Es drohen 5 Jahre Knast

26. September 2012 20:13; Akt: 26.09.2012 20:15 Print

Top-Bankerin soll 3,5 Millionen veruntreut haben

von Attila Szenogrady - Die Justiz verdächtigt eine Ex-Vizedirektorin der EFG Bank Zürich, mehrere Millionen Franken für sich abgezweigt zu haben. Gemäss ihrer Verteidigung ist sie ein Opfer der chinesischen Triaden.

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Für die Veruntreuung von 3,5 Millionen Franken drohen der Ex-Bankerin fünf Jahre Haft. (Bild: Colourbox)

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Am 30. November 2007 klickten die Handschellen. Die Polizei nahm eine Vizedirektorin der EFG-Bank mit Sitz in Zürich fest. Die heute 53-jährige Schweizerin mit kambodschanischen Wurzeln verschwand danach für über ein Jahr in Untersuchungshaft, wo sie zugab, dass sie lange Zeit mittels unautorisierten Bargeldbezügen Kundengelder in Millionenhöhe ergaunert hatte.

Geständnisse grösstenteils wiederrufen

Seit Mittwoch muss sich die zweifache Mutter wegen gewerbsmässigen Betrugs, mehrfacher Veruntreuung, Urkundenfälschungen sowie ungetreuer Geschäftsbesorgung am Bezirksgericht Zürich verantworten. Laut Anklage hatte die frühere EFG-Kaderfrau ab Herbst 2005 immer wieder hohe Beträge von Kundengeldern für sich oder Drittpersonen abgezweigt und einen Schaden in Millionenhöhe angerichtet. Gemäss Staatsanwalt hatte sie alleine 3,5 Millionen Franken für sich in ihre eigenen Taschen gewirtschaftet und davon den Kauf von teuren Handtaschen sowie kostspieligen Ferien für sich finanziert. Die Geschädigten-Vertreter machten dagegen einen Schaden von mindestens 10 Millionen Franken bis zu 20 Millionen Franken geltend.

Während der Untersuchungshaft hatte die Schweizer Staatsangehörige die meisten Vorwürfe zugegeben. Nach ihrer Entlassung widerrief sie ihr Geständnis allerdings und gab am Mittwoch vor Gericht nur noch drei illegale Ueberweisungen für rund 146 000 Franken zu. So sei sie in Versuchung geraten und bedaure ihr Verhalten, sagte sie aus.

Chinesische Triaden involviert?

Die Staatsanwaltschaft ging von einem erheblichen Verschulden aus und verlangte aufgrund der jüngsten Bestreitungen der Kauffrau eine hohe Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Im Gegensatz zur Verteidigung, die in der Beschuldigten mehr ein Opfer als eine Täterin erblickte. Hadrian Meister, einer der beiden Verteidiger, ging gar von einer Verschwörung der berüchtigten chinesischen Triaden aus. Diesen hätten die Beschuldigt gezielt in der EFG-Bank eingesetzt, um Geldwäscherei im grossen Stil zu betreiben. So hätten die Chinesen der Beschuldigten heimlich diverse schmutzige Geldbeträge zukommen und anschliessend zur Rückvergütung befohlen. Alles, um die Summen als seriös erscheinen zu lassen. Deshalb sei die Angeklagte sehr milde zu bestrafen.

Das Gericht zog sich nach den Plädoyers zur geheimen Urteilsberatung zurück. Es wird den Entscheid demnächst eröffnen.

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