Limmattal

30. März 2017 08:13; Akt: 25.04.2017 18:11 Print

Cevileiter schändete Knaben über 100-mal

Ein aussergewöhnlich schwerer Fall von sexueller Gewalt an Kindern wird Ende April vor dem Bezirksgericht Dietikon verhandelt. Die Opfer waren acht bis 15 Jahre alt.

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Es ist einer der grössten Fälle von sexueller Gewalt an Kindern, die es in Zürich in den letzten Jahren gegeben hat: 5072 kinderpornografische Video- und 31162 kinderpornografische Bilddateien beschlagnahmte die Polizei bei einer Hausdurchsuchung des Beschuldigten. Dazu sechs Videokassetten mit Kinderpornos, die er selbst gemacht haben soll.

Es geht um einen Mann, der acht Buben geknechtet und geschändet haben soll – seit 1994, wie die «Limmattaler Zeitung» schreibt. Einen Teil der Opfer habe er in der Cevi kennengelernt, wo er Leiter war. Diese übernachteten bei dem Mann zu Hause, jeweils nur ein Bube pro Nacht, manche von ihnen über 100-mal. Der Jüngste war beim ersten Übergriff acht Jahre alt, der Älteste war beim letzten Übergriff 15 Jahre alt.

Mit präpariertem Süssgetränk betäubt

Die geschilderten Missbräuche sind nur schwer ertragbar. Aus Pietätsgründen erwähnt die «Limmattaler Zeitung» keine Details zu den Nächten. Nur so viel: Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass der Beschuldigte den Buben jeweils vor dem Zubettgehen ein präpariertes Süssgetränk gab. Dadurch schliefen die Opfer derart tief, dass sie nichts von den Taten bemerkten.

Danach soll sich der Mann am Genitalbereich der Knaben zu schaffen gemacht haben. Manchmal befriedigte er sich gleichzeitig und filmte die Tat auch noch.

Mehrere hundert Übergriffe pro Bub

Ausserdem gab es auch Fälle, in denen die Buben mit dem Beschuldigten im Bett lagen und Filme schauten – auch Pornos. Der Mann zwang die Knaben dann, sich zu befriedigen, damit sie den Film bis zu Ende schauen durften.

Das sind nur zwei Beispiele von mehreren hundert Übergriffen, die dem Mann in einer 42-seitigen Anklageschrift zu Last gelegt werden. Erst seit dem 27. Januar 2015 ist der Schweizer in Haft – nachdem ein Opfer Anzeige erstattet hat. Insgesamt sind bis jetzt acht Opfer bekannt. Die beiden längsten der vorgeworfenen Missbrauchsverhältnisse dauerten jeweils sieben Jahre.

Übergriffe im Pfadilager

Zu seiner aktivsten Zeit hatte der Beschuldigte jede Woche Besuch von einem der Buben. Dies während rund zwei Jahren. Die Taten passierten an seinem früheren Wohnort Dietikon, an seinem späteren Wohnort, der sich unmittelbar neben einem Kinderspielplatz befand, sowie während Ferien und in einem Pfadilager.

Am 25. April muss sich der Mann vor dem Dietiker Bezirksgericht verantworten. Welche Strafe die verantwortliche Staatsanwältin fordern wird, ist noch unklar.

(wed)