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Christoph Hohler
20. November 2012 07:24; Akt: 20.11.2012 08:01 Print
Auf diesen Star-Anwalt hofft Carl Hirschmann
von A. Hirschberg - Als Anwalt hat er Swissair-Grössen vertreten, als Pflichtverteidiger den Sexualstraftäter Hauert verwahrt. Jetzt kämpft Staranwalt Christoph Hohler für Hirschmann und ein mildes Urteil.
Rund ein Jahr nach seiner Verurteilung vor Bezirksgericht steht Carl Hirschmann erneut vor Gericht. Am Dienstag und Mittwoch hofft der Millionärssohn auf ein milderes Urteil (20 Minuten Online berichtet laufend vom Prozess). Dabei soll ihm ein grosses Kaliber aus der Anwalts-Szene helfen: Christoph Hohler.
14 Monate Gefängnis drohtCarl Hirschmann will sein Luxusleben nicht gegen den Aufenthalt in einer Gefängniszelle tauschen. Am Dienstag kämpft der 32-Jährige vor dem Zürcher Obergericht für ein milderes Urteil. Das Bezirksgericht hat Hirschmann im September 2011 zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 33 Monaten verurteilt. Davon soll er 14 Monate absitzen. Die restlichen 19 Monate wurden mit einer Probezeit von zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt. Verurteilt wurde er wegen mehrfacher sexueller Nötigung, mehrfacher sexueller Handlungen mit Minderjährigen, mehrfacher Nötigung und Körperverletzung. Geständig war Hirschmann allerdings nur, was den Sex mit einer 15-Jährigen betraf. Diesen bezeichnete er während des Prozesses als «Dummheit». (sda)
Kurz nach seinem Schuldspruch wechselte Hirschmann die Verteidigung und engagierte Hohler. Der renommierte Anwalt gilt als brillanter und gewiefter Taktiker, der nicht selten dank geschickter Auslegung der Rechtsprechung eine Einstellung des Verfahrens oder einen Freispruch erreicht hat.
Der 61-Jährige, der vor Gericht immer auf schweizerdeutsch plädiert, hat im Prozess um das Swissair-Debakel Finanzchef Georges Schorderet vertreten, war im Crossair-Prozess beigezogen worden oder verteidigte im Strafprozess gegen das Aargauer Juristenpaar Padrutt seine Mandanten erfolgreich.
Nur noch eine Anklage vor Gericht
Im Fall von Carl Hirschmann hat er bereits seine Handschrift hinterlassen. So hat der Millionenerbe einen Teil des Urteils des Bezirksgerichts akzeptiert. Im Fall «Diagonal» hat er indirekt eingestanden, seine Bekannte aus der Schulzeit in der Personaltoilette zum Oralverkehr gezwungen zu haben. Die Aussagen des Opfers waren in der Urteilsbegründung des Zürcher Bezirksgerichts als besonders glaubwürdig gewertet worden.
Damit werden vor dem Zürcher Obergericht nur noch die Vorwürfe einer weiteren jungen Frau behandelt. Diese sagte aus, der heute 32-Jährige habe sie 2008 auf der Terrasse seines Clubs Saint Germain ebenfalls zu Oralsex gezwungen und sie zudem noch brutal geschlagen. Dies bestreitet Carl Hirschmann weiterhin.
Vor Bundesgericht unterlegen
Star-Anwalt Hohler übernimmt von Hirschmann bereits das zweite Mandat. Unter Hohlers rechtlichem Geleit hat sich der Multimillionär bis vor Bundesgericht gegen eine Friedensbürgschaft von 500'000 Franken erfolglos gewehrt. Carl Hirschmann hatte seiner Ex-Freundin 2009 physische Gewalt angedroht. Darauf verordnete das Bezirksgericht Zürich den heute 32-Jährigen dazu, eine halbe Million zu hinterlegen. Bei Übergriffen hätte der Staat diese eingezogen. Die Massnahme erschien dem Zürcher Ober- und dem Bundesgericht als gerechtfertigt, da Hirschmanns «geringe Frustrationstoleranz» zu erneuten Handgreiflichkeiten führen könne.
Nicht nur Multimillionäre, auch Angeklagte ohne Geld hat Hohler schon verteidigt: So setzte er sich für die Rechte eines kleinen Schweizer Drogendealers ein, der in Thailand erwischt und zu 25 Jahren Gefängnis bestraft worden war und in der Schweiz begnadigt werden wollte. Als Pflichtverteidiger stand Hohler ebenfalls schon im Fokus. Sein Mandant war der Sexualstraftäter Erich Hauert, der 1993 im Hafturlaub die 20-jährige Pfadfinderin Pasquale Brumann ermordet hatte. Anwalt Christoph Hohler beantragte damals mit Zustimmung von Erich Hauert dessen Verwahrung.
Auch in der Politik hat Christoph Hohler seine Spuren schon hinterlassen. Er sass lange Zeit im Zuger Kantonsrat und auch im Ratssaal, als Friedrich Leibacher am 27. September 2001 14 Parlamentsmitglieder ermordete und 18 weitere Personen teils schwer verletzte. Hohler blieb unverletzt.

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