Stadt Zürich

07. Oktober 2017 13:45; Akt: 07.10.2017 13:45 Print

Für 41'500 Fr pro Monat können Sie hier wohnen

Eine 15-Zimmer-Villa in Wollishofen ist für einen stattlichen Preis zur Miete ausgeschrieben. Sie gehörte einer Kirchen-Stiftung – diese hat das Haus aber im Baurecht abgetreten.

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Als «verstecktes Juwel» wird sie angepriesen, die Villa Imperial an der Albisstrasse 47 in Zürich-Wollishofen. «Diskret», mit «geschmackvollen Schlafzimmern». Kurz: ein Haus, das auch «den Ansprüchen von VIPs» entspricht. VIP-like ist auch der Preis: 41'500 Franken Miete pro Monat sind auf Homegate.ch, das wie 20 Minuten zu Tamedia gehört, angegeben. Wer nicht so viel Budget hat, der kann die 15 Zimmer auch nur für ein Wochenende mieten, etwa für einen Geburtstag.

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Das tat offenbar ein Gast aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der auf der Website der Villa anonym zitiert wird: «Ich wurde an meinem Geburtstag mit einer Party überrascht, es war fantastisch.» Ein Gast aus Russland wiederum musste zwei Monate in eine Klinik: «Die letzten zwei Wochen verbrachten wir in der Villa Imperial, das war besser als ein Luxushotel.»

War Harald Glööckler hier?

Die Fotos im Inserat zeigen Räume mit pompösen Möbeln und schweren Vorhängen vor den Fenstern. Das erinnert an Fake-Inserate, bei denen angebliche Zürcher Wohnungen mit Aufnahmen von irgendwelchen luxuriösen Häusern in England versehen sind. Doch die Bilder stammen tatsächlich von der Villa Imperial, wie 20 Minuten weiss.

Gemäss Grundbuchamt ist die römisch-katholische Pfarrkirchen-Stiftung St. Franziskus Eigentümerin des Areals. Diese hat es aber 2009 im Baurecht für 60 Jahre an eine Privatperson abgetreten. Wie viel Zins die Stiftung dafür jährlich einnimmt, will Diakon Uwe Burrichter nicht verraten. Ihm ist nur eines wichtig: «Die Kirche hat mit dieser Villa nichts mehr zu tun.»

Die 1895 erstellte Liegenschaft hatte lange einem Möbelunternehmer gehört. In den 1980er-Jahren kaufte die Stiftung das Haus, das etwas versteckt hinter der eigentlichen Kirche liegt. Bis zur Abgabe im Baurecht lebten in den drei Wohnungen Studenten. Burrichter: «Die Stiftung hätte die dringend notwendigen Renovationsarbeiten und die damit verbundenen Auflagen der Denkmalpflege nicht finanzieren können, deshalb haben wir das Haus im Baurecht abgetreten.»

Monaco, Zug, Ungarn

Gern hätte 20 Minuten auch der Vermieterin der Villa Imperial ein paar Fragen gestellt. Doch per Mail teilte man bloss mit, dass der Eigentümer keine Medienartikel über sein Haus wünsche. Gemäss Inserat handelt es sich bei der Vermieterin um eine Firma, die an der Côte d'Azur an der Grenze zu Monaco domiziliert sein soll. Die Website wiederum ist auf eine Firma in Zug registriert und wird von Ungarn aus gesteuert.

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fritz am 07.10.2017 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Pool?!

    Genau so sieht das Wohnzimmer meiner Oma aus, zu Besuch ist das okay darin wohnen möcht ich aber lieber nicht.

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  • Lissi1993 am 07.10.2017 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WG

    Die krasseste WG die Zürich je gesehen hat pro Zimmer nur für 2800 CHF. Wer isch debi?

  • Der Ironiker am 07.10.2017 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnäppchen

    Als ich den Preis gesehen habe habe ich zuerst gedacht das sei eine normale 2 Zimmerwohnung in Zürich. Ich lag aber falsch das ist ja ein richtiges Schnäppchen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Meierisli am 08.10.2017 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Muffige Villa

    für dieses Geld wüsste ich was Besseres. Auf einem Kreuzfahrtschiff als Dauermieter, da kann man noch die ganze Welt bereisen und tolle erholsame Erlebnisse genießen.

  • Poker am 08.10.2017 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angebot, Nachfrage

    Angebot und Nachfrage. Einfach mal ganz hoch anfangen, runter kann man immer. Wenn ich eine Jahresmiete in einem Monat rein kriege, weshalb nicht und offenbar scheint es zu funktionieren.

  • simo am 08.10.2017 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zuschlagen

    ist doch ein Schnäppchen, es könnte 42000.- Kosten.

  • Ph_D am 07.10.2017 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir reichts!

    Die Kirche hat nichts mehr mit dieser Liegenschaft zu tun?? Aber den Baurechtszins kassiert man doch gerne. Weshalb zahlen wir eigentlich noch Kirchensteuer (diejenigen, die noch nicht ausgetreten sind), wenn Pfarreien auf solchen Immobilien sitzen? Und warum soll ich arme Bergpfarrämter unterstützen, wenn die Unterländerpfarreien über Millionenvermögen verfügen? Ich habe die Nase voll und werde auf Ende Jahr austreten.

  • efes am 07.10.2017 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    sorry aber..

    für soviel Geld gibt es 1000de häuser auf der Welt. Schön warm und luxeriös. Nicht so uralt und total hässlich wie dieses