Winterthur

17. August 2016 09:55; Akt: 17.08.2016 09:55 Print

Schimmelproblem in Studenten-Häuschen

In den Studentenzimmern an der Jägerstrasse in Winterthur gibt es Probleme mit Schimmel. Eine Bewohnerin befürchtet, dass sie für die Schäden aufkommen muss.

storybild

In den ehemaligen Arbeiterhäuschen an der Jägerstrasse leben heute Studenten. Allerdings macht die alte Bausubstanz Probleme. (Bild: Google Streetview )

Zum Thema
Fehler gesehen?

In Winterthur leben Studenten günstig in fast 150-jährigen ehemaligen Arbeiterhäuschen. Von aussen ist die Reihenhaussiedlung an der Jägerstrasse hübsch anzuschauen, doch im Inneren gibt es ein gewaltiges Problem, wie eine Bewohnerin zum «Landboten» sagt: «Es gab schon Schimmel in meinen Zimmer, als ich vor einem Jahr einzog.» Dieser sei in einer Ecke an der Aussenwand gewachsen, vom Boden bis über Hüfthöhe.

Umfrage
Sollte der Mieter für Schimmelschäden verantwortlich gemacht werden?
19 %
23 %
58 %
Insgesamt 519 Teilnehmer

Der Hauswart entfernte daraufhin den Belag – laut der Studentin wusch er ihn wahrscheinlich mit Javelwasser herunter. Obwohl sie das Zimmer häufig gelüftet habe, wuchs der Schimmel immer wieder von neuem. Sie habe darauf die Wand selber mit Schimmelmittel behandelt.

Mietvertrag beunruhigt Studentin

Als im Frühling die Studentische Wohngenossenschaft Zürich (Woko) die Siedlung übernommen hat, begutachtete die neue Verwalterin die Zimmer. Nochmals wurde ihr Zimmer vom Schimmel befreit und gestrichen. Doch die Studentin befürchtet, dass das Problem im Winter wieder auftauchen wird: «Und Schimmel ist ja auch nicht gerade gesund.»

Ebenfalls beunruhigt sie der Mietvertrag, der nun mit der Woko abgeschlossen werden sollte. Darin steht: «In älteren Gebäuden dürfen Möbel nicht direkt an Aussenwänden platziert werden. Allfällige Schimmelschäden werden weiterverrechnet.» Die Studentin befürchtet nun, dass die Woko ihr in Zukunft Anstriche oder Hauswartbesuche in Rechnung stellen könnte. Auch wenn sie die Möbel nicht direkt an die Wand gestellt hat.

«Situation ist nicht gesundheitsschädigend»

Woko-Geschäftsleiter Martin Stamm sagt jedoch zur Zeitung, dass man an der Jägerstrasse keinen Regress auf die Mieterschaft nehmen würde. Die Klausel sei Bestandteil aller Hausordnungen von Altbauliegenschaften der Woko. «Solche Hinweise sind bei der jungen Mieterschaft nötig, da sie sich der Schimmelproblematik oft zu wenig bewusst sind.»

Vor zwei Wochen habe sich die Woko die Liegenschaft nochmals angesehen: «Die Situation ist weder gravierend noch gesundheitsschädigend.» Während der Heizperiode im Winter könne es aber zu Probleme kommen.

Sanierungsmöglichkeiten massiv eingeschränkt

Laut dem Landboten ist die Studentin nicht die einzige Bewohnerin an der Jägerstrasse mit dem Schimmelproblem. Nun sucht die Auwiesen Immobilien, die für Fragen zur Bausubstanz zuständig ist, nach einer Lösung: «Die Arbeiterhäuser wurden 1872 gebaut und haben einen tiefen Baustandard», sagt Portfoliomanager Christian Tribelhorn.

Aufgrund der Natursteinkeller, der Bausubstanz und des Alters der Häuser sei eine erhöhte Feuchtigkeitsbildung durchaus möglich. Die Sanierungsmöglichkeiten seien aber massiv eingeschränkt, da die Häuschen unter Denkmalschutz stünden.

(som)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • King of Brugg am 17.08.2016 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Da sieht man man wieder...

    Wie unsinnig diese Denkmalschutzbestimmungen sind! Verhindern wahrscheinlich eine gute Sarnierung und Teilerhaltung der alten Häuser. Und irgendwann wird wohl alles verfallen...

    einklappen einklappen
  • axl am 17.08.2016 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mieter nicht schuld

    schimmel ist zu 90% kein fehler der mieter sondern von der bausubstanz. bei neubauten sind auch viel die schlampigen arbeiten schuld.

    einklappen einklappen
  • Bauphysiker am 17.08.2016 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erklärung

    Der Körper verliert beim schlafen sehr viel Wasser. Studenten=viel Schlaf=viel Wasser=Schimmel.

Die neusten Leser-Kommentare

  • J-P am 19.08.2016 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lüften

    In den Studentenzimmern an der Jägerstrasse in Winterthur gibt es Probleme mit Schimmel. Klar wenn nicht richtig gelüftet wird, gibt es den Schimmel.

  • Stone am 18.08.2016 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Abbruch frei...

    Abreissen und 50 Stöckige Hochhäuser bauen. Verdichtetes Bauen ist in den Städten ja erwünscht. Vor allem Studenten und Grüne plärren immer wieder wegen zu wenig Wohnraum, also hier ist die Chance. Günstig kommen die Wohnungen auch noch, was will man mehr.

  • Architekturhistoriker am 18.08.2016 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denkmal

    Diese Häuser nur noch als Denkmal stehen lassen und nicht mehr bewohnen. Denk mal darüber nach.

  • Cavi33 am 17.08.2016 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bausubstanz schlecht

    Ich würde mal einen Entfeuchter installieren und das Mauerwerk nochmals kontrollieren . Wenn dann das Problem wieder auftritt müsste eine neue komplette Innenisolation aufgebracht werden.

  • LeoLU am 17.08.2016 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denkmalschutz ...

    ... und die Gesundheit der Menschen? Ist diese nicht wichtiger?