Bahnhof Zürich-Altstetten

28. November 2017 05:44; Akt: 28.11.2017 09:23 Print

Migros muss am Sonntag Teile des Ladens absperren

Seit Jahren sind die Migros- und die Coop-Filiale beim Bahnhof Altstetten sonntags geöffnet. Nun hat die Stadt interveniert - die Läden seien zu gross.

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Wer sonntags im Migros Express beim Bahnhof Zürich-Altstetten einkauft, darf sich neuerdings nicht mehr im ganzen Laden bewegen. Mitten im 320 Quadratmeter grossen Supermarkt stehen Kühlboxen mit einer kleinen Auswahl an Convenience-Produkten wie etwa Sandwiches. Sie sperren jenen Teil des Ladens ab, in dem sich üblicherweise das Convenience-Angebot und die Kaffeemaschinen für den Coffee to go befinden.

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Auf einer Tafel bei den Kühlboxen informiert die Migros ihre Kunden: «Aufgrund von rechtlichen Auflagen muss die Migros Express Altstetten die Verkaufsfläche auf 200 Quadratmeter reduzieren.» Das ist rund ein Drittel weniger als die regulären 320 Quadratmeter, wie Francesco Laratta, Sprecher der Migros Zürich, einen Bericht von Lokalinfo.ch bestätigt.

Frist von gerade mal zwei Monaten

Die Migros habe vor der Eröffnung im Jahr 2012 beim Arbeitsinspektorat der Stadt Zürich abgeklärt, ob der Laden die Bedingungen für den Sonntagsverkauf erfüllen würde. «Die Stadt gab uns grünes Licht», so Laratta. Erst jetzt habe das Amt wegen der Grösse des Ladens interveniert. «Die reduzierte Fläche ist aber dank den Kühlboxen schnell eingerichtet, zudem sind Convenience-Produkte vor allem unter der Woche gefragt.»

Auch Coop musste bei seinem Pronto-Laden ebenfalls beim Bahnhof Altstetten handeln: Diesen gibt es sogar schon seit dem Jahr 2006. Am vergangenen 2. Februar erhielt die Coop Mineralöl AG nun plötzlich Post vom Arbeitsinspektorat: Die Verkaufsfläche müsse auf 200 Quadratmeter reduziert werden - und zwar schon bis Ende März. Coop erwirkte immerhin eine Fristerstreckung bis Ende Oktober. In der Zwischenzeit hat der Detailhändler die Filiale baulich verkleinert.

«Eigenverantwortung der Betriebe»

Die kurze Frist im Fall von Coop kann Anke Poiger, Sprecherin des Umwelt – und Gesundheitsschutzes der Stadt Zürich, zu welchem auch das städtische Arbeitsinspektorats gehört, auf Anfrage nicht kommentieren: «Grundsätzlich gibt einen Ermessensspielraum - die Fristen werden so gesetzt, dass etwaige Gefährdungen der Arbeitnehmenden so schnell wie möglich behoben werden können. Zudem könne man eine Fristverlängerung beantragen.

Die Bestimmungen für die Öffnung am Sonntag basieren auf dem Ruhetags- und Ladenöffnungsgesetz des Kantons Zürich und auf dem Arbeitsgesetz des Bundes. «Die Einhaltung dieser obliegt in erster Linie der Eigenverantwortung der Betriebe», sagt Poiger. Will heissen: Es gibt keine eigentliche Bewilligung dafür - und darum kann es Jahre dauern, bis ein Missstand auffällt.

500 bis 600 Kontrollen pro Jahr

Denn das Inspektorat kontrolliert stichprobenartig oder erhält Hinweise - pro Jahr finden rund 500 bis 600 Kontrollen statt. «Wenn es dabei Verstösse feststellt, ergreift das Arbeitsinspektorat notwendige Massnahmen, um einen gesetzeskonformen Zustand wiederherzustellen», so Poiger. «So wie in den beiden Fällen mit den zu grossen Verkaufsflächen.»

Erst im Oktober war bekannt geworden, dass das Inspektorat neu permanente Sonntagsverkäufe für Läden zulässt, die sich an ÖV-Haltestellen mit hoher Frequenz befinden. Es wendet dabei die Vorgaben des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) an. Erster Profiteur ist ein Avec-Shop am Hardplatz. Laut Poiger sind seither einzelne Anfragen eingegangen.

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • g.a. am 28.11.2017 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sind ehr eigentlich no ganz 100? 

    Jawoll!! Sonntags geöffnet, aber dem Kunden vorschreiben, was er kaufen darf und was nicht? Schluss mit dieser Posse. Engstirnigkeit, Sturheit.

  • Dicker Metzger am 28.11.2017 05:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe einer die Gemeinden

    Wieder etwas was man nicht verstehen muss. Weil der Laden zu Groß ist, muss dieser verkleinert werden obwohl man eine Erlaubnis hat und das zur Sicherheit der Arbeitnehmer?

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  • Grüne Gurke am 28.11.2017 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Warum muss der Staat überall mit Regulierungen eingreifen? Es würde besser geschaut, dass die Leute nicht mehr so viel Überzeit machen und auch unter der Woche Zeit haben zum einkaufen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sabrina Boukahnoune am 28.11.2017 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist alles gleich

    Ich verstehe nichts Bahnhof Zürich ist offen Bahnhof stettbach ist offen und in Bahnhof altstetten muss es kleiner gemacht werden was ist da der Unterschied keins

    • Ronnyk am 28.11.2017 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sabrina Boukahnoune

      Die grösse

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  • Lea am 28.11.2017 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch Volg darf nicht

    Im Volgladen in Rickenbach ZH darf am Sonntag auch nicht alles verkauft werden! Auch abgetrennt! Ich verstehs nicht.....

  • MB am 28.11.2017 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top Preise bei Elektronische Produkten

    Hallo Leute kauft in der Schweiz die Preise sind günstig und der Service ist top es gibt immer Leute die ein das Geschäft vermissen

  • Jürg Bertschinger am 28.11.2017 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welches Jahrhundert ist heute?

    Es gibt einfach immer noch zu viele Ämter und deren Schimmel, in Zürich und anderswo, die immer noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind. Einfach lächerlich!

    • Ronnyk am 28.11.2017 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jürg Bertschinger

      Man muss nicht rund um die uhr einkaufen können. Wir sind bald in 2018 auch da ist es möglich 8 bis 19 uhr einzukaufen. Wer das nicht schafft macht etwas falsch. Am samstag ist auch von 8 bis 17 uhr geöffnet

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  • Ben am 28.11.2017 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur die Schweiz 

    Europa ist, verglichen mit Asien, halt schon etwas "slow" . Die werden es schon noch merken.....aber ich sage euch: alles ist veraltet, verteuert, verwöhnt, - im Moment läuft's in Europa, aber all die Ausländer, die haben ihr Herz in ihrem eiGenen Land gelassen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die EidGenossen alleine dastehen mit ihren regulierenden Politikern! Viel Glück - bin froh dass meine Familie nicht dazu gehört zu euch voreingenommen Schweizern!

    • Navlis am 28.11.2017 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ben

      Naja ich bin mur nicht sicher, wer hier eher voreingenommen ist. Aber egal. Schönen Tag

    • Ronnyk am 28.11.2017 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ben

      Wenn läden auch nachts geöffnet haben werden die produkte teurer. Nachtzuschlag von 22 uhr bis 6 uhr beim lohn, mehr mitarbeiter, mehr stromkosten. Vorteil es würde mehr arbeitsplätze geben.

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