Koch-Areal

21. September 2016 14:27; Akt: 21.09.2016 14:27 Print

Stadt bietet Lärm-Opfern Ersatzwohnung an

Viele Anwohner fühlen sich durch den Lärm, der vom besetzten Koch-Areal ausgeht, gestört. Die Stadt bot deshalb Betroffenen eine städtische Wohnung an. Das stösst auf Unverständnis.

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«Wir befinden uns seit drei Jahren im Ausnahmezustand, optisch und akustisch», sagt eine langjährige Nachbarin des Koch-Areals, die anonym bleiben will. Das 30'000 Quadratmeter grosse Grundstück an der Rautistrasse in Albisrieden gehört der Stadt Zürich. Sie will dort Hunderte von Wohnungen, günstige Gewerberäume und einen Park erstellen.

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Für die nächsten paar Jahre wohnen aber noch Besetzer auf dem Areal, was die Anwohnerin sehr belastet: Vor allem an den Wochenenden sei es kaum auszuhalten. Lärm und Gegröle bis tief in die Nacht. Wenn die Polizei gerufen wird, würden die Anzeigen zwar registriert, aber nichts unternommen. «Wir dürfen nichts machen», hätten ihr schon viele Polizisten erzählt, sagt die Anwohnerin.

Die Frau weiss von zwei Mietern der Nachbarschaft, die wegen der Besetzer ausgezogen sind: eine Mutter mit einem neugeborenen Kind und ein asiatischer Geschäftsmann. Beide hielten den Lärm, den Schmutz und das Urinieren auf der Strasse sowie die oft aggressive Stimmung an den Wochenenden nicht mehr aus.

«Angebot der Stadt ist ein falsches Signal»

Als Armutszeugnis beschreibt die Frau die Tatsache, dass die Liegenschaftenverwaltung im Januar 2015 ihr und einem Nachbarn eine städtische Wohnung an einem anderen Ort angeboten hatte. «Wir gehen davon aus, dass es in der wärmeren Jahreszeit wieder vermehrt zu Nachtruhestörungen kommen wird. Aus diesem Grund möchten wir mit Ihnen und Ihrem direkten Wohnungsnachbarn als am unmittelbarsten betroffene Anwohner die Möglichkeit eines Umzugs in eine städtische Wohnung prüfen», heisst es im Schreiben der Stadt.

Patrick Pons, Sprecher des städtischen Finanzdepartements, bestätigt das Schreiben auf Anfrage von 20 Minuten: «Das haben wir damals aufgrund der besonders exponierten Lage der Wohnungen bei zwei Anwohnern gemacht.» Beide wollten aber nicht ausziehen. «Das Angebot der Stadt ist ein falsches Signal, ich will keine neue Wohnung, sondern einfach keinen Partylärm», sagt die Anwohnerin dazu.

Illegale Partys würden andernorts aufgelöst

Dass die Polizei bei Lärmklagen schnell und konsequent einschreiten kann, bewies sie in der Nacht auf letzten Samstag. Zwischen 250 und 300 Personen feierten beim Letten eine spontane Openair-Party.

Die Nachbarin des Koch-Areals wundert sich, warum ein Polizeieinsatz im Letten möglich war, in Albisrieden aber nicht. Laut Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei, muss man sich einen Polizeieinsatz in einer besetzten Liegenschaft sehr gut überlegen. Zudem spiele für die Polizei eine entscheidende Rolle, welche Haltung die Eigentümerin der Liegenschaft einnehme, und diese setze auf Dialog.

Finanzdepartement-Sprecher Pons sagt dazu: «Es finden regelmässige Lagebeurteilungen zwischen der Liegenschaftenverwaltung und der Stadtpolizei sowie weiteren involvierten Dienstabteilungen der Stadt statt. Bis jetzt ist man zum Schluss gekommen, dass eine Intervention wegen zu hoher Lärmbelästigung auf dem Areal nicht verhältnismässig ist.»

(Übernommen vom «Tages-Anzeiger», bearbeitet von 20 Minuten)

(jen)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • marko 31 am 21.09.2016 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lösung

    Ist das eine Lösung??

  • P Free am 21.09.2016 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grasplantage im 1. Stock

    Bin kürzlich vorbei grfahren und staunte nicht schlecht als ich von der Strasse aus die Grasplantage im 1. Stock sah. Unglaublich das die Polizei das nicht räumt, denn es sind bei weitem mehr als 50 Pflanzen

  • muffel64 am 28.09.2016 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mietzins auf Sperrkonto

    Die Stadt ist Vermieter und gleichzeitig lässt die Stadt die Besetzung zu. Also der Stadt einen Eingeschriebenen Brief schreiben und ankünden dass die Miete bis auf weiteres auf ein Sperrkonto eingezahlt wird, und gleichzeitig eine Mietzinsreduktion von 25% einbehält bis die Stadt die Lärmbelästigung beseitigt hat. Mal schauen wie lange es geht bis die Stadt das Geld braucht......

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  • muffel64 am 28.09.2016 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mietzins auf Sperrkonto

    Die Stadt ist Vermieter und gleichzeitig lässt die Stadt die Besetzung zu. Also der Stadt einen Eingeschriebenen Brief schreiben und ankünden dass die Miete bis auf weiteres auf ein Sperrkonto eingezahlt wird, und gleichzeitig eine Mietzinsreduktion von 25% einbehält bis die Stadt die Lärmbelästigung beseitigt hat. Mal schauen wie lange es geht bis die Stadt das Geld braucht......

  • P Free am 21.09.2016 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grasplantage im 1. Stock

    Bin kürzlich vorbei grfahren und staunte nicht schlecht als ich von der Strasse aus die Grasplantage im 1. Stock sah. Unglaublich das die Polizei das nicht räumt, denn es sind bei weitem mehr als 50 Pflanzen

  • marko 31 am 21.09.2016 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lösung

    Ist das eine Lösung??