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Für 55 Millionen Franken
08. November 2012 19:57; Akt: 11.11.2012 18:27 Print
Zürich soll zur Velostadt werden
von Deborah Sutter - Grüner Masterplan: Bis 2025 soll Zürich ein zusammenhängendes Veloroutennetz erhalten - für 55 Millionen Franken. Was Pro Velo freut, bringt den TCS in Rage.
Beim Landesmuseum gibt es bereits einen spezielle gekennzeichneten Veloweg. (Bild: SOM)
Für 55 Millionen Franken will der Stadtrat Zürich in eine velofreundlichere City verwandeln. Geplant sind 97 Kilometer Hauptrouten fürs schnelle Vorankommen von geübten Fahrradfahrern und 55 Kilometer Komfortroutennetz, für Familien. «Zürich ist noch nicht die ideale Velostadt», sagte die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) am Donnerstag vor den Medien in Zürich. «Das Velonetz ist noch nicht dort, wo wir es wollen.» Dies wirkt sich auch auf die Zahl der Velofahrerinnen und -fahrer aus. So besitzen zwei von drei Zürcherinnen und Zürcher ein Velo, aber nur ein Drittel benützt es regelmässig, wie die Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, Ruth Genner (Grüne), sagte.
Bildstrecken SBB-Kontrolleurin lässt bei Velos die Luft raus.
Mit dem Masterplan Velo will der Stadtrat diesen Anteil markant steigern: Das Velo soll «aus dem Keller und dem Schopf» geholt werden. «Herzstück» des Masterplans ist gemäss Genner der Ausbau der Infrastruktur. Weiter soll das Velofahren sicherer und alle Alters- und sozialen Gruppen zum Velofahren motiviert werden. Zwar gibt es in Zürich bereits rund 340 Kilometer Velorouten, das Netz hat aber immer noch Lücken. Zudem fühlen sich viele Velofahrende in Zürich unsicher, wie eine Befragung ergab.
Neue Routen benötigen Platz
Der Ausbau der Velowege braucht aber Platz: Parkplätze müssen verschoben oder aufgehoben, Trottoirs verkleinert und Autofahrspuren abgebaut werden. Bis 2025 werden rund 1000 der 67'000 öffentlich zugänglichen weissen und blauen Parkfelder verschwinden. In der Innenstadt, wo der historische Kompromiss gilt, werden diese ersetzt, sonst nach Möglichkeit.
Sicherheit verbessern
Zum Masterplan gehört auch die verbesserte Sicherheit. In den letzten Jahren gab es in Zürich weniger Verkehrsunfälle mit Autos und Fussgängern, dafür mehr Velounfälle, wie Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne) sagte. Geplant sind gemäss Leupi Verkehrssicherheitskampagnen kombiniert mit repressiven Massnahmen.
Der Masterplan Velo ist ein zentrales Element des Programms «Stadtverkehr 2025». Damit soll die Städteinitiative umgesetzt werden. Diese war von den Stadtzürcher Stimmberechtigten im September 2011 angenommen worden. Die Initiative verlangt, dass der Anteil von öffentlichem und Langsamverkehr innerhalb von 10 Jahren nach Inkrafttreten um rund zehn Prozentpunkte erhöht wird.
Lob und Kritik für den Masterplan
Pro Velo Zürich freut sich über die geplanten Massnahmen: «Ein solches Netz haben wir schon lange gefordert», sagt Geschäftsführer Dave Durner. Auch der Gemeinderat Matthias Probst (Grüne) ist glücklich über den Entscheid – seine Initiative, die 200 Millionen Franken für Velowege fordert, habe sich damit aber nicht erübrigt: «Wir wollen bis 2025 das ganze Velo-Netz des Masterplan sehen, nicht nur die erste Hälfte.»
Anderer Meinung ist SVP-Fraktionschef Mauro Tuena: «Die Stadt hat momentan nicht das Geld für so etwas. Zudem werden Parkplätze der Blauen Zone verschwinden und der Autoverkehr lässt sich nicht einfach wegzaubern.» Auch Reto Cavegn vom TCS Zürich kritisiert: «Das klingt nach einem Wunschkatalog und spricht für die Einseitigkeit der Stadt – denn einen Masterplan für den Individualverkehr gibt es nicht.»
Gehe schon lange nicht mehr in die Stadt Zürich. Weder für Shopping, Kino, Essen, etc. Gebe mein Geld anderswo aus wo es noch willkommen ist. Die Stadtregierung soll doch um die Stadt eine Mauer bauen. So sind dann alle Velofahrer unter sich. Die Autofahrer haben genug andere Möglichkeiten. Die Stadt Zürich gräbt sich ihr eigenes Grab. Ja sind wir denn auf die Stadt angewiesen? Sicher nicht. – Agglo peter
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Etwas weiter denken...
Typisch, dass, kaum ist ein Pro-Velo Artikel veröffentlicht, so viele Autofahrer reklamieren. So sieht also Kurzsicht aus, ihr lieben Autofahrer... Es ist eine einfache Gleichung: Mehr Velos = weniger Autos = weniger Stau Es haben also alle etwas davon. Aber wenn ihr ja so neidisch seid, steigt doch auch einfach auf den Sattel anstatt hinter das Steuer.
Auch Eigeninteressen von Frau Mauch
Als das Filmfestival stattfand, haben wir Frau Mauch auf dem Fahrrad in zügigem Tempo die Rämistrasse überqueren sehen.
Fussgänger: Achtung Velofahrer!
Immer wieder erlebe ich, dass Velofahrer wie aus dem Nichts auftauchen und keine Rücksicht auf Fussgänger nehmen. Ich denke, dass jetzt die Stadt Zürich zu weit geht.