Auktion floppt

02. November 2011 10:02; Akt: 02.11.2011 10:36 Print

Niemand will die Zürcher Weihnachtsstäbe

Die unbeliebte Weihnachtsbeleuchtung der Stadt Zürich wartet seit zwei Jahren auf einen Käufer. Auch der jüngste Versuch, die 275 Leuchtstäbe loszuwerden, ist gescheitert.

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St. Gallen richtet seit 2010 mit der grossen Kelle an: Über drei Millionen Franken kostete das Sternendach «Aller Stern». Das Publikum applaudierte am 23. november 2010 an der Premiere trotz der hohen Kosten: «Die Sterne sind phantastisch, einfach traumhaft», so ein Zuschauer. In Zürich feierte 2010 «Lucy» ihre Uraufführung. Die 1,1 Kilometer lange Weihnachtsbeleuchtung hängt teilweise nur drei Meter über der Bahnhofstrasse. Zuvor sorgte fünf Jahre lang «The World's largest Timepiece» für viel Kopfschütteln bei den Zürchern. Nach ihrer Ausserdienststellung erwiesen sich die Leuchtröhren als Ladenhüter. In Luzern leuchtet seit 2010 «Lulu», die aus der gleichen Designküche wie «Lucy» stammt. Erstmals wird dabei die Seebrücke in einen leuchtenden Mantel gehüllt (im Bild die Rathausbrücke). Basel rüstet im Weihnachts-Business weiter auf: Neben dem traditionellen Weihnachtsmarkt mit seiner spektakulären Beleuchtung öffnete 2010 erstmals der «Winterzauber» bei der Messe Basel seine Tore. Gemächlicher geht es derweil in Bern zu und her: Das Lichtermeer in der Altstadt strahlt wie eh und je. Neu für 2010 sind nur 5000 stromsparende LED-Lämpchen. Protziger geht es da im Ausland zu und her: In Wien hängen Kronleuchter über den Gassen. Die Pariser Prachtstrasse Avenue des Champs-Élysées erstrahlt in einem gigantischen Lichtermeer. In der Londoner Regent Street wird die Weihnachtsstimmung vom vielen Verkehr gestört. Das Rockefeller Center in New York verfügt neben tausenden Leuchten über eine Eisbahn. Auch Asien feiert neuerdings Weihnachten, wie die Beleuchtung einer Strasse in Bangkok zeigt. Rio de Janeiro lässt es richtig krachen.

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Auch die Auktion durch ein Online-Auktionshaus brachte keinen Verkaufsabschluss: «The World's Largest Timepiece», die unbeliebte, ehemalige Zürcher Weihnachtsbeleuchtung, hat zwei Jahre nach dem letzten Einsatz immer noch keinen Käufer gefunden.

Die 275 Leuchtstäbe waren während mehrerer Wochen bei einem Industrie-Auktionshaus zum Kauf ausgeschrieben. Der angegebene Mindestpreis für einen einzelnen Stab betrug 1000 Franken. Die ganze Lichtinstallation war für 300 000 Franken zu haben. Das ist nur noch ein Drittel des ursprünglich vorgesehenen Preises.

Doch auch die drastische Preisreduktion brachte keinen Käufer. Die Aktion habe leider nicht eingeschlagen, sagte Markus Hünig, Präsident der Vereinigung Zürcher Bahnhofstrasse, am Mittwoch auf Anfrage der sda. Er bestätigte entsprechende Medienberichte, gemäss denen immer noch kein Käufer gefunden ist.

Den Preis noch weiter zu senken, um die Stäbe doch noch loszuwerden, ist für Hünig aber der falsche Weg. «Es liegt nicht am Preis, sondern an der Grösse der Installation», sagte er weiter. Aufgeben will Hünig aber nicht. Man sei immer noch in Gesprächen. Zwei Kunden aus dem Ausland hätten noch Interesse.

Stäbe warten in Lagerhalle auf Käufer

Bereits kurz nach Auktionsende im September sagte Hünig gegenüber der sda, dass man zwar noch keinen Kauf vermelden könne, aber mit Interessenten im Gespräch sei und etwas warten müsse. Lange warten kann Hünig jetzt jedoch nicht mehr.

Die Leuchtstäbe liegen seit ihrem letzten Einsatz vor zwei Jahren in einer Lagerhalle des Elektrizitätswerkes der Stadt Zürich. Dieses will die Halle im Lauf des nächsten Jahres aber wieder für eigene Zwecke nutzen. Was dann mit den Stäben passiert, ist unklar.

Im Advent 2010 wurde das «Timepiece» durch den neuen Sternenhimmel «Lucy» ersetzt. Mit seinen 12 000 Kristallen bringt dieser wieder mehr Weihnachtsstimmung in die Zürcher Bahnhofstrasse als die kühlen Stäbe.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • thierry lüssi am 03.11.2011 00:43 Report Diesen Beitrag melden

    Letten

    Ich würde die Beleuchtung beim obern Letten instalieren

  • manuel baumann am 02.11.2011 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ich fand die Stäbe gut! Warum muss Weihnachten denn immer mit Kitsch zu tun haben?

  • Susanne am 02.11.2011 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Zwangsbesitzer:

    Jeder, von denen, welcher JA sagte zu dieser grausigen Weihnachtsverschandelung müsste gezwungen werden einen solchen Stab zu kaufen !!!

    • Nicolas am 03.11.2011 07:36 Report Diesen Beitrag melden

      Antrag angenommen!

      Ausgezeichnete Idee! ;-)

    einklappen einklappen
  • Hans Müller am 02.11.2011 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    Gebt's der ERZ

    Mann sollte dieses Kunstwerk zusammen mit dem Künstler und ein paar 100 Stutz an 'Entsorgung und Recycling Zürich' übergeben. Die wissen was damit zu tun ist und wie es möglichst umweltgerecht einer neuen Bestimmung zu kommt.

  • Simpizissimus am 02.11.2011 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Baut doch einfach...

    ...endlich einen Tunnel unter dem See durch, dann kann man endlich Zürich staufrei(er) umfahren und die Beleuchtung für den Tunnel hätte man schon.

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