Ausgeliefert

20. September 2012 10:08; Akt: 20.09.2012 12:02 Print

Kaufleuten-Mörder ist wieder in der Schweiz

Shivan M., der vor dem Zürcher Club Kaufleuten einen 23-Jährigen erstochen haben soll, ist von Norwegen in die Schweiz ausgeliefert worden. Er war nach der Tat geflüchtet. Jetzt sitzt er in einem Zürcher Gefängnis.

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Am Montag nach der Bluttat vom 15. Juli 2012 veröffentlichte die Kantonspolizei einen Fahndungsaufruf nach dem mutmasslichen Täter Shivan M. Der 21-jährige Iraker mit Wohnsitz im Bezirk Meilen konnte rund zwei Wochen nach der Tat in einer Stadt im Süden von Norwegen verhaftet werden. Der 23-jährige Vigan M. und sein Bruder Visar waren gegen drei Uhr morgens am 15. Juli 2012 von Shivan angegriffen und niedergestochen worden. In dessen Folge kam Vigan ums Leben, sein 20-jähriger Bruder wurde schwer verletzt. Hier, in dieser Querstrasse vor dem Kaufleuten, kam es zum tödlichen Streit. Die Polizei bei der Tatortsicherung am Morgen. Vigan M. starb noch auf dem Trottoir. Sein Bruder erlitt schwere Verletzungen an inneren Organen und überlebte die Tat nur knapp. Shivan M. floh mit dem Auto und fuhr bis nach Norwegen zu Verwandten. Einige Zeit vor der Tat kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Shivan und Vigan. Die Polizei musste eingreifen und schlichten, nachdem es zwischen den Brüdern und Shivan zu einer Schlägerei gekommen war. Gemäss Valentin Landmann, dem Anwalt von Shivan M., sei dieser dabei übel zugerichtet worden. Alle drei erhielten darauf Hausverbot beim Kaufleuten. Shivan M. ging weg, während die Brüder vor dem Club blieben und schwatzten. Shivan drohten den beiden noch, er werde sie aufschlitzen. Mit einem Freund begab er sich danach auf die Suche nach Unterstützung. Ein Kollege besorgte ihm schliesslich ein Butterfly-Messer. Zu dritt fuhren sie zurück zum Kaufleuten. Bereits im Auto kündigt Shivan seine Mordabsichten an. Er habe beschlossen die anderen, allen voran Vigan, aufzuschlitzen und zu töten. Vor dem Kaufleuten steigt Shivan aus dem Auto und sticht gemäss Anklageschrift ohne Vorwarnung auf Vigan ein. Nach der Tat prahlte er im Auto noch mit dem blutigen Messer in der Hand wie grausam er das Opfer getötet habe.

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Der 21-jährige Shivan M., der im Juli vor dem Zürcher Klub Kaufleuten den 23-jährigen Vigan M. im Streit getötet haben soll, ist in die Schweiz ausgeliefert worden. Der Mann hatte sich nach der Tat nach Norwegen abgesetzt. Der Staatsanwalt stellte Antrag auf Untersuchungshaft

Shivan M. sitzt derzeit in Zürich in Haft, wie es in einer Mitteilung der Zürcher Oberstaatsanwaltschaft vom Donnerstag heisst. Der 21-Jährige war am Dienstag von Norwegen in die Schweiz ausgeliefert worden. Am Mittwoch wurde er erstmals vom zuständigen Staatsanwalt einvernommen, wie es weiter heisst.

Aus ermittlungstaktischen Gründen könnten derzeit keine weiteren Informationen zu diesem Straffall erteilt werden, schreibt die Oberstaatsanwaltschaft.

Was genau am frühen Sonntagmorgen des 15. Juli vor dem Zürcher Klub geschah, ist weiterhin nicht klar. Sicher ist, dass es gegen 4 Uhr zu einer Auseinandersetzung zwischen drei jungen Männern gekommen war. Im Verlauf dieses Streits wurde der 23-Jähriger Vigan M. getötet und sein 20-jähriger Bruder schwer verletzt.

Bruder des Opfers wird befragt

Wie es dem Bruder des Getöteten geht, konnte der Staatsanwalt nicht sagen. Der 20-jährige sei von der Polizei aber zum Streit befragt worden. «Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen», sagte Scherrer. Dies war bis jetzt auch nicht möglich, weil Aussagen von Opfern und Zeugen in Anwesenheit des Beschuldigten durchgeführt werden müssen.

«Zur Schonung der Opfer schaut man, dass sie möglichst nur ein- oder zweimal befragt werden», sagte Scherrer. Damit sie einander nicht gegenübersitzen müssen, wird die Befragung per Video übertragen.

Weil die Tat an einem öffentlichen Ort geschah, gibt es zahlreiche weitere Zeugen. Auch diese müssen noch befragt werden. «Es werden nun umfangreiche Ermittlungen stattfinden», sagte der zuständige Staatsanwalt.

Der mutmassliche Täter war nach dem Streit geflüchtet. Noch in der gleichen Nacht hatte er sich ins Ausland abgesetzt. Rund zwei Wochen später, am 29. Juli, wurde er in Norwegen aufgrund eines internationalen Haftbefehls verhaftet.

(sda)

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