Zürich

27. Oktober 2014 06:00; Akt: 27.10.2014 12:26 Print

Ex-Drogenbeauftragter will alle Drogen legalisieren

Geht es nach dem ehemaligen Stadtzürcher Drogenbeauftragten Michael Herzig, sollen alle Suchtmittel legal werden. Bei vielen Politikern kommt die Idee schlecht an.

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Michael Herzig: «Ich bin dafür, alle Drogen zu legalisieren.» (Bild: Digitalzh)

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Michael Herzig war bis Ende Juni Strich- und Drogenbeauftragter der Stadt Zürich. Seit seinem Abgang schreibt er nicht nur Krimis, sondern polarisiert auch mit radikalen Vorschlägen. «Ich bin dafür, alle Drogen zu legalisieren», sagte er nun im «SonntagsBlick».

Umfrage
Sollten alle Drogen legalisiert werden?
71 %
4 %
25 %
Insgesamt 3598 Teilnehmer

Cannabis könne man wie Tabak behandeln, Ecs­tasy etwas strenger, allenfalls mit höherem Mindestalter. Härtere Drogen wie Kokain und Heroin sollten Ärzte unter medizinischer Anweisung verschreiben. Drogen gehörten heute zum Nachtleben und führten die Konsumenten nicht automatisch in den Abgrund, so Herzig: «Die meisten funktionieren am Montagmorgen wieder normal.»

Fast alle Politiker sind dagegen

Herzigs Aussagen enttäuschen den Stadtzürcher FDP-Fraktionschef Roger Tognella: «Vor ein paar Jahren hat sich Herzig noch für einen strengen Umgang mit Ecstasy ausgesprochen.» Unverständnis zeigt auch SVP-Fraktionschef Mauro Tuena: «Das führt nur dazu, dass die Leute mehr konsumieren.» Für die Folgekosten müsste die Allgemeinheit aufkommen. Selbst weiche Drogen sind für ihn gefährlich: «Das haben Langzeitstudien gezeigt.»

CVP-Fraktionschefin Karin Weyermann hingegen ist zwar für die Cannabis-Legalisierung, bei anderen Drogen aber skeptisch: «Die negativen Auswirkungen auf den Körper sind zu gross.» Einzig AL-Fraktionschef Andreas Kirstein findet Herzigs Vorschlag sinnvoll, sofern der Jugendschutz eingehalten würde: «So könnte man Drogen entkriminalisieren.»

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • klaus willy am 27.10.2014 07:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gute idee

    eigenveratnwortung sollte wieder vermehrt ins zentrum rücken! die idee finde ich gut das würde auch den schwarzmarkt schwächen und so würden "saubere" drogen verkauft werden können und alles drogen kontrolliert werden! es wird ja sowieso konsumiert daher bringt es aus meiner sicht nichts die konsumenten zu kriminalisieren!

  • Peter am 27.10.2014 07:23 Report Diesen Beitrag melden

    Drogenrangliste

    Nach der allgemein anerkannten Drogengefährlichkeitsrangliste der Universität Bristol befindet sich Alkohol auf Platz 5, Amphetamine auf Platz 8, Tabak auf Platz 9, Cannabis auf Platz 11, Ecstasy auf Platz 18.

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  • Milton Erickson am 27.10.2014 08:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfahrungswert

    Die Idee find ich super! Ich, der jahrelang selber diverse Drogen genommen habe, weiss: Kein Verbot schränkt den Konsum ein. Lieber legalisieren und die Staatlichen Einnahmen in eine vernünftige Drogenprävention und entsprechende Entzugs-und Resozialisierungsprogramme stecken. Was ein grosser Teil der schweizer Bevölkerung nicht versteht, ist das hinter jedem "Drogenmissbrauch" ein anderes eigentliches Problem (häufig psychisch) steht, dass zuerst "bekämpft" werden muss.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Benjamin Baer am 28.10.2014 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee.

    Vorallem würden sich Dealer dann keine goldene Nase mehr damit verdienen. Und man könnte Steuern drauf erheben wie auf die Zigaretten, betreffend Folgekosten. Schon alleine den Kriminellen den Markt wegzunehmen wäre ein Versuch wert.

  • Paulo am 27.10.2014 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das schlimmste ist eh schon legal

    Es gibt eine Droge die man verbieten sollte, Tabak. Beachte den Unterschied sollen, können. Heroin und LSD sind meiner Meinung nach auch zu verbieten aber interessiert mich wenn jemand sein Leben wegwirft? Ob legal oder nicht kosten tun sie sowieso.

  • dicht am 27.10.2014 21:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst Denken und dann ein Meinung aussern

    Leider nicht zu ende gedacht. Aber geben wir Ihm nochmals eine Chance!!!!

  • Alex am 27.10.2014 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Differenzieren?

    Bei Politikern kommen Meinungen von Profis, vor allem unbeauftragten, selten gut an. Da sie zugeben müssten, dass sie keine Ahnung haben. Natur der Sache. Aber "Heroin in der Migros"??? Ich weiss nicht, so reif ist homo sapiens digitalis zur Zeit noch nicht.....

  • Greg Hemp am 27.10.2014 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Greg

    Zitat: CVP-Fraktionschefin Karin Weyermann hingegen ist bei anderen Drogen skeptisch: «Die negativen Auswirkungen auf den Körper sind zu gross.» Ich finde, Frau Weyermann sollte sich an die nun auch schon ein paar Jahre alte Studie von Prof. David Nutt aus England über den Schaden von Drogen halten, aus welcher nämlich hervor geht, dass die Hälfte aller illegalisierten, gängigen Drogen weniger gefährlich sind als Alkohol, Tabak oder auch Cannabis.