Strenge Polizeiverordung

14. November 2012 18:58; Akt: 15.11.2012 10:59 Print

Kritik an Alk-Verbot für Jugendliche

Draussen ein Bierchen trinken? Das ist für Jugendliche in Dübendorf bald passé. Eine neue Verordnung verbietet ihnen den Alkoholkonsum auf öffentlichem Grund. Die Juso ist empört.

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Alkoholkonsum für Dübendorfer Jugendliche verboten, rund um die Uhr, auf öffentlichem Grund. Dies schreibt eine neue Verordnung vor, die am 1. Januar 2013 in Kraft tritt. Konkret bedeutet das: Wer unter 16 ist und beispielsweise vor dem Bahnhof ein Bier trinkt oder wer unter 18 ist und etwa an der Glatt zum gebrannten Alkohol greift, riskiert eine Busse.

Die Weisung ist Teil des Littering-Artikels, der auch Spucken verbietet. Mit der Regelung werde die kommunale Abfallverordnung erfüllt, heisst es in der Polizeiverordnung. Dübendorf scheint seinen jungen Bewohnern nicht zuzutrauen, auf öffentlichem Grund Alkohol zu trinken, ohne dass dabei Flaschen und Büchsen auf den Boden geworfen werden. «Uns geht es um Jugendschutz und Prävention», begründet Marco Strebel, Leiter Abteilung Sicherheit, den Entscheid. Alkohol sei immer ein Thema, irgendwann müsse man die Problematik anpacken, um «schwere Fälle» zu vermeiden. Selbst bei Dorffesten soll die Weisung befolgt werden. Wie die Strafe bei einem entsprechenden Verstoss aussehen würde, ist den Verantwortlichen noch unklar. «Der Stadtrichter müsste dann den jeweiligen Fall beurteilen», sagt Strebel.

«Dübendorf schaut hin»

Beim Blauen Kreuz Kanton Zürich begrüsst man den Entscheid: «Dübendorf schaut hin und nicht weg», so Geschäftsführer Stephan Kunz. «Damit setzt die Stadt einfach den Grundgedanken der Jugendschutzbestimmungen um.» Diese sehen vor, dass Jugendliche unter 16 kein Bier und Wein, Jugendliche unter 18 keinen gebrannten Alkohol trinken sollen – ausser die Eltern sind dabei.

Trotzdem hält die Juso Kanton Zürich nichts vom Verbot: «Einmal mehr werden Jugendliche durch Repression gezielt verdrängt», sagt Co-Präsidentin Ursula Näf. Wenn Jugendliche sich draussen treffen, um ein Bier zu trinken, habe die Gesellschaft doch nichts zu befürchten. «Das ist eine Kollektivstrafe, die alle trifft, aber für niemanden eine Lösung bringt», sagt Näf.

In Uster kennt man ein solches Alkoholverbot bereits seit zwei Jahren. Man habe damit gute Erfahrungen gemacht, heisst es bei der Stadtpolizei.

(dwi/rom)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • TomTom am 16.11.2012 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Jetziges Alkoholgesetz ein Hohn

    Richtig so. Das jetzige Alkoholgesetz ist sowieso ein Hohn. Verkaufen darf man den Alkohol nicht an Jugendliche, dafür wird man gebüsst. Aber drinken dürfen sie in dann. Der Alkoholkonsum sollte für Jugendliche in der ganzen Schweiz verboten werden.

  • Weber Jack am 16.11.2012 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Jack

    U S A Lässt Grüßen.

  • Rudi Schluckspecht am 15.11.2012 18:20 Report Diesen Beitrag melden

    Normal?

    Bedenklich ist doch, dass es die JuSo normal finden, wenn unter 16-jährige in der Öffentlichkeit zusammen ein Bierchen trinken. Die selben Leute regen sich dann über die Geschäfte auf, die den unter 16-jährigen verbotenerweise den Alkohol verkauft haben und fordern wahrscheinlich drakonische Bussen.

  • Mrs wurscht am 15.11.2012 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Dübendorfer Lachnummer

    Super dann schmeissen einfach alle ihre Dosen und Flaschen ins Gebüsch sobald die Polizei vorbeikommt. Oder wie immer gibts Mittel und Wege um diese Regelung zu umgehen. Und am Schluss wundert man sich warum der Hass auf die Behörden etc. von Jugendlichen aus steigt. Mir ists wurscht....

  • Glattanwohnerin am 15.11.2012 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Schon mal die Abfallberge gesehen?

    Naja. Bier ist nun mal erst ab 16 und gebrannter Alkohol ab 18 wieso sich darum die JUSO aufregt? Ü16/18 kann noch gewohnt sein Bierchen trinken. Auch gut, dass das Littering verschärft wird. Jeder der an der Glatt (zwischen Esso und Kunsteisbahn) spaziert, sieht im Sommer RIESIGE Berge von Bier-, Wein-, und Vodka-Flaschenscherben sowie Redbull-Dosen. Mein Hund und ich bedanken uns.

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