Patrick Liotard-Vogt

29. März 2016 05:44; Akt: 29.03.2016 11:33 Print

Jetsetter gab im Ferrari zu viel Gas

von A. Szenogrady/M. Lüssi - Patrick Liotard ist zweimal am Steuer von Luxuskarossen in die Radarfalle getappt. «Mit diesen Fahrzeugen ist man extrem schnell zu schnell», sagt der Millionär.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bekannt wurde Patrick Liotard-Vogt als Jungunternehmer und Besitzer von «A Small World», einer Art Facebook für Superreiche. Der Enkel eines vermögenden Nestlé-Chefs und Jetsetter führt ein Leben in Saus und Braus. Dazu gehören auch Luxusfahrzeuge mit viel PS.

Wenn er mit diesen unterwegs ist, gelingt es dem 31-Jährigen aber nicht immer, sich ans Tempolimit zu halten. Das geht aus einem Strafbefehl hervor, den die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat gegen Liotard-Vogt erlassen hat.

Im Ferrari 40 km/h zu schnell

Der Geschäftsmann sass im Mai 2014 am Steuer seines Ferrari California, als er auf der Seestrasse an der Zürcher Goldküste bei Uerikon mit 100 km/h geblitzt wurde – erlaubt sind an dieser Stelle lediglich 60 km/h.

Zu eilig hatte er es auch im Oktober 2015 auf der A1 in Hagenbuch ZH: Das Limit von 120 km/h überschritt er am Steuer seines Mercedes um 34 km/h.

«Ich war übermotiviert, in Cannes anzukommen»

Die Staatsanwaltschaft hat Liotard-Vogt nun wegen fahrlässiger grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer Busse von 600 Franken und einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 150 Franken verurteilt. Weil er ein Wiederholungstäter ist, muss er nicht nur die Busse, sondern auch die Geldstrafe von insgesamt 9000 Franken bezahlen.

Zu 20 Minuten sagt Liotard-Vogt: «Grundsätzlich achte ich auf die Einhaltung der Verkehrsregeln.» Aber: «Mit diesen Autos ist man extrem schnell zu schnell unterwegs oder man merkt die Geschwindigkeit kaum.» Doch er stehe zu seinen Fehlern und bedaure sehr, zu schnell gefahren zu sein.

Zur allzu rasanten Fahrt im Ferrari sagt er: «Ich war unterwegs ans Filmfestival von Cannes und war übermotiviert, rechtzeitig dort anzukommen.»

Führerschein ist für mindestens zwei Jahre weg

Das Strassenverkehrsamt belegt Liotard-Vogt mit einem Fahrverbot. Er sagt: «Ich akzeptiere meine Strafe und gebe den Führerschein für mindestens zwei Jahre ab.» Damit könne er sich arrangieren: «Glücklicherweise ist der öffentliche Verkehr in der Schweiz gut ausgebaut, und bei Bedarf steht mir auch ein Chauffeur zur Verfügung.» Meist sei er aber sowieso auf Reisen, und sein Wohnsitz befinde sich in der Karibik.

Liotard-Vogt ist glücklich über den relativ tiefen Tagessatz seiner Geldstrafe: Er sei in der Schweiz abgemeldet und nicht mehr steuerpflichtig. In anderen Fällen hatte die Zürcher Justiz Multimillionären bei Verkehrsdelikten den Maximal-Tagessatz von 3000 Franken aufgebrummt.