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Sieber schlägt Alarm
09. Dezember 2012 18:58; Akt: 09.12.2012 18:59 Print
«Wir riskieren, dass Menschen sterben»
Kalte Nächte sind lebensbedrohlich: Pfarrer Sieber will, dass die Stadt Zürich Obdachlosen Logis für Winternächte bietet.

600 Randständige feierten am Sonntag mit Pfarrer Sieber im Luxushotel Marriott.
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Ernst Sieber (85) feierte am Sonntag zusammen mit 600 Randständigen im Zürcher Fünfsternehotel Marriott Weihnachten. Der Pfarrer genoss die «schöne Stimmung», doch beim Fest drückten ihn Sorgen: Der Pfuusbus allein reicht nicht aus, um Obdachlose in diesen kalten Nächten Unterschlupf zu gewähren, so Sieber.
Das Personal im Pfuusbus stosse jede Nacht an seine Grenzen, vor allem mit Schwerstsüchtigen: «Es muss doch auch im Winter in Zürich für alle Menschen eine Aufenthaltsmöglichkeit geben.»
Ambulatorium gefordert
Die Verantwortlichen der Sozialwerke fordern deshalb von der Stadt für die Winternächte ein Ambulatorium mit medizinischem Personal: «Sonst riskieren wir, dass Menschen sterben.»
Seit dem 15. November öffnet der Sattelschlepper beim Albisgüetli jede Nacht seine Türen für Obdachlose. Bis zu 30 Menschen finden dort einen Schlafplatz. Im Gegensatz zur städtischen Notschlafstelle können im Pfuusbus auch Menschen ohne Wohnsitz in Zürich die Nacht verbringen. In der Notschlafstelle der Stadt Zürich übernachten momentan pro Nacht rund 40 Personen, wie Barbara Strebel, Kommunikationsleiterin Soziale Einrichtungen und Betriebe, auf Anfrage sagt. «Ein bis zwei Dutzend Menschen verbringen die Nacht regelmässig draussen.» Diese schliefen in Parks, WC-Anlagen oder unter Brücken.
«Bei Minustemperaturen machen die Mitarbeitenden von Sicherheit, Intervention und Prävention (sip) Kältepatrouillen», sagt Strebel. «Sie kontrollieren, ob die Leute über Decken verfügen. «Ausserdem schauen sie, ob die Obdachlosen gesundheitlich überhaupt in der Lage sind, draussen zu übernachten.»
«Um solche Menschen kümmern sich Spitäler»
Solche Kältepatrouillen machen auch die Mitarbeitenden der Sozialwerke von Pfarrer Sieber. «Immer wieder kommt es vor, dass wir jemanden in den Pfuusbus nehmen müssen, weil er in einer schlechten Verfassung ist», sagt Daniela Bachmann, Betreuerin im Pfuusbus. Das Problem seien die Schwerstsüchtigen.
«Wir haben eine Gruppe von Leuten, die unter einem enormen Suchtdruck stehen», sagt Bachmann. Diese könnten nicht ruhig sein, verletzten sich bei Stürzen und brächten eine grosse Unruhe in den Bus. «Einige der Menschen, die Nacht für Nacht kommen, bräuchten medizinische Hilfe - wir können ihnen diese aber nicht bieten.»
In der Stadt Zürich fehle eine Einrichtung für diese kranken Menschen, sagt Pfarrer Sieber. «Es muss doch auch im Winter in Zürich für alle Menschen eine Aufenthaltsmöglichkeit geben.» Die Verantwortlichen der Sozialwerke fordern deshalb von der Stadt für die Winternächte ein Ambulatorium mit medizinischem Personal.
Einen solchen Ort gibt es bis jetzt nicht. «Um Menschen, die medizinische Hilfe benötigen, kümmern sich die Spitäler», sagt Barbara Strebel vom Sozialdepartement. Die Notschlafstelle auch für Auswärtige öffnen, will die Stadt nicht.» Das würde unsere Kapazitäten sprengen», sagt Strebel. In Notfällen würde aber auch einmal ein Auswärtiger aufgenommen.
(sda)
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Wartehäusschen am Bahnhof
Vielleicht wäre ja schon geholfen, wenn die SBB ihre Wartehäusschen wieder heizen würde, und diese auch diesen Menschen nachts zur Verfügung stünden. Da hätten Pendler und Obdachlose was davon. Bevor die Frage nach den Energiekosten aufkommt: die SBB schröpft ja ihre Pendler Jahr für Jahr genug, da ist sicher das bisschen Strom kein Problem.
Helft endlich Geld ist genug da
Also es ist wirklich bedenklich was alles sonst so getan wird, für weiss ich nicht wie viel Hilfe im Ausland. Für Asylanten. Aber für Bedürftige im kalten Winter wird nichts unternommen von den Behörden, die sonst ja immer bereit sind dies und das zu gebieten oder verbieten. Die sollen ihre Kompetenz einmal am richtigen Ort einsetzen und da sofort helfen.
Karten offen legen
Man merkt, dass es wieder auf Weihnachten zu geht. Es melden sich wieder jede Menge Leute, die zum Spenden aufrufen. Ist ja schön und gut. Aber beweist erst mal, wieviel ihr denn für diesen Zweck spendet, bevor ihr anderen an den Karren fährt.