Spardruck

29. Mai 2016 14:31; Akt: 29.05.2016 14:31 Print

Weniger Zürcher Schüler sollen aufs Langzeit-Gymi

Wegen Einsparungen im Bildungssektor sollen künftig weniger Schüler die Gymiprüfung bestehen. Um das zu erreichen werden Aufnahmekriterien verschärft.

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300 bis 400 Schülern sollen pro Jahrgang im Kanton Zürich nicht mehr aufs Lang- sondern aufs Kurzgymi gehen. Der Regierungsrat will mit diesen Massnahmen jährlich über vier Millionen Franken einsparen. (Bild: Digitallu)

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Zukünftig soll sich der Weg für Schüler, die aufs Gymnasium wollen, schwieriger gestalten. In diesem Jahr meldeten sich rund 3800 Schüler für die Aufnahmeprüfungen am Langzeitgymnasium an – gut die Hälfte der Gymi-Anwärter hat bestanden.

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Zum Vergleich: Den Übergang von der Sekundarschule aufs Kurzzeitgymnasium etwa haben von 3300 lediglich 1300 Schüler geschafft. Derzeit liegt somit das Verhältnis im Kanton Zürich bei 60 Prozent Langzeitgymnasiasten und 40 Prozent Kurzzeitgymnasiasten, so die «NZZ am Sonntag».

Stärkung der Sekundarschulen dank weniger Langzeitgymnasiasten

Zudem hat die Anzahl an Schülern, die in den letzten Jahren das Langzeitgymnasium besucht haben, unter dem Strich klar zugenommen. Dem soll nun bereits ab nächstem Jahr entgegengewirkt werden – mit verschärften Aufnahmekriterien für Sechstklässler. Zum Ausgleich sollen mehr Sekschüler ans Kurzzeitgymi zugelassen werden.

Laut Marc Kummer, Chef des Mittelschul- und Berufsbildungsamts, werden so 300 bis 400 Schüler pro Jahrgang vom Lang- ins Kurzgymi verschoben. Das hat einen Viertel weniger Schüler am Langzeitgymnasium zur Folge. Der Regierungsrat will mit diesen Massnahmen jährlich über vier Millionen Franken einsparen.

Ziel des Kantonsrat ist es, dass etwa gleich viele Schüler den Weg übers Lang- und Kurzzeitgymnasium zur Matur wählen – damit soll die Sekundarschule gestärkt werden. Die gymnasiale Maturitätsquote von rund 20 Prozent soll dabei allerdings nicht gesenkt werden.

Nicht zu viele Schüler sollen Gymi-Aufnahmeprüfungen bestehen

Silvio Stucki, Präsident des Mittelschullehrpersonenverbandes Zürich (MVZ) ist mit dieser Art der Handhabung nicht einverstanden: «Es geht nicht an, dass die Bildungspolitik immer mehr durch die Finanzpolitik fremdgesteuert wird», so MVZ-Präsident Stucki zur «NZZ am Sonntag». Nicht die Finanzen des Kantons dürfen ausschlaggebend für eine Aufnahme der Schüler am Gymnasium sein: «Grundsätzlich muss sie sich an der Leistung der Schüler orientieren», ist sich MVZ-Präsident Stucki sicher.

Laut «NZZ am Sonntag» bestätigt ein Kenner des Aufnahmeverfahrens, dass jetzt schon der Notenschlüssel jeweils nach der Korrektur der Prüfungen so angepasst wird, dass nicht zu viele Schüler bestehen. Seitens der Bildungsdirektion gebe es diesbezüglich noch keine konkreten Anweisungen dazu.

(rad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lola am 29.05.2016 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht gar nicht!

    Genau, wieder mal gut gedacht oder? Bildung ist so wichtig da soll man an anderen orten sparen! Hinzu kommt, dass dann wieder vom Ärztemangel die Rede ist usw.

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  • Nicole A. am 29.05.2016 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gleiche Chance für Alle

    Leider ist im Kanton Zürich schon seit langem eine gute Leistung nich ein Garant für die Aufnahme an eine Kantonsschule. Künstlich wird die Schülerzahl auf einem gewollten Niveau gehalten. Vergessen geht dabei, dass bei vielen Nachbarkantonen die Schüler ohne Prüfung ins Gymi dürfen und nach bestandener Matur in Zürich studieren. Ein ungerechter Vorteil. Schlechte Finanzen hin oder her.......

  • Mina am 29.05.2016 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    keine Gymi-Abschlüsse für Jedermann

    Ich finde die Anpassung nach unten schon lange daneben. Weniger Gymnasiasten würde das Niveau wieder etwas heben und der Gymi-Abschluss wäre auch wieder etwas wert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vordenker am 01.06.2016 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An der falschen Ecke gespart

    An der falschen Ecke gespart. Kinder aus ärmeren und bildungsferneren Familien kommen sowieso schwerer aufs Gymi. Durch weniger Plätze geht die Schere weiter auf. An manchen Kommentaren hier sieht man mal wieder die weit verbreitete Bildungsfeindlichkeit in der Schweiz. Thumbs up für weniger Gymi Plätze, es hebt ja das Niveau, ist sowas von daneben. Ab wann ist denn das höchste Niveau erreicht? Bei einem Schüler?

  • Gymnasiast am 31.05.2016 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sek ist auch gut

    Ich habe kürzlich die Gymiprüfung bestanden. Momentan bin ich in der 2.Sek Niveau 1 d.h. Im höchsten Level. Ich finde den Weg über die Sekmsehr gut, da man so bereits Kontakt mit der Arbeitswelt erlangt.

  • Bran am 31.05.2016 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vernachlässigen statt fördern ..

    Lieber Schüler fördern , denn hier hat es wenige intelligente Kinder. Sekundar Schule nicht nur Projekte und Ausflüge machen sondern Kindern ermöglichen sich zu entwickeln .. Als Eltern hast leider oft nicht die Zeit den Kindern alles beizubringen wenn du voll arbeiten musst , dafür sind Schulen da . Lieber Gymnasiumprüfung anpassen aber nicht abschaffen !!

  • Chri am 31.05.2016 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Sparmassnahme?

    Das spart doch kaum Kosten ein. Die finanzierung der Sek. wird einfach an die Gemeinden abgewälzt. Falls die dann nicht genügend Schulraum haben wird's ncoh viel teurer...

  • Zwei Und Dreistein am 30.05.2016 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit anderen Worten...

    Wie s scheint ist es der Schweiz zu teuer den Nachwuchs zu fördern. Alle "Gymi-Absolventen" aus dem Ausland betrifft dis nicht, auch wenn das Gymi im Ausland absolut nicht vergleichbar ist. Reiche Eltern, die es sich leisten können, ihr Kind aufs Privatgymi zu schicken, betrifft dies natürlich auch nicht. Zweiklassengesellschaft? (Natürlich nicht, sondern nur monetäre Differenzierung ;-))