Zürich

17. September 2017 14:52; Akt: 17.09.2017 14:52 Print

Setzen Linksextreme Baustellen in Brand?

In letzter Zeit gab es in der Region Zürich viele Brandstiftungen mit mutmasslich linksextremem Hintergrund. Dies beschäftigt jetzt auch den Nachrichtendienst des Bundes.

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Zwei ausgebrannte Bagger auf der Greencity-Baustelle. Oft treffen die Anschläge die Implenia. (Bild: Stapo Zürich )

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Mitte August gingen auf der Greencity-Baustelle in Zürich-Leimbach zwei Bagger des Bauunternehmens Implenia in Flammen auf, laut der Polizei waren Brandstifter am Werk. Bereits einige Tage zuvor hatten Unbekannte einen ­Implenia-Bagger auf einer Baustelle in Schlieren angezündet. Anfang Juli legten Unbekannte auf der Baustelle des Polizei- und Justizzentrums (PJZ) im Kreis 4 Feuer, und im Juni brannte ein Implenia-Lieferwagen in Zürich aus. Eine Serie ähnlicher Brandstiftungen beschäftigt derzeit auch Basel.

Anfang Juli legten Unbekannte auf der Baustelle des Polizei- und Justizzentrums (PJZ) in Brand.

In allen Fällen vermutet die Polizei, dass die Täter aus dem linksextremen oder anarchistischen Milieu stammen. Darauf deuten auch Berichte in einschlägigen Internetforen. Linksextreme Kreise haben unter anderem das Bauunternehmen Implenia ins Visier genommen, weil es sich am Bau des Ausschaffungsgefängnisses Bässlergut in Basel beteiligt.

Bisher keine Festnahmen

«In den letzten Monaten hatten wir eine Häufung von Brandstiftungen an Firmenfahrzeugen», bestätigt Marco Cortesi, Informationschef der Zürcher Stadtpolizei dem «Tages-Anzeiger». Bisher gab es im Zusammenhang mit diesen Brandstiftungen keine Festnahmen, so Cortesi. Er betont aber, dass in all diesen Fällen die Ermittlungen und die Fahndung nach der Täterschaft nach wie vor am Laufen seien.

Inzwischen befasst sich auch der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) mit den Brandstiftungen. «Dem NDB sind diese Serien in Basel und Zürich bekannt, und der NDB steht mit den entsprechenden Behörden in Kontakt», erklärt Sprecherin Carolina Bohren. Gewalttätige Linksextreme in der Schweiz hätten ihren Protest gegen die Asyl- und Migrationspolitik der Schweiz verstärkt. Dabei wenden sie laut Bohren auch immer wieder starke Gewalt an und scheuen vor Personenschäden nicht zurück.

Die Zürcher Polizei steht wegen den Brandstiftungen in engem Kontakt mit den Basler Brand­ermittlern. In Basel wurden Baustellen inzwischen besser gesichert, und die Behörden haben betroffenen Unternehmen empfohlen, Firmenlogos von ihren Fahrzeugen zu entfernen. Dieser Ratschlag stiess auch in Zürich auf offene Ohren. Cortesi: «Wenn wir feststellen, dass Firmen in den Fokus von extremistischen Kreisen geraten könnten, gehen wir aktiv auf diese zu und beraten sie in präventiver Hinsicht.»

Übernommen vom «Tages-Anzeiger», bearbeitet von 20 Minuten.

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