Stadt Zürich

25. September 2016 09:54; Akt: 25.09.2016 13:05 Print

Stadtrat droht mit Räumung des Koch-Areals

Wenn sich die Koch-Areal-Besetzer weiterhin nicht an Lärm- und andere Auflagen halten, will Stadtrat Daniel Leupi handeln. Die SVP fordert gar die sofortige Räumung.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

171 Lärmklagen allein in diesem Jahr, Wohnungstausch-Offerten der Stadt für lärmgeplagte Anwohner, illegale Bauten, Hanfplantagen, die angeblich dem Eigenkonsum dienen und massive Kritik von Politikern von rechts bis links – das besetzte Koch-Areal in Zürich-Albisrieden sorgt derzeit für rote Köpfe.

Umfrage
Finden Sie es in Ordnung, dass die Besetzer im Koch-Areal bleiben dürfen?
78 %
8 %
14 %
Insgesamt 5351 Teilnehmer

Nun meldete sich Stadtrat Daniel Leupi (Grüne) in der «NZZ am Sonntag» zu Wort. Als Finanzvorstand ist er zuständig für die Liegenschaftenverwaltung – und unter ihren Fittichen ist auch das Koch-Areal, das der Stadt gehört.

«Es ist nach wie vor nicht das Ziel des Stadtrats, das Areal zu räumen», sagte Leupi in dem Bericht zwar – und schob aber auch diesen Satz nach: «Wird die rote Linie übertreten, werde ich als Grundeigentümer bei der Polizei Anzeige erstatten.» Denn: Bemühungen, die Wogen zwischen Besetzern und Anwohnern zu glätten, sind bislang gescheitert.

Partys mit 500 Besuchern

Gemäss «NZZ am Sonntag» sind in der Stadt aktuell rund 30 Liegenschaften besetzt – in der Regel läufts störungsfrei. Anders auf dem Koch-Areal, wo schätzungsweise 100 bis 150 Menschen leben. Während es unter der Woche mit Café oder auch Filmvorführungen einigermassen ruhig zu und her geht, überbordet das Ganze an Wochenenden mit Konzerten und Partys mit jeweils gegen 500 Besuchern immer wieder.

Deshalb fordert die Stadtzürcher SVP gar die sofortige Räumung des besetzten Areals. Die Partei erwägt demnach eine Aufsichtsbeschwerde beim Bezirksrat. Support erhält sie von der FDP. Mit Blick auf die vielen Lärmklagen und der feuerpolizeilich nicht geprüften Situation sei die Frage der Verhältnismässigkeit einer Räumung kein Thema mehr, sagt FDP-Präsident Severin Pflüger.

(20M)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • (noch) Bürgerin am 25.09.2016 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eine Schande

    Eine Schande was dort den Mietern, die schliesslich nicht gratis wohnen zugemutet wird. Und eine Schande, dass erst auf Druck der Öffendlichkeit reagiert wird. Unser Land verkommt zum Wischiwaschi-Staat. Als Bürger habe ich das Vertrauen leider verloren.

  • Remo am 25.09.2016 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Das Stadtzürcher Volk ist selber schuld !! Sie wälten den Vater eines Hausbesetzer in den Stadtrat. Und die rotgrüne Gilde dazu.

    einklappen einklappen
  • ich staune am 25.09.2016 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    komischer Zufall

    Komischer Zufall. Nachdem die Story bezüglich des Wohnungstausches in den Medien landete, will der Stadtrat endlich handeln. Wann merkt man endlich, dass es für solche "Experimente" eben auf beiden Seiten verlässliche Partner braucht und nicht nur einen "ich liebe Kultur" Stadtrat. Wetten, wenn sich solche Leute in der Nachbarschaft unserer Stadträte ansiedeln würde da rassig was gehen. Aber eben, so lange man nicht selbst betroffen ist, ist alles cool und trendy

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schnabias am 25.09.2016 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Impertinenz

    «Wird die rote Linie übertreten, werde ich als Grundeigentümer bei der Polizei Anzeige erstatten.». Soweit die Aussage von Herrn Leupi. Falsch! Nicht Sie, Ihro Gnaden, sind Grundeigentümer, sondern die Stadt Zürich. Und die Stadt Zürich sind auch die Bürger, die ständig ergebnislos den Lärm und den Schmutz reklamieren müssen.

  • Cavi33 am 25.09.2016 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stadtregierung unfähig

    Anscheinend hat es genug Wählerpotenzial für diese links-grüne Regierung. Somit ist klar dass bei linken Extremisten natürlich alles ganz anders ist als bei rechten.

  • Gaby am 25.09.2016 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vor dem Gesetz sind (nicht) alle gleich

    Möchte man in der Stadt Zürich einen Gastrobetrieb eröffnen, wird u.a. vorgeschrieben, dass die Küchenabluft über das Dach weggeführt wird, damit niemand von Gerüchen aus der Küche belästigt wird. Von den feuerpolizeilichen und anderen Vorschriften gar nicht zu sprechen... Und für Hausbesetzer gelten KEINE Vorschriften. Macht nachdenklich.

  • Fritz the cat am 25.09.2016 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    untätig

    Der Stadtrat ist so was von untätig. Die werde ich nie mehr wählen gehen.

  • Ein Bürger am 25.09.2016 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sofort weg

    Es kann nicht sein, dass sogar die Polizei die geltenden Gesetze bricht bzw. nichts dagegen unternimmt. Noch 1 Woche, dann hagelt es Strafanzeigen von Bürgern gegen die Stadt und die Polizei.