Asylheim in Embrach ZH

20. November 2015 05:56; Akt: 20.11.2015 05:56 Print

«Es deutete nichts auf den Angriff hin»

Nach dem Angriff einer Asylsuchenden auf eine Betreuerin in Embrach steht das Team unter Schock. Beim Opfer handelt es sich laut Heimbetreiber um eine erfahrene, beliebte Mitarbeiterin.

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In diesem Asyl-Durchgangszentrum am Rande von Embrach ZH kam es zur Messerattacke. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Herr Della Rossa*, eine Ihrer Betreuerinnen wurde im Durchgangszentrum Embrach von einer Asylsuchenden mit dem Messer schwer verletzt – wie geht es dem 26-jährigen Opfer?
Die verletzte Betreuerin ist in Spitalbehandlung. Ihr Gesundheitszustand ist stabil.

Wie ist die Stimmung im Betreuungsteam?
Der Angriff auf die Betreuerin hat beim Team, aber auch bei den Asylsuchenden grosse Betroffenheit ausgelöst.

Ist dieser Betreuungsjob generell gefährlich?
Das ist ein ausserordentlicher Vorfall, den niemand erwartet hat und wie wir ihn noch nie erlebt haben. Die Betreuerinnen und Betreuer wissen, worauf es im Umgang mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religionen und Ethnien ankommt. Sie sind den Umgang mit Asylsuchenden gewohnt und können sich in entsprechenden Programmen weiterbilden. Dazu gehört auch, wie Konflikte im Voraus erkannt und gelöst werden können.

Warum gelang es dennoch nicht, die Tat zu verhindern?
Es deutete absolut nichts darauf hin, dass die Klientin die Betreuerin derart heftig angreifen würde.

Wie lange arbeitet die angegriffene Betreuerin schon im Durchgangszentrum?
Es handelt sich um eine erfahrene, sehr beliebte Betreuerin, die einen sehr guten Zugang zu allen Klientinnen und Klienten pflegt. Unsere Gedanken sind natürlich bei der verletzten Betreuerin und ihren Angehörigen.

Werden nun Massnahmen getroffen, um die Sicherheit zu vergrössern?
Der genaue Tathergang sowie die Hintergründe bilden Gegenstand der laufenden Untersuchungen durch die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft. Wir prüfen Massnahmen, sobald wir den genauen Tathergang und die Beweggründe der Täterin kennen.

*Roman Della Rossa ist Sprecher der ORS Service AG. Sie betreibt diverse Asylunterkünfte, unter anderem in Embrach ZH

(zed)