Zürich

25. Oktober 2016 15:46; Akt: 25.10.2016 16:00 Print

Stadt ist in Schulen gegen abschaltbares WLAN

Um die Kinder vor Strahlenbelastung zu schützen, forderte eine IG per Petition ein abschaltbares WLAN in Schulzimmern. Doch der Stadtrat ist dagegen – zum Ärger der IG.

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Laptops und Handys sind heute auch Teil des Schulunterrichts. (Bild: Keystone/AP/Elaine Thompson)

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Die Schulzimmer der Stadt Zürich werden seit 2013 mit WLAN ausgerüstet. Aber obwohl es in einer Infobroschüre der Stadt heisst: «Schalten Sie das WLAN nur ein, wenn Sie es brauchen», sind die neu installierten Router beziehungsweise Accesspoints in Kindergärten und Primarschulen nicht abschaltbar. Dies störte die «IG WLAN mit Mass in Schulen, Kindergärten und Krippen». Ende März reichte sie deshalb eine Petition ein.

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Der Stadtrat hält jedoch an den nicht abschaltbaren Accesspoints fest, wie aus seiner Petitionsantwort hervorgeht. Medienbildung sei heute ein zentrales Thema im Unterricht. «Aus pädagogischer und didaktischer Sicht ist ein allzeit verfügbares WLAN unverzichtbar», so der Stadtrat. Werde ein Acesspoint abgeschaltet, seien auch die Räume daneben nicht mehr versorgt.

Um unnötiger Strahlung vorzubeugen, deaktiviere sich die WLAN-Funktion der im Schulzimmer eingesetzten Notebooks automatsich, so bald diese an ein drahtgebundenes Netzwerk angeschlossen werden.

Zudem führt ein temporäres Abschalten von einzelnen WLAN-Access-Points laut Stadtrat nicht zu einer wesentlichen Reduktion der Immissionen durch elektromagnetische Felder – im Gegenteil: In den meisten Fällen verstärke das Abschalten sogar den vermehrten Aufbau von GSM-/UMTS- und LTE-Datenverbindungen über das Mobilfunknetz.

Wer nutzt das Handy im Unterricht?

Die IG kann dieser Argumentation nicht folgen und fragt sich gemäss Mitteilung vom Dienstag, wer denn im Unterricht das Handy nutze. «Denn eigentlich sollten Lehrer und Schüler das Handy während der Unterrichtszeit ausschalten.»

Nach Ansicht der IG betreibt das Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich keine Vorsorgepolitik und nimmt seine Vorbildfunktion nicht wahr - und dies, obwohl man wisse, dass der steigende Elektrosmog im Innen- und Aussenraum ein Gesundheitsrisiko darstelle - vor allem für Kinder im Wachstum. Deshalb hätten beispielsweise Israel und Frankreich WLAN in Einrichtungen für Kleinkinder gesetzlich verboten.

(20M/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Homer J. Simpson am 25.10.2016 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    IT'ler

    Ein bekanntes Phänomen... Ich arbeite in der IT und ich kann euch sagen, dass die meisten Leute nur "glauben", dass die Strahlung ihnen schadet. Vor kurzem habe ich einen AP (Accesspoint) bei einer Firma installiert bei der sich eine Mitarbeiterin über Kopfschmerzen und Übelkeit geklagt hat. Und sobald ich nur das Lämpchen deaktiviert habe (das WLAN funktionierte danach natürlich immer noch), hatte sie plötzlich keine Kopfschmerzen und übel war ihr auch nicht mehr. Typischer Placebo Effekt.

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  • Theo Schmid am 25.10.2016 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sucht euch ein Hobby!

    Und für das gibt es eine IG? gewisse Leute wollen einfach etwas haben wogegen sie sich wehren können. Und ganz ehrlich: Niemand schaltet sein Telefon während dem Unterricht ab.

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  • Geissenpeter am 25.10.2016 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es Orte ohne WLAN?

    das ist doch ein Witz. Jedes Haus hat WLAN. Sobald man draussen ist wird man von allen Seiten bestrahlt. Und Zuhause grad nochmals. Wir müssten alle längst tot sein wenn es einen Einfluss auf unser Leben hätte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vierziger am 07.11.2016 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    @ITler: Super, ich bin begeistert :)

    Also, ich finde Ihren Kommentar einfach spitzenmässig: Er zeigt, wie verdreht die Mütter von Jael & Co sind: ihren Gofen alles nachwerfen, von Unbeteiligten wie "Göttis/Gotten" oder Grosseltern alles abverlangen, dann herumjammern und sich einbilden, dass WLAN mache ihnen zu schaffen, auf Kosten ihrer berufstätigen Männer und der Gesellschaft überteuerte Bio-Produkte kaufen, weil es für sie "stimmt" usw. Ich möchte noch hinzufügen, dass Jael & Co weder Handys noch WLAN brauchen - sie sollen sich diesen Luxus selbst finanzieren, sobald sie aus eigener Arbeit dazu in der Lage sind. Punkt

  • Vierziger am 07.11.2016 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer zahlt diesen

    Jaels & Nicos die Handys, iPads und das WLAN? Die Eltern, "Göttis/Gotten", Grosseltern und andere Melkkühe, die ihnen eigentlich zu gar nichs verpflichtet sins? Ein ganz klares Nein! Solchen Luxus können sie sich leisten, wenn sie selbst arbeiten gehen und Geld verdienen, nicht vorher. So haben auch wir Bescheidenheit und den Umgsng mit Geld gelernt.

  • S. Pfluger am 27.10.2016 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Bachelor of Arts

    Wenn es um die Gesundheit unserer Kinder geht, dann ist der kleinste Zweifel der Gefährdung durch WLAN-Strahlung ausreichend genug, um diese Technik erst gar nicht in unseren öffentlichen Schulen zu installieren. Die falsche Meinung, dass überall in den Wohnungen sowieso WLAN ist, rechtfertigt nicht die Handhabung in den Schulen. Zum Glück gibt es genug vorausschauende Eltern, die ihr Wohnumfeld vorsorglich strahlenfrei gestalten aber mit großer Besorgnis feststellen, dass Gesellschaft und Staat die Gesundheit ihrer Kinder gefährden. Jeder Mensch hat das Recht nicht bestrahlt werden zu dürfen.

  • Max Bohnebluescht am 27.10.2016 04:15 Report Diesen Beitrag melden

    Alufolie gegen WLAN-Strahlung

    Gegen WLAN Strahlung kann man sich gut und kostengünstig schützen. Bei Youtube "Alufolie gegen Mobilfunk" eingeben!

  • Nutzer am 26.10.2016 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig dimensioniert kaum ein Problem

    Endgeräte können bei richtig dimensionierter Repeateranordnung die Verbindung mit geringerer Leistung und damit weniger Feldbelastung für die Umgebung aufbauen. Das ist z.B. in einigen Kliniken der Fall, die auf geringe Feldbelastung Wert legen und entsprechend kleinräumige Hotspotanordungen mit ausreichend Bandbreite in den Korridoren haben.