Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Zug-Crash Neuhausen
10. Januar 2013 08:13; Akt: 10.01.2013 18:58 Print
Die Strecke bleibt noch länger blockiert
17 Verletzte hat der Crash bei Neuhausen SH gefordert, bei dem zwei Züge ineinander prallten. Die Aufräumarbeiten dauern noch mehrere Stunden an.
Nach der heftigen seitlichen Streifkollision zwischen zwei Zügen bei Neuhausen SH sind die Aufräumarbeiten in vollem Gang. Laut Anja Schudel von der Kapo Schaffhausen müssen als Erstes die beiden Züge entflochten werden. Danach wird versucht, die entgleiste Lok mittels Spezialkränen wieder auf die Schiene zu hieven. Dies ist die Aufgabe des Teams Intervention, welches mit einem Rettungszug, einer Art Feuerwehrauto auf Schienen, vor Ort ist. Sind die Fahrzeuge noch fahrtüchtig, werden sie anschliessend mit dem Rettungszug abgeschleppt. Geht das nicht, müssen sie neben die Schienen gestellt und mit einem Strassentransport weggebracht werden.
Die schwersten Bahnunglücke der letzten JahreObwohl die Eisenbahn in der Schweiz als sicherstes Verkehrsmittel gilt, kommt es immer wieder zu Zugskollisionen und anderen schweren Unfällen:
8. März 2012: In Autigny FR auf der Doppelspurstrecke Freiburg-Lausanne streift ein Güterzug die Hebebühne eines Unterhaltszuges. Ein Arbeiter wird tödlich, ein zweiter schwer verletzt.
6. Oktober 2011: Beim Zusammenstoss zweier S-Bahn-Züge in Olten SO wird einer der Lokführer schwer, eine reisende Person leicht verletzt.
8. August 2011: Bei der Streifkollision eines SBB-Regionalzuges und einer Güterlokomotive werden in Döttingen AG zwei Personen schwer und 20 weitere leicht verletzt. Der Lokomotivführer des Regionalzuges hatte bei der Wegfahrt aus dem Bahnhof ein Signal überfahren.
23. Juli 2010: Bei der Entgleisung eines «Glacier Express» kurz vor Fiesch VS kommt eine japanische Touristin ums Leben. 42 Personen werden verletzt. Der Lokomotivführer hatte nach einer Kurve zu schnell beschleunigt.
17. Mai 2006: Bei einem Bauzug versagen zwischen Frutigen und Spiez BE die Bremsen. Er rast zu Tal und wird auf einen in Thun stehenden Bauzug geleitet. Drei Menschen sterben beim Zusammenstoss.
Später wird gemäss Christian Ginsig, Sprecher der SBB, die Bahninfrastruktur überprüft. Dazu gehören die Schienen, die Weichen und Fahrleitungen. «Wie lange die Aufräumarbeiten noch andauern, können wir zurzeit noch nicht genau abschätzen, der Bahnhof Neuhausen bleibt sicher noch den ganzen Tag für den Zugverkehr unterbrochen.»
Der Unfall forderte 17 Verletzte
Beim Bahnhof Neuhausen kam es am Donnerstagmorgen um 7.30 Uhr zu einer seitlichen Streifkollision zwischen einem Zug aus Winterthur und einem Zug aus Schaffhausen. Bei den Zügen handelt es sich um einen Thurbo der S33 und einen Zug der S11. Um 10.30 Uhr informierte die Polizei über das Zugunglück. Demnach wurden 17 Personen verletzt, 9 mussten ins Spital. Polizeisprecherin Anja Schudel sagte: «Man kann von Glück reden, dass niemand schwer verletzt worden ist.»
Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass beide Züge langsam unterwegs waren. Nach zwei Stunden konnten alle Passagiere die Waggons verlassen. Die Unfallursache ist noch unklar. Insgesamt standen 220 Rettungskräfte im Einsatz. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht bekannt.
Das Aufgebot an Rettungskräften war riesig. Ein Leser berichtete, dass auch aus Deutschland Ambulanzfahrzeuge vorgefahren seien. Beim SBB-Doppelstockzug entgleiste die Lokomotive, die Reisenden konnten deshalb den Zug vorerst nicht verlassen.
Im Grossformat auf dem Videoportal ![]()
Streckenunterbrüche
Die S16 fällt zwischen Winterthur und Schaffhausen, die S33 zwischen Dachsen und Schaffhausen bis auf Weiteres aus. Die SBB hat Ersatzbusse für die Strecke Dachsen-Schaffhausen organisiert.
Auch zwischen dem deutschen Jestetten und Schaffhausen ist die Bahnstrecke derzeit unterbrochen. Davon betroffen sind unter anderem die Verbindungen zwischen Zürich und Schaffhausen. Zwischen Jestetten und Schaffhausen verkehren Ersatzbusse.
Die SBB hat unter der Nummer 0800 722 233 eine Hotline für Reisende und Angehörige eingerichtet.
Haben Sie den Unfall miterlebt? Dann melden Sie sich bei uns: feedback@20minuten.ch

(rme/ann/rey/feb/sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 241 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt


















Niemand versteht
Das Problem ist, bei den Lokführern wird über alle Masse gespart, was zwangsläufig zu Sicherheitsmängeln führt. Um dies auszugleichen, werden Milliarden in exterm teure Notsystem gepumpt. Bis vor wenigen Jahren fuhr die Bahn sicher und das ohne extrem teure Notsysteme. Jetzt steigen die Kosten für die Passagiere.
Sicherheit ausbauen
Dazu gehört aber auch, dass viel mehr Züge unterwegs sind - überall werden die Fahrpläne verdichtet, was für die Lokführer zusätzliche Belastung bedeutet. Und in den S-Bahnen ist er allein, da die Zugbegleiter hier abgeschafft wurden und an den Stationen gibts auch kein Personal mehr. Bei diesen erhöhten Ansprüchen ist der Ausbau der Sicherheitselemente aber auch zwingend und va. dringend.
Die Welt ist ja so gefährlich...
Wenn ich so Beiträge lese wird es mir ja schon richtig schlecht. Ich glaube ich bleibe von nun an im Bett liegen da kann mir ja nichts passieren, äh warte mal da könnte mir ja die Decke auf den Kopf fallen. Leben ist nun mal lebensgefährlich. Und wo Menschen sind gibt es Fehler, mal leichte mal schwere. Für alle betroffenen und Verletzten alles Gute und schnelle Genesung.
Schlecht organisierte SBB
Ein Skandal, dass die Rettungskräfte 90 Minuten auf die Bestätigung der SBB warten mussten, dass die Fahrleitung ausgeschaltet und geerdet ist!
Richtig
Bis vor kurzem konnten die Lokführer Fahrleitungen erden. Heute wird gespart....
90 Min warten bis Fahrleitung geerdet
Kann dir nur beipflichten, Sowas hätte es früher nie gegeben. Die Fahrleitungsanlagen werden entfernt und Schaltposten abgebaut. Somit lassen sich Fahrleitugen nicht mehr Sektoriell ausschalten. Die Erdungsstangen fehlen und das Personal ist nicht mehr zum Erden ausgebildet!! Wahrscheinlich musste jemand mit einer Erdungsstange per Auto aus Zürich anreisen.