850 Franken Busse

15. März 2017 06:01; Akt: 15.03.2017 09:44 Print

Pilot trug Flüge nicht ein und wird dafür verurteilt

17-mal hat ein Kleinflugzeug-Pilot Flüge nicht im Flugbuch notiert – das kommt ihn nun teuer zu stehen. Denn das Versäumnis kann Folgen für die Wartung und Sicherheit haben.

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Das Zürcher Obergericht hat einen Kleinflugzeug-Piloten zu einer Busse von 850 Franken verurteilt. (Bild: Keystone/Siggi Bucher)

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Der Kleinflugzeug-Pilot hatte es 17-mal versäumt, seine Flüge ordnungsgemäss im Flugbuch zu notieren. Als Grund gab er an, er habe wegen Stress oder wegen des Wetters keine Zeit gehabt und die Einträge eigentlich nachholen wollen. Einige seien dann aber vergessen gegangen.

Die 17 Einträge, die nachweislich fehlen, stammen aus den Jahren 2011 und 2012. Die Behörden bemerkten sie, als Start- und Landelisten der Flughäfen Zürich und Friedrichshafen mit den Flugbüchern der Maschinen verglichen wurden.

«Pingelig minütelen»

Der heute 71-jährige Pilot wurde bereits 2015 vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) gebüsst. Weil er die Strafe jedoch nicht akzeptierte, landete er vor dem Bezirksgericht Bülach, wo er im März 2016 erneut zu einer Busse verurteilt wurde wegen mehrfacher fahrlässiger Widerhandlung gegen die entsprechende Bundesverordnung, welche die Einträge im Flugbuch vorschreibt.

Der Pilot und Fluglehrer verteidigte sich damals mit dem Argument, man müsse hier nicht «pingelig minütelen». Im Nachhinein habe sich ja herausgestellt, dass die Wartungsintervalle trotz der fehlenden Einträge eingehalten worden seien. Das Bezirksgericht war anderer Meinung und verurteilte ihn zu einer Busse von 4000 Franken.

Verspätete Flugzeug-Wartung

Der Pilot zog seinen Fall ans Obergericht weiter, allerdings hatte er mit seiner Argumentation auch hier keinen Erfolg. Das Obergericht bestätigte den Schuldspruch aus Bülach, wie aus dem kürzlich publizierten Urteil hervorgeht.

Von den Einträgen im Flugbuch hänge die Häufigkeit der Wartung ab, schrieb das Gericht. Werde das Flugbuch nicht korrekt geführt, könnten sicherheitsrelevante Arbeiten zu spät oder gar nicht durchgeführt werden.

Das Obergericht bestätigte deshalb den Schuldspruch des Bezirksgerichtes Bülach, reduzierte aber die Höhe der Busse von 4000 auf 850 Franken. Das Obergericht sah es als falsch an, die einzelnen Verstösse zusammenzurechnen, wie es das Bezirksgericht getan hatte.

Obwohl die Busse gesenkt wurde, ist der Pilot auch mit diesem Urteil nicht einverstanden. Er zog es ans Bundesgericht weiter.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pirat2222 am 15.03.2017 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schon lächerlich

    womit sich das Bundesgericht alles beschäftigen muss. Durch solche Verfahren werden wertvolle Ressourcen blockiert und echte, wichtige Fälle verzögern sich oder verjähren sogar. Schafft endlich eine Sperre für solche Rechtsfälle ein und riegelt ab bis wohin hier maximal gegangen werden darf.

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  • Thomy Graber am 15.03.2017 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit im Flugverkehr

    Da kann ich nur schreiben. Der Mann hat nichts dazugelernt.

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  • Marc Steiner am 15.03.2017 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pilot

    So einer muss definitiv nicht mehr in die Luft. Sperren, pasta.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Swissgirl am 15.03.2017 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leichtsinn pur

    Das war dann wohl viel Glück, dass der Mechaniker so verantwortungsbewusst war und pünktlich die Wartung vorgenommen hat.

  • Böhlke und Co. am 15.03.2017 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Fluglehrer ohne Furcht und Tadel

    ....mir fehlen die Worte...

  • PS am 15.03.2017 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fluglehrer?

    Als Fluglehrer erst recht inakzeptabel, dieser nimmt die Vorbildsfunktion nicht wahr und sollte gebüsst und gesperrt werden

  • Schwerverbrecher am 15.03.2017 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Süsse Busse

    Ich glaube ich werde auch Pilot. Da sind die Bussen ja um einiges geringer im Vergleich zum Autofahrer. Ich wurde mit 155 km/h auf der Autobahn zu 1'300.- verurteilt und 1 Monat Ausweisentzug. Vorallem wurde ich noch wie ein Schwerverbrecher behandelt. Pff

  • Pilot am 15.03.2017 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Unsinn!

    Die Einträge im Flugbuch haben keinen Einfluss auf die Wartung! Jedes Flugzeug hat einen Betriebsstundenzähler und es ist Pflicht der Wartung dies zu kontrollieren.