Gesuch eingetroffen

25. August 2012 09:35; Akt: 27.08.2012 15:38 Print

Kaufleuten-Mörder wird ausgeliefert

Shivan M., der mutmassliche Kaufleuten-Mörder, wird bald von Norwegen an die Schweiz ausgeliefert. Er dürfte in den nächsten zwei Wochen überführt werden.

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Staatsanwalt Michael Scherrer zieht das Urteil gegen Shivan N. und die beiden Mitbeschuldigten weiter vor das Zürcher Obergericht. Shivan M. musste sich ab dem 24. Juni 2014 vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten, weil er 2012 vor dem Kaufleuten Vigan M. (23) mit elf Messerstichen getötet hatte. Der Täter ist geständig: Er habe aus Furcht vor einem Angriff zugestochen, nachdem er von seinem späteren Opfer und dessen Bruder zusammengeschlagen worden war. Mitangeklagt wegen Begünstigung ist M.M. (links), der den Täter nach der anfänglichen Schlägerei zurück zum Kaufleuten fuhr. Er gehe die Brüder «niederstechen», habe Shivan M. im Auto gesagt. S. H. (links) steht wegen Gehilfenschaft unter Anklage. Laut dem Staatsanwalt Michael Scherrer hat H. dem Täter das Butterfly-Messer gegeben, mit dem das Opfer erstochen wurde. H. bestreitet dies vor Gericht. Vor dem Kaufleuten habe er mit den Gebrüdern M. geredet - da sei Shivan M. von hinten auf die Gruppe zugelaufen und habe zugestochen. Das Ganze sei «in einer Sekunde» vorbei gewesen. Vor Gericht zeigt Shivan M. Reue. Das klang wenige Stunden nach der Tat aber anders, wie ein abgehörtes Telefonat mit seiner Freundin zeigt: «Ich bereue es nicht, dass ich die niedergestochen habe. Ich würde es wieder tun.» Am Montag nach der Bluttat vom 15. Juli 2012 veröffentlichte die Kantonspolizei einen Fahndungsaufruf nach Shivan M. Der 21-jährige Iraker mit Wohnsitz im Bezirk Meilen konnte rund zwei Wochen nach der Tat in einer Stadt im Süden von Norwegen verhaftet werden. Der 23-jährige Vigan M. und sein Bruder Visar waren gegen drei Uhr morgens am 15. Juli 2012 von Shivan angegriffen und niedergestochen worden. In dessen Folge kam Vigan ums Leben, sein 20-jähriger Bruder wurde schwer verletzt. Hier, in dieser Querstrasse vor dem Kaufleuten, kam es zum tödlichen Streit. Die Polizei bei der Tatortsicherung am Morgen. Vigan M. starb noch auf dem Trottoir. Sein Bruder erlitt schwere Verletzungen an inneren Organen und überlebte die Tat nur knapp. Shivan M. floh mit dem Auto und fuhr bis nach Norwegen zu Verwandten. Einige Zeit vor der Tat kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Shivan und Vigan. Die Polizei musste eingreifen und schlichten, nachdem es zwischen den Brüdern und Shivan zu einer Schlägerei gekommen war. Gemäss Valentin Landmann, dem Anwalt von Shivan M., sei dieser dabei übel zugerichtet worden. Alle drei erhielten darauf Hausverbot beim Kaufleuten. Shivan M. ging weg, während die Brüder vor dem Club blieben und schwatzten. Shivan drohten den beiden noch, er werde sie aufschlitzen. Mit einem Freund begab er sich danach auf die Suche nach Unterstützung. Ein Kollege besorgte ihm schliesslich ein Butterfly-Messer. Zu dritt fuhren sie zurück zum Kaufleuten. Bereits im Auto kündigt Shivan seine Mordabsichten an. Er habe beschlossen die anderen, allen voran Vigan, aufzuschlitzen und zu töten. Vor dem Kaufleuten steigt Shivan aus dem Auto und sticht gemäss Anklageschrift ohne Vorwarnung auf Vigan ein. Nach der Tat soll er im Auto noch mit dem blutigen Messer in der Hand geprahlt haben, wie grausam er das Opfer getötet habe.

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Der 23-jährige Vigan M.* wurde am 15. Juli bei einer Auseinandersetzung vor dem Zürcher Club Kaufleuten durch mehrere Messerstiche getötet. Shivan M.* gilt als dringend tatverdächtig. Er soll Vigan M. niedergestochen und dessen Bruder schwer verletzt haben. Nach der Tat flüchtete er ins Ausland, konnte später aber in Norwegen verhaftet werden.

Jetzt steht die Auslieferung offenbar kurz bevor. «Shivan M. wird gegen die Auslieferung in der Schweiz keinen Rekurs einlegen», sagte Andreas Nyhaug, Anwalt des Verdächtigten, am Freitagabend gegenüber Tele Züri.

Gemäss Nyhaug ist das Auslieferungsgesuch aus der Schweiz eingetroffen. Shivan M. könnte deshalb in den nächsten zwei Wochen in die Schweiz überführt werden.

*Namen der Redaktion bekannt


(feb)

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