Mutige Seepolizisten

16. August 2016 18:16; Akt: 17.08.2016 09:33 Print

«So einen Sprung übt man nicht in der Polizeischule»

von M. Sommerhalder - Polizist Nathanael Augsburger lieferte eine filmreife Szene ab: Mit einem Sprung hielt er ein herrenloses Boot auf dem Zürichsee an. Wie James Bond fühlt er sich trotzdem nicht.

Hier sehen Sie den Sprung des Seepolizisten Nathanael Augsburger. (Youtube/Ronny's VLOG Experiment)
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Ein herrenloses Boot kreist in einem Gewässer, ein grösseres Schiff nähert sich, dann springt jemand auf das Geisterboot und bringt es zum Stillstand. Diese Szene stammt nicht etwa aus einem James-Bond-Film, sondern wurde am Samstagabend mit einer Drohne auf dem Zürichsee aufgenommen. Die Darsteller: Nathanael Augsburger (27) und Dominik Schraner (31), beides Seepolizisten der Kantonspolizei Zürich.

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Gegen 20.30 Uhr bekamen sie die Meldung, dass bei Bäch SZ ein herrenloses Boot auf dem Zürichsee umherkreiste. Der angetrunkene Kapitän (56) war aus ungeklärten Gründen herausgefallen. «Er wurde bereits von einer Privatperson gerettet, vermutlich hatte er vor seinem Sturz noch das Steuerrad umgerissen», erzählt Schraner.

«Das übt man nicht in der Polizeischule»

Schnell wurde den Polizisten klar: Das Geisterboot musste rasch gestoppt werden, damit es nicht gefährlich nahe ans Ufer geriet. Also fuhr Schraner heran, Augsburger zog währenddessen sein Hemd und seine Waffe aus und montierte einen Rettungskragen. Zudem statteten sie ihr Polizeiboot mit einer Art Boje aus, damit es nicht beschädigt wird.

Als sie nahe genug dran waren, setzte Augsburger zum Sprung an: «Zugegeben, mein Puls war schon etwas höher – schliesslich übt man das nicht in der Polizeischule.» Gleichzeitig sei ihnen klar gewesen, dass sie kein Risiko eingingen. So war es dann auch. Augsburger konnte das Geisterboot anhalten und es dem Bootsführer zurückgeben. Dieser darf zumindest in nächster Zeit nicht damit fahren, denn laut der Kantonspolizei Schwyz musste er wegen des positiven Alkohol-Atemtests seinen Schiffsführerausweis abgeben.

«Ich fühle mich nicht wie James Bond»

Dass der Sprung auf Youtube schon rund 200'000 Klicks verzeichnet hat, ist Zufall. «Ein Augenzeuge vor Ort filmte die Szene mit einer Drohne», sagt Augsburger, der erst seit Januar bei der Seepolizei ist. Im ersten Moment hätte er keine Freude daran gehabt: «Dann aber fand ich es cool, dass ich eine Erinnerung habe.»

Dass dieses Souvenir aber einen so grossen Medienrummel ausgelöst hat, finden er und sein Kollege weniger angenehm: «Wir haben nur unseren Job gemacht und stehen nicht gern im Mittelpunkt.» Auch will Augsburger nicht ins Filmgeschäft einsteigen und fühlt sich schon gar nicht wie der nächste James Bond: «Andere Leute machen viel schwierigere Sachen – nur sieht es einfach nicht so spektakulär aus.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kevin am 16.08.2016 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Polizisten

    Grossartige Leistung! Bin stolz auf unsere Polizei!

  • Christoph am 16.08.2016 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal kein Radar

    Endlich mal ein Polizist der noch anderes kann als Radarkontrolle durchführen.Danke!

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  • Mia am 16.08.2016 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Bravo! Sehr gut gemacht. Alle nicht nur der mutige Springer!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter P. Odermatt am 17.08.2016 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Riskante Aktion.

    Solche Vorfälle kommen regelmässig vor und man müsste die Aktion eigentlich in der Polizeischule lernen. Normalerweise wird hinter dem Boot risikolos ein Seil in die Schraube gelassen, damit sich dies dann verfängt und die Schraube so zum Stillstand kommt.

  • Bernd Zündel am 17.08.2016 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Verdacht!!

    der Hype ist ja riesig. hat die Kantonspolizei selber gefilmt???

    • Anon am 17.08.2016 14:36 Report Diesen Beitrag melden

      Nope

      Nein, ein YouTuber hat dies aufgenommen.

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  • Andreas am 17.08.2016 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Filmen mit Drone

    Job hin oder her: Es hat geklappt Wie ist das mit Drone und ungefragt Personen filmen?? Meinte das sei verboten? Hier jetzt natürlich eine Erinnerung - bin mir aber fast sicher, dass der/ die FilmerIn nicht gefragt hat!

  • Cybot am 17.08.2016 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Übertrieben

    Der Sprung war nun wirklich nicht so besonders, jeder einigermassen sportliche Mensch hätte das geschafft. Ausserdem war es praktisch risikolos, wenn es daneben gegangen wäre, wär er halt im Wasser gelandet. Es ist schön, dass es geklappt hat, aber von einer Heldentat zu sprechen ist mal wieder masslos übertrieben.

    • N.F am 17.08.2016 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cybot

      Probier mal Du, ob es einfach ist. Einfach ist es zu reden

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  • Rene Kuster am 17.08.2016 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    immer übertreiben

    Kann die Kommentare hier nicht verstehen. Auf dem Boot wird getrunken, schon immer. Das ist Tradition. Ich böötle sehr wahrscheinlich mit 1promille besser las die meisten nüchtern. Habe schon 35 Jahre Erfahrung.

    • Samuel B. am 17.08.2016 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rene Kuster

      Stimme ihnen absolut zu, jedoch muss mann nicht noch Öl ins Feuer giessen!

    • baba am 17.08.2016 08:47 Report Diesen Beitrag melden

      sicher nicht

      so ein quatsch. Meine Eltern sind Segler seit ich ein Baby war und es wurde immer strinkt gehandabt, kein Alkohol! erst wenn man am Abend im sicheren Hafen ist.

    • Eduard J. Belser am 17.08.2016 09:31 Report Diesen Beitrag melden

      Verantwortungslos!

      Herr Kuster, schon vergessen, dass auf dem Bielersee so ein verantwortungsloser Protzt-Motorboot-Säufer eine Frau mit der Schiffsschraube zu Tode gehackt hat? Leuten die so verantwortungslos daherschreiben, sollte der Boots- und der Autofahrausweis auf unbestimmte weggenommen werden. Weder zu Land noch zu Wasser hat Alkohol am Steuer etwas zu suchen. Ein gutes Glas Wein kann man sich am Abend gönnen, wenn das Boot sicher am Steg vertäut liegt.

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