Zürich

06. Mai 2014 12:56; Akt: 06.05.2014 13:37 Print

Fünf Investoren sind an Stadionbau interessiert

Gleich fünf private Investoren haben bei der Stadt ihre Dossiers eingereicht, damit Zürich doch noch zu einem Stadion kommt. Darunter sind Halter Immobilien und ein Ex-GC-Präsident.

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Vor dem Match GC - Thun am Sonntag, 22. September 2013 wurde das künftige Stadion in Tortenform präsentiert - gut eineinhalb Stunden später stand das Nein des Stimmvolks zum Projekt fest. So hätte sich das neue Fussballstadion von der Hardturmstrasse her präsentiert. Entworfen wurde es von Burkard Meyer Architekten aus Baden. Das Büro wird nun einen überarbeiteten Vorschlag einreichen. Schon lange warten die Zürcher Fussballklubs und ihre Fans auf ein reines Fussballstadion. 19'500 bzw. 16'000 Sitzplätze wären bei internationalen Partien zu vergeben gewesen. So präsentierte sich das ursprüngliche Projekt von aussen. Unter der Tribüne hätte es so ausgesehen. Für ein Ja legten sich Politiker wie SP-Gemeinderätin Gabriela Rothenfluh, CVP-Gemeinderat Markus Hungerbühler und SP-Hochbauvorstand André Odermatt am 2. September 2013 mächtig ins Zeug. Nur zwei Tage später warben FCZ-Präsident Ancillo Canepa (l.) und GC-Präsident André Dosé zusammen mit den Junioren beider Klubs auf einem Marsch durch die City für ein Ja an der Urne. Auch Plakate fehlten auf dem ganzen Stadtgebiet nicht - alles vergebens. Zusätzlich wäre eine gemeinnützige Wohnüberbauung geplant gewesen. Bei einem neuen Stadionprojekt werden Wohnungen erneut zum Thema - denn es braucht zur Finanzierung eine Mantelnutzung. Das Modell des an der Urne gescheiterten Stadionprojekts mit Blick Richtung Norden. Blick auf das Hardturm-Areal im Modell mit dem Stadion (l.), der Überbauung Hard-Turm-Park (Mitte) und dem Toni-Areal. So hätte sich die Halter AG das Fussballstadion vorgestellt - zwischen Autobahn und SBB-Gleise, direkt neben der geplanten ZSC-Lions-Arena (unten rechts) in Altstetten. Das Stadion wäre mit Hunderten Wohnungen auf dem Hardturmareal quersubventioniert worden. Doch die Stadt wollte davon nichts wissen - zumal die Credit Suisse als wichtige Landbesitzerin hier ein gewichtiges Wörtchen mitzureden hat.

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Nach dem Nein der Stadtzürcher im vergangenen September zu einem öffentlich finanzierten Fussballstadion auf dem Hardturm-Areal hat die Stadt Zürich im Februar diverse potenzielle Investoren angeschrieben, Vorschläge für ein privat finanziertes Projekt einzureichen. Gleich fünf Dossiers sind bis Ende April bei der Stadt eingetroffen, wie Kuno Gurtner, Sprecher des Finanzdepartements, gegenüber dem «Landboten» bestätigt. Eine Arbeitsgruppe werde diese nun genau prüfen. Zu den Namen der Investoren schwieg Gurtner.

Eines der Dossiers stammt gemäss dem Bericht von Halter Immobilien, die bereits in Luzern am Stadionbau beteiligt war. Ihre Idee sei es, das Stadion an einem anderen Ort zu errichten und das Hardturm-Areal für Wohnungen und Büros zu nutzen. Die beiden Letzteren würden das Stadion querfinanzieren. Unklar ist aber, ob die Credit Suisse bei diesem Vorschlag mitziehen würde. Sie hatte der Stadt das Land zum Vorzugspreis von 50 Millionen Franken überlassen – mit der Bedingung, ein Stadion zu bauen. Nun dürfte sie wenig Interesse daran haben, dass eine andere Firma von diesen Sonderkonditionen profitiert und mit einer Überbauung das grosse Geld macht.

Wohnungen als Mantelnutzung

Ein weiteres Dossier stammt laut «Landbote» aus dem Umfeld des ehemaligen GC-Präsidenten Fritz Peter. Er war bereits vor der Stadionabstimmung mit einer Alternative im Gespräch. Peter und die unbekannten Investoren wollen auf dem Hardturm-Areal ein Stadion mit maximal 25'000 Plätzen errichten – querfinanziert durch eine «sanfte Mantelnutzung» mit möglichst vielen Wohnungen. Peter sagt, seine Investoren hätten einen guten Draht zur Credit Suisse.

Wer hinter den anderen drei Dossiers steckt, ist nicht bekannt. Die Firma HRS, die bereits die neuen Stadien in St. Gallen, Neuenburg und Biel baute oder noch baut, wollte sich nicht dazu äussern. Sicher ist: Bei einem der fünf Investoren sind die Architekten des gescheiterten Projekts der Stadt, Burkard Meyer aus Baden mit im Boot – und zwar mit einem überarbeiteten Entwurf.

(rom)