Bezirksgericht Dietikon

26. November 2011 15:18; Akt: 26.11.2011 15:20 Print

Sturz in Liftschacht mit Folgen

von Attila Szenogrady - Ein Dachdecker ist auf einer Baustelle in einen Liftschacht gestürzt und in einer Wasserlache ertrunken. Laut Anklage sind der Bauleiter sowie drei weitere Beschuldigte für den Tod des Mannes verantwortlich.

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Der tragische Vorfall ereignete sich am 28. November 2007. Damals suchte ein 40-jähriger Dachdecker aus Dietikon am Abend eine Baustelle an der Dorfstrasse in Geroldswil auf. Der selbständige Unternehmer wollte noch Abdichtungsarbeiten ausführen. Um 16.30 Uhr betrat er im Erdgeschoss einen vermeintlich gesicherten Liftschacht.

Dann passierte das Unglück. Da das Gerüstbrett über dem Schacht schräge gestellt und nicht fachmännisch vernagelt war, stürzte der Geschädigte durch eine zu grosse Öffnung über vier Meter weit in die Tiefe. Er zog sich eine schwere Schädelverletzung zu und blieb bewusstlos liegen. Fatalerweise hatte vorerst niemand den Unfall bemerkt. Mit schlimmen Folgen: So ertrank der ohnmächtige Geschädigte in einer sechs Zentimeter hohen Wasserlache.

Wegen fahrlässige Tötung eingeklagt

Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis leitete eine Strafuntersuchung ein und erhob im September 2010 gegen vier Personen Anklage wegen fahrlässiger Tötung sowie fahrlässiger Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde.

Am Freitag mussten sich die Angeklagten vor dem Bezirksgericht Dietikon verantworten. Es handelte sich dabei um den verantwortlichen Bauleiter, einen Bauführer, einen Polier sowie einen Liftmonteur. Die Anklage lastete ihnen Verletzung der Sorgfaltspflichten an, indem sie es unterlassen hätten, den Liftschacht korrekt zu sichern. Die Strafanträge lauteten auf 150 Tagessätze zwischen 80 Franken sowie 160 Franken. Sowie auf Bussen bis zu 6000 Franken.

Freisprüche verlangt

Die Verteidiger plädierten dagegen auf volle Freisprüche und wiesen eine strafrechtliche Verantwortung ihrer Klienten zurück.

Die Anwälte sahen einen direkten Zusammenhang zwischen der fehlerhaften Erstellung des Gerüstbretts und dem fatalen Tod des Dachdeckers als nicht erstellt an. Der Prozess nahm einen ganzen Nachmittag und mehrere Abendstunden in Anspruch. Das Urteil erfolgt später.

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