Zürich

11. Mai 2017 10:34; Akt: 11.05.2017 10:34 Print

Veganer-Initiative geht Stadtparlament zu weit

Jeder Anlass müsste künftig vegane Speisen anbieten – das unter anderem will die Veganer-Initiative. Das Zürcher Stadtparlament unterstützt nun aber einen Gegenvorschlag.

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Die Initiative der Denkfabrik Sentience Politics und der Jungen Grünen fordert unter anderem ein tägliches veganes Menü in sämtlichen städtischen Betrieben und Institutionen. Auch soll künftig für Veranstaltungen die Auflage gelten, dass vegane Speisen angeboten werden müssen. Weiter soll eine Stiftung zur Förderung einer nachhaltigen pflanzlichen Ernährung gegründet werden.

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Der Stadtrat lehnt die Initiative aber ab, da er andere Wege als zielführender erachtet. Der Fokus der Initiative liege allein auf der Förderung der pflanzlichen Ernährung, die einen Teilaspekt der nachhaltigen und gesunden Nahrung darstelle. Aus ökologischer Sicht fehlten Aspekte wie Regionalität, Saisonalität, Transport, Bodenbewirtschaftung und Food Waste.

Gemäss Stadtrat setzt sich die Stadt Zürich für das Grundanliegen der Initiative für eine nachhaltige und faire Ernährung bereits vielfältig ein, beispielsweise mit «vegetarischen und klimafreundlichen Menüangeboten» sowie Projekten zur Verhinderung von Food Waste, also der Verschwendung von Nahrungsmitteln.

Ergänzung der Gemeindeordnung

Auch eine Mehrheit des Gemeinderates stellte sich am Mittwochabend hinter die Argumente des Stadtrates. Die Initiative sei gut gemeint, gehe aber einfach zu weit, hiess es beispielsweise von der AL. Einzig die Grünen setzten sich für das Anliegen der Initianten ein. Unterstützt von SP und GLP stellten sie der Initiative zudem einen Gegenvorschlag gegenüber.

Damit soll in der Gemeindeordnung der Artikel zur Erreichung der 2000-Watt-Gesellschaft mit einer weiteren Ziffer ergänzt werden. Darin soll festgehalten werden, dass die umweltschonende Ernährung gefördert und mehr über den Einfluss der Ernährung auf das globale Klima informiert werden soll.

Für die AL macht der Gegenvorschlag die Sache aber nicht besser: Das Anliegen gehöre nicht in den Artikel der 2000-Watt-Gesellschaft, sagte der AL-Sprecher. Die CVP wehrte sich gegen Vorschriften, wie man sich verpflegen soll, und SVP und FDP sprachen von Bevormundung.

«Sympathisches Anliegen»

Dem widersprach der Sprecher der Grünen: Es gehe nicht um Bevormundung, sondern um Information und Fakten. Stadträtin Claudia Nielsen (SP) erklärte, dass der Stadtrat das «sympathische Anliegen» entgegennehme.

Der Rat unterstützte den Gegenvorschlag schliesslich mit 61 Ja- zu 55 Nein-Stimmen. Die Weisung geht nun in die Redaktionskommission, die Schlussabstimmung findet in ein paar Wochen statt. Das letzte Wort hat das Stadtzürcher Stimmvolk.

Hinter dem Begehren stehen Initianten rund um die Denkfabrik Sentience Politics. Die Organisation setzt sich für die Interessen von empfindungsfähigen Lebewesen ein. Sie reichte ähnliche Initiativen in Basel-Stadt und Luzern ein.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fleischesser am 11.05.2017 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    dann soll jedes vegi restaurant doch auch fleisch anbieten.

  • Ruedi am 11.05.2017 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so....

    über Vegetarier kann man ja noch diskutieren, obwohl bereits da frage ich mich, warum der Mensch wohl ein so ausgeprägtes Gebiss hat. Wohl kaum um Salat zu zerkleinern. Der vegane Kult geht mir leider definitiv zu weit. Nimmt sektenhafte Züge an....

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  • Patrick Smart am 11.05.2017 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesunder Menschenverstand?

    Veganer und Quotenjäger leben gegen jeglichen gesunden Menschenverstand. Meine Meinung.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • thore andre flo am 11.05.2017 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gahts no

    gehts noch? jeder anbieter sollte das essen anbieten, was er will. es wird ja niemand gezwungen, dort zu essen. ich kann ja schliesslich in einem vegi restaurant auch nicht mein steak bestellen und essen. aber esst ruhig weiter das essen meines essens

  • Grosi59 am 11.05.2017 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von Baby bis Altersheim

    Jedes Restaurant soll bitte ein Diabetiker-Menu anbieten, schliesslich gibts mehr Diabetiker als Veganer! Und zudem sind Diabetiker wirklich krank und die Veganer haben einen Dachschaden! Nicht zu vergessen, dass ALLE Restaurants noch ein Breimenu für Kleinkinder anbieten müssen und glutenfreie Menüs für ECHTE Zöilakie-Erkrankte, sonst fühlen die sich ALLE diskriminiert bis zu meinem kleinen Enkel und meine alten Eltern vertragen nur noch Schonkost...

  • Experte am 11.05.2017 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich!

    Pflanzliche Ernährung also! Wenn ich diverse Preise einiger Pflanzlichen Produkte anschaue wird mir übel. 3 gr. getrocknete Peterli kosten im Laden CHF 3.85. das wären bei einem Kilo dann sage und schreibe CHF 1283.33. Für das kaufe ich mir gut 3Kilo Japanisches Wagyu Beef. 1Kilo frischer Schnittlauch kostet CHF 90.00. Da stimmt doch etwas nicht mehr!

  • Realist am 11.05.2017 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Veganismus

    In seiner militanten Ausprägungsform ist eine Art Religion, deren Anhänger meinen, dass auf dieser Welt weniger Tiere leiden müssen, wenn sie und ein paar wenige weitere Anhänger dieser Ideologie wegschauen und ihr Gewissen beruhigen, indem sie alle tierischen Produkte für sich ablehnen. Wie bei den meisten Extremformen von Religionen haben auch sie das Gefühl, dass ihre Ideen die richtigen seien und sich gefälligst die anderen sprich die Gesellschaft daran ausrichten sollten!

  • Martin am 11.05.2017 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Auf den Geschmack gebracht

    Letzter Auftrag erledigt, bald ist Feierabend. Danke euch allen für die Inspiration fürs Nachtessen; .. einen grossen frischen Salat und ein dickes Rinsdsteak dazu!