Zürich

12. April 2012 20:21; Akt: 12.04.2012 20:23 Print

Migranten-Kinder im Gymi erfolgreich

von Deborah Sutter - Eine Studie der Uni Zürich zeigt: Immer mehr Migranten-Kinder bestehen dank Förderung die Gymiprüfung.

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Eine der Schulklassen des Programms ChagALL.

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Die Aufnahmeprüfungen ans Gymnasium sind kein Zuckerschlecken – Kinder mit Migrationshintergrund haben noch zusätzlich zu kämpfen: «Die Eltern können sich meist keine teuren Lernhilfen leisten, hinzu kommen Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache», sagt Stefan Marcec, Leiter des Programms Chancengerechtigkeit durch Arbeit an der Lernlaufbahn (ChagALL) am privaten Gymnasium Unterstrass. Das Programm fördert seit vier Jahren jugendliche Migranten – mit Erfolg: «Eine neue Studie der Uni Zürich zeigt, dass die Erfolgsquote unserer Schüler bei der Aufnahmeprüfung ab der dritten Sek bei etwa 62% liegt», so Marcec. In einem Jahr werden die ersten vier ChagALL-Schüler die Matur machen.

Finanzierung ist für die nächsten vier Jahre sichergestellt

Die Aufnahmekriterien für das ChagALL sind klar definiert: «Die Eltern müssen Ausländer, bildungsfern und finanzschwach sein», sagt Marcec. Dazu sei eine Empfehlung durch den Klassenlehrer und das Bestehen eines Intelligenztests nötig. Wer aufgenommen wird, braucht während des sechsmonatigen Programms Durchhaltevermögen: «Die Jugendlichen investieren sowohl den freien Mittwochnachmittag als auch den Samstagmorgen für das Lernen auf die Aufnahmeprüfung, da gibt es schon Durchhänger», sagt Marcec. Auch der Kanton Zürich ist vom Erfolg des Projekts beeindruckt – Mark Kummer, Chef des Mittelschul- und Berufsbildungsamts, sagt: «Ab Juni übernimmt der Kanton die Finanzierung von ChagALL für die nächsten vier Jahre.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Artus am 12.04.2012 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Diejenigen, die...

    das schaffen, haben es sich ehrlich verdient und sollten mit allen Mitteln gefördert werden! Ich habe den grössten Respekt und Hochachtung vor diesen Jugendlichen, die es trotz bildungsfernem Hintergrund weiterbringen!! Das sind echte Kämpfer und sie verdienen es, in ihrem Leben weiter zu kommen. Ich wünsche ihnen und ihren Familien von Herzen, dass sie sich ihren Kontakt, Liebe und Respekt zueinander trotz des daraus resultierenden Bildungsgefälles bewahren können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Artus am 12.04.2012 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Diejenigen, die...

    das schaffen, haben es sich ehrlich verdient und sollten mit allen Mitteln gefördert werden! Ich habe den grössten Respekt und Hochachtung vor diesen Jugendlichen, die es trotz bildungsfernem Hintergrund weiterbringen!! Das sind echte Kämpfer und sie verdienen es, in ihrem Leben weiter zu kommen. Ich wünsche ihnen und ihren Familien von Herzen, dass sie sich ihren Kontakt, Liebe und Respekt zueinander trotz des daraus resultierenden Bildungsgefälles bewahren können.

    • Realist am 15.04.2012 20:09 Report Diesen Beitrag melden

      Stimme zu

      Stimme zu. Die philosophische Frage ist, wieviel Human Potential / Kapital ohne diese Förderung verloren gegangen wäre und anderswo verloren geht. Und noch weitergehend: Wieviel Potential kann die Schweiz noch aus den hier lebenden jungen Menschen schöpfen und gibt es irgendetwas, das wichtiger sein könnte?

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