Ursache unklar

23. Oktober 2012 15:24; Akt: 23.10.2012 17:48 Print

Chemieunfall an der ETH - 200 Leute evakuiert

Wegen eines Unfalls mit einer bisher unbekannten Substanz wurde das Gebäude der Erdwissenschaften der ETH Zürich evakuiert. Zwei Mitarbeiter mussten zur Kontrolle ins Spital.

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Gegen drei Uhr am Dienstagnachmittag musste das Gebäude NO der ETH Zürich evakuiert werden. Dort befindet sich das Departement Erdwissenschaften, zu dem unter anderen das Geologische Institut und das Institut für Geochemie und Petrologie gehören. Gemäss der Zürcher Stadtpolizei kam es im Gebäude zu einem Chemieunfall mit einer bisher unbekannten Substanz. «Die Chemiewehr ist vor Ort und die Lage wird abgeklärt», sagt Mediensprecher Michael Wirz.

Gemäss Roman Klingler, Mediensprecher der ETHZ, sind zwei Mitarbeitende des Geologischen Instituts beim Aufräumen in Kontakt mit Flusssäure gekommen und haben die Kontamination selbst gemeldet. Ein Mitarbeiter hantierte offenbar mit einem Behälter und verschüttete dabei eine kleine Menge der Säure. «Die beiden wurden zur Kontrolle ins Unispital gebracht, scheinen aber nicht verletzt zu sein», so Klingler. Gemäss Angaben eines Leser-Reporters mussten sie vor der Fahrt ins Spital zur Sicherheit ihre Pullover ausziehen. Diese seien vermutlich mit der Substanz in Kontakt gekommen.

Keine Panik

«Wir waren mitten in einer Vorlesung, als der Alarm losging», erzählt ein Student. Alle mussten den Hörsaal verlassen und der Professor habe das Gebäude mit Sicherheitsbändern abgesperrt. Insgesamt mussten über 200 Personen die Gebäude verlassen.

«Panik kam nicht auf», so ein anderer Student, «wir dachten zuerst an einen Scherz.» In der Eile hätten aber einige vergessen, ihre persönlichen Gegenstände aus den Vorlesungssälen mitzunehmen. Sie müssen sich wohl noch einen Moment gedulden - die Polizei hat den Zugang in die Gebäude zur Stunde noch nicht freigegeben.

Szenen wie auf dem Marktplatz

Vor den ETH-Gebäuden haben sich nach der Evakuierung dutzende Leute versammelt. Sie mussten vor Ort bleiben für den Fall einer Dekontamination. Nach 16 Uhr stieg ein Polizist auf ein Podest (siehe Bildstrecke) und informierte die Wartenden, dass sie nach Hause dürfen.

Über die genaue Ursache des Chemie-Unfalls wird noch spekuliert:
«Es heisst, jemand sei mit einem Flusssäure-Behälter, der nicht richtig verschlossen war, herumgelaufen», erzählt ein Leser-Reporter.

Flusssäure ist eine farblose, stechend riechende Flüssigkeit. Sie wirkt stark ätzend auf die Haut, die Schleimhäute und die Bindehaut der Augen. Sie wird laut Wikipedia normalerweise entweder in Kunststoff- oder in Edelstahl-Behältern aufbewahrt.

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Der Vorfall ereignete sich im Gebäude NO der ETH an der Sonneggstrasse:

(ann/fum)


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