

Haben Sie denn schon einmal mit Muttermilch gekocht?

Ich pröbelte, als unsere Tochter zur Welt kam. Das war vor 35 Jahren. Und ich muss sagen: Man kann damit ganz schöne Sachen machen. Aber: Es braucht immer ein bisschen Schlagrahm, damit die Sache luftig wird. Ich garantiere den Gästen allerdings einen Muttermilch-Anteil von 75 Prozent in den Saucen.

Die Muttermilch wird nur für Saucen verwendet. Werden Sie die Muttermilch-Gerichte trotzdem deklarieren?

Sicher. Ich werde eine Extra-Speisekarte mit fünf bis sechs Gerichten machen. Es soll jeder selber entscheiden, ob er Muttermilch will oder nicht. Aber Muttermilch kann nicht gruusig sein. Wir sind schliesslich damit aufgewachsen.

Jetzt fehlt nur noch die Muttermilch.

Wir haben bis jetzt drei Interessentinnen, die überschüssige Milch haben. Aber die Hemmschwelle scheint gross. Bis jetzt habe ich noch keinen Deziliter.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • martin am 16.09.2008 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    hallo???!!!

    Jeder der sich ekelt, hat 1. noch nie muttermilch getrunken, 2. kein eigenes kind und 3. keine Ahnung, wie Gesund die Milch ist. Zudem haben wir alle diese Milch getrunken!

  • audioman am 16.09.2008 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Medikamente

    Man weis ja nie was für Medikamente die Spenderin genommen hat und diese durch die Muttermilch ev. weitergiebt.

  • nica am 16.09.2008 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    brrr

    haben wir den 1 april? mich würde es grausen, man weiss ja nichts über die hygiene der spenderinnen etc. und überhaupt, muttermilch ist babynahrung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • mann am 11.03.2010 00:51 Report Diesen Beitrag melden

    __

    ich finde es cool einmal etwas anderes zu probieren und wenn es schmeckt warum nicht !!!!!!! und solange es jede frau freiwillig macht und das kind auch nicht zu kurz kommt wo ist dann das problem? naja lg

  • jules am 26.09.2008 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    mal umdenken in der ekeldefinition...

    Mütter werden zum objekt'? zeit darüber nachzudenken,warum Kühe zum objekt wurden-und nicht mehr als fühlende wesen gelten sondern nur als milchgeber... Gesund ist es-und es ist frewillig. kühe tun das nicht.und werden danach geschlachtet...

  • amanda jurinac am 21.09.2008 01:53 Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit fuer Frauen heisst eben auch

    Hallo Marianne, mir wird bei dem gedanken ganz und gar nicht schlecht. Ist nur die frage wie viele frauen sich tatsaechlich dafuer hergeben. Soll doch jeder frau frei stehen das zu tun oder nicht.

  • marianne peduzzi am 18.09.2008 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    frau

    mir wird schlecht beim gedanken, dass frauen sowas mitmachen würden. pervers der wirt sowie die allfälligen gäste. freuen wir uns doch daran, dass wir in der schweiz alle genügend zu essen haben.

  • ich am 18.09.2008 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Reiner publicity-gag!!

    der Herr hat sein Ziel erreicht! nun kennt die ganze CH sein Restaurant. so einfach geht das! Gratis-Werbung.