Jugend schützen

21. August 2012 13:47; Akt: 21.08.2012 15:09 Print

Stadionverbot für Alkoholwerbung gefordert

Sport und Alkohol passen nicht zusammen. Deshalb fordert das Blaue Kreuz des Kantons Zürich, Werbung für Alkohol aus Stadien zu verbannen. Hockey- und Fussball-Verband reagieren alarmiert.

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Das Blaue Kreuz des Kantons Zürich will jegliche Alkoholwerbung aus Sportstadien und von Sportanlässen verbannen. Mit diesem Werbeverbot sollen vor allem Jugendliche geschützt werden. Am Dienstag lancierte der Verband dazu eine kantonale Initiative.

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Sollte Alkoholwerbung in Stadien verboten werden?
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Sport und Alkohol passen nicht zusammen, findet Stephan Kunz, Geschäftsführer des Blauen Kreuzes des Kantons Zürich. Für ihn ist es unethisch, die positiven Gefühle des Sports mit Alkohol in Verbindung zu bringen. Vor allem bei Fussball- und Eishockeyspielen sei Bierwerbung aber sehr präsent.

«Wir sind keine Genussverhinderer», stellte Kunz klar. Wurst und Bier würden zu einem Stadionbesuch dazugehören. Man wolle den Alkoholkonsum in Sportanlagen nicht verbieten. Die Werbung dafür sei jedoch nicht angebracht. Die Alkoholindustrie, insbesondere die Bierbrauer, investieren jährlich Hunderte von Millionen Franken in die Werbung und ins Sportsponsoring.

Spirituosenwerbung ist bereits verboten

Bereits jetzt ist in der Schweiz landesweit ein Spirituosen- Werbeverbot in Sportstadien und an Sportanlässen in Kraft. Die Initiative würde das Werbeverbot im Kanton Zürich auf alle alkoholischen Getränke ausweiten.

Für das Blaue Kreuz ist dies aber nur der Anfang. Langfristig soll das komplette Alkoholwerbeverbot an Sportanlässen in der ganzen Schweiz eingeführt werden. Man hoffe, dass die Zürcher Initiative eine Kettenreaktion auslöse und den Weg dafür ebne, sagte Kunz. Am Mittwoch beginnen die Helfer des Mässigungsverbandes - wie sie sich selber nennen - damit, die 6000 nötigen Unterschriften zu sammeln.

Sportvereine mit finanziellen Problemen

Der Schweizer Eishockey-Verband reagiert alarmiert auf das drohende Werbeverbot. «Für die Vereine hätte das einschneidende Folgen», sagte Lukas Hammer, Sprecher des Eishockey-Verbandes auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Viele Clubs hätten einen Bierhersteller als Sponsor.

Solch substanzielle Beträge durch andere Sponsoren auszugleichen, sei nicht so einfach möglich. «Viele Vereine würden finanzielle Probleme bekommen.» Auch inhaltlich ist man beim Eishockey-Verband nicht überzeugt von der Initiative. Um Junge vom Alkoholkonsum abzuhalten, gebe es wohl wirkungsvollere Massnahmen.

Gleicher Meinung ist die Swiss Football League. «Es ist fraglich, ob ein Werbeverbot wirklich hilft», sagte deren Sprecher Philipp Guggisberg. Es gebe zudem auch viele Unklarheiten. Was passiere etwa, wenn der FC Sion, der von einem Weinhändler gesponsert werde, nach Zürich komme? «Die Spieler bräuchten dann wohl einen zweiten Dress, auf dem das Logo ihres Sponsors nicht abgebildet wäre.»

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Benny Meister am 21.08.2012 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    GENAU STOPP dem Alkohol wie dem Tabak!!

    Ja! Raus aus dem Stadion! Alkoholiker, Betrunkene und Randalierer, das ist mittlerwiele die Klientel in den Stadien! Achtung Sarkasmus. Merkt Ihr den Tonfall? Zuerst das Rauchen, jetzt der Alkohol....unsere Welt wird wahnsinnig

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  • Erika am 22.08.2012 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sebstverantwortung

    Verbietet etwas und es wird deswegen gemacht, denn dann erst ist es interessant!!! Was soll denn diese ewige Bevormundung? Wir können immer noch selbst entscheiden was für uns gut ist und was nicht! Basta!

  • Unternehmer am 21.08.2012 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Werbeverbot für alles

    auch diese Branche wie Tabak etc. kann man ruinieren. Die Werbeangestellten könnte man bei Asylwesen einsetzen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Erika am 22.08.2012 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sebstverantwortung

    Verbietet etwas und es wird deswegen gemacht, denn dann erst ist es interessant!!! Was soll denn diese ewige Bevormundung? Wir können immer noch selbst entscheiden was für uns gut ist und was nicht! Basta!

  • Rob Salis am 22.08.2012 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Hört mal auf!

    Dieser Herr Kunz soll sich an die Mehrheit anpassen und nicht umgekehrt. Wenn er damit ein Problem hat, soll er sich Zuhause einschliessen. Dann hat er vielleicht seinen Frieden. Diese Verbots Welle hängt mir längstens zum Hals. Und wenn ich mir so überlege, dass solche Leute noch vom Staat, besser gesagt von meinen Steuern, Gelder bezieht wirds mir übel. Schaut in die Welt und kümmert euch um die wirklichen Probleme. Jedoch ohne andern Vorschriften machen zu wollen! Wir brauchen keine Aufpasser, das gabs in der DDR.

    • D.N. am 22.08.2012 14:59 Report Diesen Beitrag melden

      Hört mal auf!

      Ja genau, die Zeit kommt immer näher, wo es einen grossen "Chlapf" gibt. Denn so kann es nicht mehr weitergehen. Das gabs nicht nur in der DDR, die Schweiz führt es wieder ein!

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  • Bruno Stettler am 22.08.2012 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Das Blaue Kreuz des Kantons Zürich ...

    ... will jegliche Alkoholwerbung aus Sportstadien und von Sportanlässen verbannen. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste eidgenössische Schwingerfest!!!!

  • Roman am 22.08.2012 02:31 Report Diesen Beitrag melden

    Alkohol ist nicht cool

    Ich finde das richtig.

    • Rob Salis am 22.08.2012 12:13 Report Diesen Beitrag melden

      @Roman

      Dann lass es, ganz einfach. Wenn ich ein Bier möchte, trinke ich das. Ob es anderen passt oder nicht! Dasselbe gilt, wenn ich Lust habe eine zu rauchen. Was wollt ihr denn? Anderen vorschreiben was zu tun ist? Schaut lieber in den eigenen Garten.

    • Erika am 22.08.2012 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Recht hast du

      @ Rob. Salis du hast absolut recht!!!

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  • Toto am 22.08.2012 01:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt was solls

    Die Jugend schützen können nur die Jugendlichen selbst! Wir waren alle mal selber jung (...und betrunken)