Unkorrekt und fahrlässig

12. Juli 2013 08:38; Akt: 12.07.2013 14:34 Print

ETH entzieht Doris Fiala den Mastertitel

Die von FDP-Nationalrätin Doris Fiala im Rahmen ihrer ETH-Weiterbildung verfasste Masterarbeit enthält Plagiate. Ihr Mastertitel wird aberkannt. Dies hat die ETH Zürich mitgeteilt.

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Doris Fiala ist ihren Mastertitel los.

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Die von FDP-Nationalrätin Doris Fiala im Rahmen ihrer ETH-Weiterbildung verfasste Masterarbeit enthält Plagiate. Dies hat ein von der ETH Zürich in Auftrag gegebenes externes Expertengutachten ergeben. Der Rektor bewertet die Unkorrektheiten als «nicht unerheblich» und erklärt die Arbeit für nicht bestanden.

Der Verdacht, dass Doris Fiala in ihrer Masterarbeit im Rahmen des ETH-Weiterbildungsprogramms «Master of Advanced Studies in Security Policy and Crisis Management» (MAS ETH SPCM) wissenschaftlich unkorrekt gearbeitet hat, hat sich erhärtet. Ein externes Expertengutachten weist zweifelsfrei nach, dass die Autorin in ihrer Arbeit «Die schweizerische Migrationspolitik im Kontext der nationalen Sicherheit und globaler Zusammenhänge» zahlreiche Inhalte ohne korrekten Nachweis aus fremden Quellen übernommen hat, schreibt die ETH in einer Medienmitteilung.

Fiala hat aus der Sicht der ETH fahrlässig gehandelt und die Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens klar verletzt. «Wer eine wissenschaftliche Arbeit verfasst, muss immer sorgfältig und korrekt mit dem geistigen Eigentum anderer umgehen», hält Rektor Lino Guzzella fest, der für die Lehre an der ETH Zürich verantwortlich ist.

Fiala wills nochmals anpacken

Fialas Arbeit wird nachträglich als «nicht bestanden» bewertet. Die Nationalrätin kann den Titel «Master of Advanced Studies» nicht mehr führen. Sie kann sich jedoch wieder für den MAS ETH SPCM bewerben und um Anrechnung der bisherigen Studienleistungen ersuchen, hält die ETH Zürich fest. Eine allfällige neue Masterarbeit müsste sie zu einem anderen Thema verfassen.

Genau dies werde sie tun, schreibt Fiala. Sie werde umgehend die Neu-Immatrikulation an die Hand nehmen. Die Politikerin steht - und stand von Anfang an - zu ihren Fehlern, die aufgrund mangelnder Sorgfalt entstanden seien. In ihrem Communiqué betont sie, dass die ETH ihr fahrlässiges Handeln attestiere und nicht vorsätzlichen Betrug vorwerfe.

Fiala nennt zwei Hauptgründe dafür, dass sie auf den Mastertitel «nicht einfach verzichte»: Sie habe Fehler gemacht, und sie wolle «den fehlerhaften Zustand möglichst rasch beheben». Zudem habe sie als erste Frau - und erste Nicht-Akademikerin - am MAS-Programm teilgenommen. Sie fände es «sehr unschön, wenn ausgerechnet die erste Frau auf einem Misserfolg sitzen bliebe».

Die ETH ihrerseits zieht Lehren aus dem Fall und stärkt die Verankerung ihrer Regeln für die wissenschaftliche Praxis.

(kub/sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zürcher am 13.07.2013 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Fiala-Rechnung geht nicht mehr auf

    Zürcher-FDP soll Frau Fiala nach Hause schicken + den Zürcher FDP-Mann Herr Walti nach Bern schicken.

  • Beni Wider am 13.07.2013 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau Fiala hat es nicht nötig 

    Wer sie kennt, weiss, dass sie eine Powerfrau ist und den Titel gar nicht brauchen würde. Sie machte es für sich und nicht für den Titel. Schön, eine solche Frau im Bekanntenkreis - und in der Politik - zu haben.

  • Hans am 12.07.2013 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    Was gibt es da noch zu rechtfertigen

    Es braucht auch keine Neuauflage, das Image ist so oder so beschädigt.

  • Liane am 12.07.2013 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrlaessig?

    Das war ja wohl klar Vorsatz! Das Uebernehmen fremden geistigen Eigentums ohne Quellenangabe - sprich einfach Abschreiben - kann man ja wohl kaum aus Versehen machen!

  • Jürg Wehrli am 12.07.2013 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Zu wessen Schaden ist wohl klar

    Was ist das für eine ETH, deren mangelnde Vorprüfung jemanden derart einfach mit einer Arbeit durchsegeln lässt, egal welcher Promi-Status da mitsegelt, und nachher erst auf öffentlichen Druck hin eine eigentliche inhaltliche Prüfung vornimmt? Die Verantwortlichen werden wahrscheinlich behaupten, das Kontrollsystem habe sich ja als funktionstüchtig erwiesen. Unsinn. Es hat geschlampt. Der ganze Vorgang ist nur zum Schaden des Ansehens der Einen: Nein, nicht der Frau Fiala, sondern der ETH!

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