Winterthur

22. März 2017 17:25; Akt: 22.03.2017 17:25 Print

Herzloser Halter entsorgt 30 Husky-Ratten im Wald

Der Tierrettungsdienst konnte auf dem Brühlberg 30 ausgesetzte Husky-Ratten vor dem sicheren Tod bewahren – dank eines zufällig anwesenden Jagdhundes.

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Kleintierstreu am Boden und ein Gewusel im dichten Laub – diese Beobachtung machte ein Spaziergängerin am vergangenen Freitag in einem Wald auf dem Winterthurer Brühlberg stutzig. Sie alarmierte den Tierrettungsdienst. Als dieser vor Ort eintraf, konnte er auf die Hilfe einer Frau zählen, die zufällig mit ihrem Jagdhund dort unterwegs war.

«Der Hund erschnüffelte diverse Verstecke, in denen sich zahlreiche Ratten befanden», sagt Antonella Stefanelli, Leiterin Marketing und Fundraising beim Tierrettungsdienst. Insgesamt habe man 30, vermutlich bewusst ausgesetzte Husky-Ratten vor dem sicheren Tod bewahren können. «Leider konnten wir aber nicht alle finden», so Stefanelli. Diese Tiere würden wohl sterben, da Zucht-Ratten in freier Natur nicht überlebensfähig seien.

Lange Zähne

Der Tierrettungsdienst brachte die 30 Ratten ins Tierheim Pfötli nach Winkel ZH. Dort wurden sie einem Eintrittscheck unterzogen. Laut Stefanelli seien die Ratten grundsätzlich in einem guten Zustand – bis auf teilweise etwas zu lange Zähne. Bei der Tiermeldezentrale sind die Ratten inzwischen als «gefunden» eingetragen. Zwei Monate dauert nun die Frist, bis sie zur Vermittlung freigegeben werden dürfen. «Wir haben immer wieder mal Ratten zu vergeben, aber 30 Stück aufs Mal ... das ist schon sehr ungewöhnlich», sagt Stefanelli.

Weil das Aussetzen von Tieren eine Straftat ist, hat der Tierrettungsdienst bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt erstattet. Die Stadtpolizei Winterthur sucht laut einer Mitteilung vom Mittwoch Personen, die Angaben zur Herkunft der Ratten oder zum Hergang machen können.

(rom)