Bezirksgericht Hinwil

07. Februar 2017 06:44; Akt: 07.02.2017 06:44 Print

Baby geschüttelt, Mutter bedroht – 27 Monate Haft

Ein Zürich Oberländer schüttelte seine drei Wochen alte Tochter so stark, dass sie lebensgefährliche Verletzungen erlitt. Jetzt muss er 27 Monate ins Gefängnis.

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Er habe nicht beabsichtigt sein Kind zu verletzen, berichtet der «Zürcher Oberländer» über den 37-jährigen Vater, der sich letzte Woche vor dem Bezirksgericht Hinwil verantworten musste. Aus Stress und Überforderung hat er im November 2015 seine 21 Tage alte Tochter 10 bis 20 Sekunden lang geschüttelt. Rund ein halbes Dutzend mal wurde ihr Kopf vor und zurückgeschleudert.

Die nichtsahnende Mutter brachte die Kleine am nächsten Tag zum Kinderarzt, sie dachte, das Baby sei krank. Der Arzt riet ihr, das Kind ins Spital zu bringen. Dort wurde die Diagnose gestellt: Ein Schütteltrauma, das verschiedene lebensgefährliche Hirnverletzungen ausgelöst hatte, wie die Staatsanwaltschaft in der Anklage schrieb. Ob sie bleibende Schäden davontrage, wisse man noch nicht. Es sei jedoch wahrscheinlich. Nachdem die Diagnose bestätigt war, reichte das Spital Strafanzeige ein, wegen eventualvorsätzlicher schwerer Körperverletzung.

Drohung gegen seine Frau und deren «Fotzenmutter»

Es sollte nicht das einzige Mal bleiben, dass der Vater durch Gewalttätigkeit auffällt. Ein Jahr nach der Tat an seiner Tochter, bedrohte er seine Frau mit einem grossen Küchenmesser. Er beschimpfte ihre Mutter als «Fotzenmutter» und sagte, er würde sie beide umbringen. Er wurde daraufhin verhaftet und sitzt seither im Gefängnis. In beiden Fällen sei er unter Cannabis- sowie Alkoholeinfluss gestanden. Die Ehe ist unterdessen in die Brüche gegangen.

27 Monate Freiheitsstrafe und 15'000 Franken Genugtuung

Im Bezirksgericht Hinwil forderte die Staatsanwaltschaft drei Jahre Haft und davor eine stationäre psychische Behandlung. Die Tat sei «absolut verwerflich und ohne weiteres vermeidbar» gewesen. Die Verteidigung hielt dagegen, der Mann habe nicht wissen können, dass man Babys nicht schütteln darf. Sie plädierte deshalb auf fahrlässige Körperverletzung.

Das Gericht verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von 27 Monaten. Diese wird aber vorerst aufgeschoben, bis er eine stationäre Therapie absolviert hat, um seine psychischen Probleme zu behandeln. Hinzu kommt, dass er seiner Tochter 15'000 Franken Genugtuung sowie Schadensersatz zahlen muss. Auch die Verfahrenskosten, die rund 40'000 Franken betragen, müssen von ihm übernommen werden.

(bec)