«Unverschämt»

17. Juni 2014 16:13; Akt: 17.06.2014 20:36 Print

Oralsex mitten im HB Zürich

Es ist der wohl unpassendste Ort, um seinen Trieben nachzugehen: Am Treffpunkt im Zürcher HB gehen ein Mann und eine Frau zur Sache.

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Zürcher Hauptbahnhof, Montagmorgen um 9.30 Uhr: Ein Mann und eine Frau machen es sich auf einem Bänkchen beim Treffpunkt gemütlich – zu gemütlich. Die Frau bettet ihren Kopf auf den Schoss des Mannes, als wolle sie sich ausruhen. Davon konnte jedoch keine Rede sein, wie ein Leser-Reporter wenige Meter daneben beobachtet.

«Zunächst dachte ich, sie wolle sich nur ausruhen», sagt der Leser-Reporter. Dann habe er genauer hingeschaut, als sich der Kopf der Frau verdächtig bewegte. «Sie begann, den Mann oral zu befriedigen», sagt der Emmentaler. Was ihn erstaunte: Mehrere Gäste hätten das Paar beobachtet, eingeschritten sei aber niemand. «Alle haben geschmunzelt – ich fand es unverschämt.»

Der Oralverkehr habe etwa eine Viertelstunde gedauert. «Zwischendurch haben die beiden eine Pause eingelegt. Dann ging das Ganze wieder von vorne los.» Die Frau habe ziemlich «verladen» gewirkt.

Die SBB hält sich bedeckt

Eine Schulklasse sei in der Nähe gewesen, einige Schüler hätten die Szene mitgekriegt und miteinander getuschelt. Die Gäste an den Café-Tischen hätten sich mehr amüsiert als aufgeregt. Der Leserreporter sagt: «Die Polizei holte jedenfalls niemand.»

Die hätte reagiert, wenn sich jemand beschwert hätte. Ein Sprecher der Kantonspolizei Zürich sagt: «Wenn wir über ein Pärchen, das in der Öffentlichkeit sexuelle Handlungen vornimmt, Meldung erhalten, rücken wir aus und nehmen die beiden zur Befragung auf den Posten mit.»

Der Sprecher sagt weiter: «Ein Straftatbestand in solchen Fällen kann Erregung öffentlichen Ärgernisses sein, was ein Offizialdelikt ist.» Je nach Motiv des Pärchens könnten noch Exhibitionismus oder gar sexuelle Belästigung geprüft werden.

Die SBB wollte zum Vorfall keine Stellung nehmen. Gemäss weiteren Zeugen löste SBB-Sicherheitspersonal das Treiben am HB schliesslich auf.