Europaallee

30. August 2017 19:46; Akt: 30.08.2017 19:46 Print

Ein Kosmos voller Kinos, Bücher und Gastro

In der Europaallee wird am Wochenende das mit Spannung erwartete Kulturhaus Kosmos eröffnet. Es soll viele Kulturkanäle verbinden.

Filmemacher und Mitinitiant Samir gibt Auskunft über das neue Kulturhaus.
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Wer in das neue Kulturhaus Kosmos eintritt, wird von einer modernen, betonlastigen und offenen Architektur überrascht. Die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Bereichen sind kaum spürbar. Wenn, dann sind da höchstens ein paar Säulen. Selbst die zentrale Treppe ist nicht nur eine simple Verbindung, sondern hat noch eine weitere Funktion: Sie ist auch ein Forum mit rund 300 Sitzplätzen. Dort finden beispielsweise Lesungen statt.

«Die Idee dahinter ist, dass der Kosmos nicht eine Addition von verschiedenen kleineren Kulturzentren ist, sondern ein Hybrid und eine komplette Einheit bildet», sagt Kosmos-Geschäftsführer Martin Roth. Zu dieser Einheit gehört im Erdgeschoss ein Bistro, das den ganzen Tag Frühstück serviert – oder etwa ein Tatar. Man findet eine Bar, die spätabends gelegentlich zum Klub wird. Im Obergeschoss wartet weiter eine Buchhandlung mit einigen Arbeitsplätzen und einer Kaffeebar. Im Untergeschoss schliesslich sind sechs Kinosäle untergebracht.

So sieht das Kulturhaus Kosmos aus

In diesen will das Kosmos den Spagat zwischen typischen Arthouse-Filmen und Mainstream-Titeln wagen: So liegt der Fokus zwar auf Arthouse-Filmen, doch im grössten Saal mit rund 200 Sitzplätzen wird im Dezember etwa der neue «Star Wars»-Film gezeigt.

«Kein Widerspruch»

Besonders ist auch die Lage: Das Kulturhaus befindet sich am Übergang von der Langstrasse zum neuen Stadtteil Europaallee. Dieser ist nicht zuletzt der Alternativen Liste wegen der Gentrifizierung ein Dorn im Auge. Und ausgerechnet in dieser Partei ist Filmproduzent Samir, einer der beiden Initianten des Projekts, Mitglied. Er sagt dazu: «Die Frage war, was passiert, wenn wir das nicht machen? Lieber leben wir mit diesem Widerspruch und schauen aber, dass wir gute Inhalte an die Leute bringen können, die dieses Angebot hier nicht erwartet hätten.»

Die Kosten für das ganze Projekt liegen laut den Verantwortlichen bei rund 16 Millionen Franken. Rund die Hälfte davon wird von der Europaallee-Entwicklerin SBB vorfinanziert und vom Kosmos über die Dauer des Mietvertrags von 20 Jahren inklusive Zinsen zurückbezahlt. Die andere Hälfte wird von privaten Investoren beigesteuert. Die Kosmos-Macher betonen, dass ihr Kulturhaus ohne staatliche Subventionen realisiert und betrieben wird.

Grosses Eröffnungs-Wochenende mit Filmen, Konzerten und vielem mehr am 2. und 3. September.

(tür)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • EA am 30.08.2017 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top

    Sehr cool, freue mich auf diese Bereicherung! Ist doch toll wenn Investoren ein solches Konzept wagen.

  • Amina123 am 30.08.2017 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist doch gelungen

    also die bar sieht gelungen aus,find ich.was auch positiv ist,das man ausser popkorn noch richtige speisen serviert bekommt. finds nicht 'steril"

  • marko 32 am 30.08.2017 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel Stanislaus Martel am 31.08.2017 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Den Versuch wert

    Lieber so etwas als ein steriles McDonalds und ein Banker-Club.

  • Gerd M. am 31.08.2017 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Freut mich, dass es noch Menschen gibt

    die ohne Subventionen so ein Projekt wagen. Wäre doch ein Vorbild für andere linke Institutionen! Und es freut mich für Bruno Deckert, dass er in einem anderen Interview, das Kosmos als Gegenpol zur trumpschen Verblödung proklamiert. Hat er sich doch damit eine Sitzung beim Psychiater erspart! Mit dieser Aussage hat er es sich und dem Kosmos einen Bärendienst erwiesen. Etliche Donatoren, Spender und Sympathisanten werden es sich überlegen. Und wann begreifen die "kunstschaffenden Pseudointellektuellen" es einmal, wir wollen Kunst, Unterhaltung - keine Indoktrination.

  • Jo Terry am 31.08.2017 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Kulturzentrum

    Kinos, Bücherei und Bar...ist ja ganz was neues. Vorher waren da Ateliers und Ausstellungen der lokalen Kunstszene. DAS war Kultur!

  • Barbara am 31.08.2017 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Züri

    Freu mich !Darum liebe ich Zürich immer innovativ bereit etwas neues zu wagen!

  • Beat Meier am 31.08.2017 05:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Graesslich

    Wieder ein Ort wo sich die alternativ 50 J. coolen gruenen Hipster selber langweilen koennen. Gute Architektur sucht man leider dort vergebens. Bleibt einfach bitte alle in Zueri und gut ist. Ich sehe schon in 20 J. wie alle diese neu gebauten Hamsterrad Kartonschachteln grau zerfallen und von Moos und Unkraut ueberwuchert werden. Fuer Strassenbanden werden sie ideale Rueckzugsorte sein.