Oberengstringen

09. März 2012 20:22; Akt: 09.03.2012 20:33 Print

Geliebte griff die Gehörnte mit einem Taser an

von Attila Szenogrady - Eine Serviceangestellte aus Oberengstringen ist wegen Körperverletzung angeklagt worden. Sie hatte die Wohung ihres Geliebten aufgesucht, worauf sie die Gehörnte mit einem Elektroschockgerät verletzte.

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Es war am 6. September 2011, als die heute 31-jährige Beschuldigte aus Oberengstringen genug hatte: Schon seit mehreren Tagen versuchte die Asiatin ihren serbischen Geliebten zu erreichen, um ein Darlehen von 19 000 Franken zurückzuerhalten. Vergeblich. Am Nachmittag erschien sie unangemeldet an seinem Wohnort und klingelte. Darauf öffnete die Ehefrau des vermissten Freundes das Fenster und erklärte, dass ihr Mann nicht da sei. Das akzeptierte die Limmattalerin nicht und klingelte weiter. Die Serbin führte nun aus, dass sie die Polizei alarmieren werde. «Das ist mir egal», rief die aufgebrachte Besucherin und kündigte an, dass sie nun das parkierte Auto ihres Geliebten zerstören werde.

Gesagt, getan. Die Thailänderin zückte ein Küchenmesser und zerkratzte damit den Lack auf der Motorhaube und an der Fahrerseite. Nun rannte die Ehefrau auf die Strasse. Am Ohr hielt sie ein Handy, über welches sie mit der Polizei verbunden war. Als sie versuchte, ihre Rivalin vom Zerkratzen des Autos abzuhalten, schrie diese zurück: «Ich mache alles kaputt bei dir!» Dann schlug die Serbin ihrer Gegnerin das Messer aus der Hand und zog sie an den Haaren. Darauf hielt die Asiatin plötzlich die Geschädigte am linken Handgelenk fest und versetzte ihr mit einem Elektroschockgerät einen Stromstoss im linken Halsbereich. Worauf die Ehefrau wie erstarrt stehen blieb.

Biss in den Unterarm

Der kräftige Bruder des geschockten Opfers hatte als Anwohner alles beobachtet und stürmte ebenfalls nach draussen. Die Beschuldigte hielt ihre Waffe weiter unter Strom und zeigte damit abwechslungsweise auf ihre beiden Kontrahenten. Bis der bullige Taxifahrer sie packte und ihr das Gerät wegriss. Allerdings ging die entwaffnete Serviceangestellte sogleich zum Gegenangriff über. Sie kniff ihn in den rechten Oberarm und biss ihn in den linken Unterarm.

Jetzt endlich traf die Polizei ein und konnte die Parteien trennen. Das hielt die Beschuldigte allerdings nicht davon ab, der Ehefrau noch zu sagen, dass sie wiederkommen und sie umbringen werde.

Seit dem Biss ist der Bruder arbeitsunfähig

Am Freitag musste sich die Oberengstringerin wegen mehrfacher Körperverletzung, Drohungen, Sachbeschädigung sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz verantworten. Sie zeigte sich teilgeständig und gab die Sachbeschädigung sowie das Waffendelikt zu. Dagegen stellte sie die Drohungen sowie die Körperverletzungen in Abrede und machte Notwehr geltend. Sie habe heute mit ihrem verheirateten Geliebten nichts mehr zu tun, sagte sie und machte geltend, dass ihr Ex-Partner ein Doppelspiel betrieben habe.

Das Gericht lehnte eine Notwehrlage ab und kam, abgesehen von einem Teilfreispruch bei einer Drohung, umfassend zu Schuldsprüchen.

Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft, die eine bedingte Freiheitsstrafe von zehn Monaten verlangt hatte, setzte es eine bedingte Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu 25 Franken fest. Zudem wurde die Dame verpflichtet, den beiden Geschädigten Schmerzensgelder von je 1000 Franken zu bezahlen. Zudem soll sie Schadenersatz für das zerkratzte Auto ihres Ex-Freundes in der Höhe von 4651 Franken entrichten und die Gerichtskosten tragen. Der Rechtsvertreter hatte zuvor ausgeführt, dass beide Geschädigten bis heute unter den Folgen der Verletzungen leiden würden. Die Frau habe Angst vor einer Wiederholung, ihr Bruder könne seit dem Biss nicht mehr als Taxifahrer arbeiten und befinde sich in psychologischer Behandlung.

Immobilien

powered by

Immobilien finden

PLZ
Preis bis
Zimmer bis

Nachmieter finden? Jetzt bei homegate.ch inserieren