Velo-Verleih

10. August 2017 17:05; Akt: 10.08.2017 17:10 Print

Falsch parkierte oBikes werden jetzt eingezogen

Nach grossem Ärger: oBike trifft eine Abmachung mit der Stadt Zürich – und will nach Luzern, Bern, Basel und Winterthur expandieren.

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Es wird nicht ruhig um die grau-gelben Velos, die seit Juli überall in Zürich zu sehen sind. Seit das Singapurer Start-up oBike den gleichnamigen Veloverleih in Zürich lanciert hat, sorgen die auffälligen Velos hauptsächlich für Kritik und Ärger. Bei der Stadt sprach man Mitte Juli von «täglichen Reklamationen».

Inzwischen ist die Anzahl der Reklamationen zurückgegangen, wie Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) sagt: «Wir haben uns mit den Verantwortlichen getroffen und vereinbart, dass für herumstehende Velos von oBike dieselben Regeln gelten wie für die Privaten auch.»

Bis jetzt noch keine oBikes eingezogen

Das heisst: Wird ein oBike nicht in einer Velo-Abstellanlage abgestellt, blockiert es den Weg oder eine Durchfahrt, kann es von der Veloordnung von Entsorgung und Recycling Zürich eingezogen werden. «Bisher haben wir aber noch kein oBike einziehen müssen.»

Weiter dürfen die oBikes auch nicht mehr als zehn Prozent einer grösseren Abstellanlage ausmachen. «Wenn oBike sich nicht an die Abmachung hält, werden die Velos von Entsorgung und Recycling Zürich eingezogen und gegen Gebühr wieder freigegeben», so Leutenegger.

Kritische Meinungen der 20-Minuten-Leser

Für viele 20-Minuten-Leser hat sich die Situation trotz Abmachung nicht verbessert: «Die Dinger stehen in ganz Zürich herum und noch nie habe ich jemanden gesehen, der das Angebot nutzt», sagt einer. «Manche stellen die Velos mitten auf Plätzen oder Trottoirs ab – ein Skandal!», findet ein anderer.

Die grau-gelben Velos würden etwa die öffentlichen Veloständer verstopfen, die Wege der Fussgänger versperren oder auch Motorradabstellplätze blockieren, wie beispielsweise auch eine Meldung auf der Nörgler-App «Züri wie neu» zeigt.

oBike: Zufrieden mit Entwicklung – Luzern folgt als Nächstes

Bei oBike verspricht man Besserung: «Uns ist bewusst, dass der Start in Zürich nicht optimal war und wir haben jetzt auch diverse Massnahmen ergriffen, um die Abmachung mit der Stadt Zürich einzuhalten», sagt Sprecherin Ladina Moser. Beispielsweise habe der lokale Partner nun zwei Vollzeitstellen geschaffen, die sich nur um oBikes kümmern. «Diese Mitarbeiter sind täglich auf Tour und stellen sicher, dass pro Abstellplatz die 10-Prozent-Marke nicht überschritten wird – falsch parkierte Velos werden zudem per App geortet und eingesammelt», so Moser.

Mit der Entwicklung sei man sehr zufrieden: «Die App wurde bereits 10'000-mal heruntergeladen und wird fleissig genutzt, daher haben wir inzwischen auch auf 900 Velos aufgestockt», so Moser. Die Nachfrage habe auch dazu geführt, dass man jetzt bemüht sei, die oBikes in anderen Schweizer Städten anzubieten. «Mit Luzern haben wir bereits eine ähnliche Abmachung getroffen, dort wollen wir bereits nächste Woche starten – in Basel, Bern und Winterthur gab es bereits erste konstruktive Kontakte», sagt Moser. Man habe aber aus den Fehlern gelernt und wolle die oBikes behutsamer einführen als in Zürich.

500 Velos kommen Mitte August nach Luzern

Darauf hofft man auch bei der Stadt Luzern. Martin Urwyler, Velobeauftragter der Stadt, bestätigt: «Mitte August kommen 500 oBikes nach Luzern – die Velos sind rechtlich nicht ortsgebunden und somit sind die Standorte nicht bewilligungspflichtig.» oBike würde Leute vor Ort haben, die die Velos verwalten und pflegen würden. «Im Oktober werden wir uns dann mit den Betreibern zusammensetzen und eine erste Bilanz ziehen», so Urwyler.

In Basel, wo ein Anbieter wie oBike bewilligungspflichtig wäre, hat man noch keine Informationen über einen oBike-Vorstoss: «Dieser Anbieter ist unseres Wissens nicht aktiv in Basel», sagt Marc Keller, Sprecher des Bau- und Verkehrsdepartements des Kantons Basel-Stadt.

In Bern laufen die Abklärungen

In Bern bestätigt man hingegen die Gespräche – auch hier bräuchte oBike aber eine Bewilligung: «Sie haben sich bereits erkundigt, welche Bedingungen erfüllt werden müssten, damit ihr Antrag angenommen wird», sagt Stefan Schwarz, Generalsekretär der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün (TVS). Man sei nun mitten in den Abklärungen. «Überstellte öffentliche Räume und blockierte Veloparkplätze wollen wir aber verhindern – dafür haben wir im Zentrum sowieso zu wenig Platz», so Schwarz.

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schämu am 10.08.2017 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Völkchen undisziplinierte

    Die Disziplin der Bikefahrer in Städten lässt ganz einfach zu wünschen übrig. Anscheinend fühlen sie sich mit ihrem Handeln intelligent und interessant!

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  • Marc am 10.08.2017 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Herumliegend

    An der Flurstrasse liegen auch noch ein paar im Gebüsch. Die Firma scheint sich nicht gross zu kümmern, wo die Velos hinkommen.

  • MikeZH am 10.08.2017 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Ich verstehe nicht, wie eine kommerziell ausgerichtete Firma öffentlichen Raum von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommt. Wirklich merkwürdig. Im weiteren sehen die Fahrräder grässlich aus und verschandeln den öffentlichen Raum.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Eveline Schneider am 11.08.2017 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Bezahlt diese Firma Umtriebskosten

    Diese O-Bikes nehmen den Bewohnern und Benutzern des Quartiers den "Fahrrad-Parkplatz" weg, der ohnehin begrenzt ist. Bezahlt diese Firma auch Steuern in Zürich, das möchte ich gerne wissen. Kommt diese Firma auch für die Räumung durch ERZ auf? Die Steuerzahler Zürichs müssen schon dass Littering in öffentlichen Parks und in den hippen Quartieren berappen, jetzt haben wir noch das "Littering" dieser O-Bikes. Wird schliesslich alles auf uns Zürcher Steuerzahler überwälzt. Bezahlt dieses Unternehmen Abgaben pro Fahrrad/Monat der Stadt Zürich? Was meint Mike Sgier dazu'

    • obiker am 11.08.2017 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Eveline Schneider

      Gehören die "Velo-Parkplätze" nur denen, die ein eigenes Fahrrad haben? Ich habe nur ein obike und auch Anrecht auf einen Parkplatz (den ich mit anderen Nutzern sogar teile). Immer dieses Bashing von ausländischen Firmen...

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  • Annie am 11.08.2017 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Brauchen wir diese Velos??? Werden die Velos vor der Streetparade eingezogen??? In Zürich liegt das Geld sif der Strasse :(

  • Ralf am 11.08.2017 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gleich alles einsammeln

    Wenn schon dann gleich alle falsch abgestellten Fahrräder einsammeln, es hat mehr Private Velos die ungenutzt herumliegen als solche von div. Anbietern.

    • Max Götz. am 11.08.2017 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ralf

      Aber genau. Da stehen so viele Velos behindernd im Weg.

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  • L. Villiger am 11.08.2017 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Velos einsammeln

    Werden die herumstehenden Bikes mit Autos eingesammelt? Das ist dann nicht gerade umweltfreundlich.

    • obiker am 11.08.2017 17:44 Report Diesen Beitrag melden

      @ L. Villiger

      Noch schlimmer: Einige Bestandteile des Velos sind aus Plastik, also Erdöl. Aber was ist wohl umweltfreundlicher: 100 obike-Fahrer oder 100 Auto oder Scooter Fahrer? Leider gibt kaum umweltfreundliche Dinge in unserem Leben... Aber es ist halt einfacher Neues zu kritisieren, um sein eigenes umweltUNfreundliches Verhalten zu überdecken.

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  • fredi gurtner am 11.08.2017 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    o Bike

    Einige Städte in Bern haben einen Veloverleih unter dem Namen.....rollt. Dieser ist kostenlos, verlangt aber ein Depot von 20 Franken. Es scheint zu funktionieren. Ich denke kaum dass es einen weiteren Anbieter braucht