Schaf gerissen

03. März 2017 14:39; Akt: 03.03.2017 15:27 Print

Streift ein Wolf durchs Zürcher Weinland?

Auf einer Weide in Andelfingen ist am Donnerstag ein Schaf durch Bisse eines grösseren, hundeartigen Tiers getötet worden: Wahrscheinlich handelt es sich um einen jungen Wolf.

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Die Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich wertet derzeit die Spuren aus. Mit gesicherten Erkenntnissen aus den genetischen Proben ist erst in einigen Wochen zu rechnen. Bestätigt sich der Verdacht, wäre dies der dritte Nachweis einer Wolfspräsenz im Kanton innerhalb der drei letzten Jahre.

Für die Bevölkerung, grosse Nutztiere und Haustiere bestehe keine Gefahr, teilte die Zürcher Baudirektion am Freitag mit. «Der Wolf ist ein scheues Tier, das dem Menschen ausweicht.» Bei einer Begegnung mit einem Wolf solle man aber genügend Abstand wahren und sich zurückziehen.

In der Region Weinland sind die Nutztierhalter vorsorglich über die mögliche Wolfspräsenz informiert worden. Die Fischerei- und Jagdverwaltung fordert die Halter auf, Vorsichtsmassnahmen zu treffen. «Insbesondere sollten die Einzäunungen der Tiere überprüft und wenn nötig angepasst werden.»

Wahrscheinlich ein Jungwolf

Laut Medienmitteilung könnte es sich beim Wolf, der mutmasslich das Andelfinger Schaf gerissen hat, um ein Jungtier handeln, das im vergangenen Jahr geboren wurde und sich auf Wanderschaft begeben hat.

Diese Vermutung wird durch ähnliche Funde im benachbarten Kanton Thurgau gestützt: In dieser Woche wurden gemäss einer Medienmitteilung der Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung in den Regionen Hohentannen und Uesslingen mehrere gerissene Schafe aufgefunden.

Wer als «Täter» in Frage kommt, ist noch nicht abschliessend geklärt: Gemäss ersten Untersuchungen können aber Füchse oder Luchse definitiv ausgeschlossen werden, heisst es in der Mitteilung. Wie im Kanton Zürich lassen die Rissbilder auch im Kanton Thurgau auf ein «grosses, hundeartiges Tier» schliessen. «Viele Hinweise deuten auf einen Wolf hin.»

Dutzende Kilometer in einer Nacht

Ob die Schafsrisse im Thurgau und im Zürcher Weinland in einem Zusammenhang stehen, ist noch nicht bestätigt. Dies wäre aber angesichts der zeitlichen und räumlichen Nähe durchaus plausibel.

Wölfe können in einer Nacht mehrere Dutzend Kilometer zurücklegen. Im Frühjahr wandern inbesondere männliche Jungiere aus ihren Rudeln ab, um sich eigene Territorien zu suchen.

Der Wolf galt im Kanton Zürich während über hundert Jahren als ausgestorben. Im Jahr 2014 wurde in Schlieren im Limmattal ein Tier aus dem Calanda-Rudel von einem Zug überfahren. Ein Jahr darauf tappte ein Wolf bei Gossau im Zürcher Oberland in eine Fotofalle. Jetzt könnte zum dritten Mal ein Wolf nachgewiesen werden.

Der Kanton Zürich fördert die Wiederansiedlung des Wolfes nicht aktiv, er akzeptiert ihn aber als Teil der heimischen Wildfauna. Gemäss des «Handlungsleitfaden Wolf» steht eine «möglichst konfliktfreie Koexistenz von Mensch und Wolf» im Vordergrund.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Wolf am 03.03.2017 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wolf ahoi!

    Das würde ich ja spannend und erfreulich finden! Nicht das Reissen eines Schafes, nur, dass Wölfe nun auch im Weinland wieder heimisch würden. Wohne in unmittelbarer Nähe von Andelfingen, Angst vor Wölfen hätte ich aber keine. Denn leider würden wir die wohl nie zu Gesicht bekommen. Vielleicht nur mal ein schaurig-schönes Wolfsgeheul?

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  • protect the animals am 03.03.2017 15:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..wünsche mir..

    ..nicht mehr jedesmal davon zu hören wo und wann ein wolf gesichtet wurde..das ist so gut wie sein todesurteil..und das muss nicht sein..

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  • zürimen am 03.03.2017 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    juhui endlich

    endlich in zürich ;) will aber nicht nur einen wollf, wünsche mir einige rudel um zürich, so haben wir auch endlich diese schönen tiere näher zu uns :)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Orbesch am 04.03.2017 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein liber Wolf

    Herzlich Willkommen, es wäre schön wen unsere Jäger nicht ins Bündner oder Walliser Horn blasen und sofort die Waffen zücken !

  • Sandro F am 04.03.2017 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Panikmache 

    Bei den vielen Kommentare gegen den Wolf ( Rudel Wölfe ) könnte man meinen wir wären in Sibirien und nicht in der Schweiz

  • Reini am 04.03.2017 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Platzmangel

    Ich brauch keinen Wolf, keinen Bären und kein Luchs. Schlichtweg kein Platz hier! Entweder weniger Menschen oder mehr Tier.

    • P.Aaston am 04.03.2017 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reini

      Wenn Du Reini weggehen würdest, wäre das wohl ein geringer Verlust für die Schweiz.....im Wallis könntest Du Dich perfekt integrieren mit dieser Ansicht.

    • Tino am 04.03.2017 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @P.Aaston

      Und du, du Mega Tierfreund kauf dir einen Wolfs DVD und ergötze dich daran, so wirst du vielleicht dazulernen, dass die Schweiz viel zu stark bevölkert ist, dass Wölfe und Bären problemlos mit uns zusammenleben könnten.....

    • P.Aaston am 04.03.2017 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tino

      Tino, in Deiner Antwort lese ich, dass Du den Kontakt zur Natur komplett verloren hast...schade. Die Schweiz ist gross genug, dass auch Wolf, Luchs und Bär ihren Platz haben dürfen. Sowieso sind 33% der Gesamtfläche der Schweiz minimal bevölkert....(nachzusehen auf den Bildern von Google Earth)

    • Thomas am 05.03.2017 16:59 Report Diesen Beitrag melden

      Doch Aaston

      Absolut, das geht! Du glaubst halt an das Rotkäpchen, da ist nichts zu machen - sehr schade

    • lexy am 06.03.2017 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reini

      Dan bitte weniger Menschen.

    • lexy am 06.03.2017 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tino

      Darf man fragen wo sie Wohnen? Wir leben seit Jahren neben dem Calanda-Rudel und haben keine Probleme, die sieht und hört man nie. Wen sie also nicht gerade in der von Menschen überbevökerten Stadt wohnen kann ich ihre Meinung/Ansicht nicht verstehen.

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  • Thüchri am 04.03.2017 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weinland Wolf

    Ich hoffe liebe Zürcher, dass ihr dabei bleibt, was ihr jetzt schreibt. Der Wolf ist ein tolles Tier und darf nicht mehr ausgerottet werden. Gebt ihm die Chance Wild zu erlegen, kontrolliert eure Zäune und sperrt am Abend die Ställe zu, dann wird's kaum Probleme geben. Die Mär, dass der Wolf den Menschen angreift, bewahrheitet sich nur, wenn man ihn in eine Ecke drängt, sonst lässt er den Menschen in Ruhe und macht auch einen Bogen um diesen. Sollte er in den Garten kommen, geniessen sie diesen Anblick.

    • Gretel am 04.03.2017 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thüchri

      "Sperrt am Abend die Ställe zu". Wenn das immer so einfach währe. Wir haben für unsere Tiere einen Offenstall der weit über den Tierschutznormen zum Wohl der Tiere steht. Im Hochsommer wird zum Wohl der Tiere in der Nacht geweidet, damit sie nicht der grössen Hitze und den Mücken ausgesetzt sind. Wie kann ich da meine Tiere schützen? Kommt jetzt nur nicht mit Herdeschutzhund und dergleichen. Kommt der Wolf im Rudel..... der arme Hund!

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  • Radix am 04.03.2017 00:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin der Meining

    dass ein Wolf an die Leine gehört und einen Maulkorb tragen muss.