Zwillingsmord von Horgen

26. März 2010 11:10; Akt: 26.03.2010 13:59 Print

Bianca B. muss lebenslang in Haft

Die Zwillingsmutter hat ihre Kinder getötet: Das Zürcher Geschworenengericht sprach die 36-Jährige des mehrfachen Mordes schuldig. Sie nahm das Urteil emotionslos auf.

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Die Zeichnung zeigt die Angeklagte Bianca B., Mitte, sowie den Staatsanwalt Markus Oertle, links, vor dem Geschworenengericht in Zürich.

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Der Entscheid ist gefallen: Das Zürcher Geschworenengericht sprach Bianca B. des mehrfachen Mordes schuldig. Das Gericht sah es als erwiesen, dass die Zwillingsmutter ihre Kinder an Weihnachten 2007 getötet hat. Es sprach eine lebenslange Freiheitsstrafe aus. Zudem wird Bianca B. eine Therapie absolvieren müssen. Das Gericht verurteilte sie weiter dazu, ihrem ehemaligen Mann eine Genugtuung von 150 000 Franken sowie Schadenersatz von rund 15 000 Franken zu bezahlen.

Bianca B. nahm das Urteil scheinbar regungslos auf. Obwohl sie bis zuletzt jegliche Schuld von sich wies, blieben Emotionen aus. Mit dem Rücken zur Presse nahm sie den Urteilsspruch des Gerichtes zur Kenntnis. Welches nicht nur entschied, dass es ein Mord war, sondern dass Bianca B. einen Doppelmord begangen hat. Sie habe zweimal den Tatentschluss gefasst: Erst sei sie ins Zimmer ihres Sohnes gegangen und habe diesen erwürgt, anschliessend sei sie ins Zimmer ihrer Tochter gegangen und habe auch diese getötet. Der Vater, der überraschenderweise vor Gericht erschienen war, musste sich die blutige Tragödie, in der seine Kinder umgekommen waren, nochmals anhören. Am Donnerstag wären die Zwillinge zehn Jahre alt geworden. Der Vater zeigte sich aber stark und blieb ruhig.

Falsche Spuren, falsche Beschuldigungen und ein Doppelleben

Während des gesamten Verfahrens versuchte Bianca B. ihren Mann zu beschuldigen: Immer wieder griff die Verteidigerin der Zwillingsmutter die Glaubwürdigkeit des Vaters an. Im Verlaufe der Verhandlungen tauchten aber immer neue dunkle Geheimnisse der Frau auf und zeigten somit, dass die 36-Jährige ein Doppelleben führte. Ihre Aussagen waren geprägt von Widersprüchen, Ungereimtheiten und klaren Lügen. Nach eingehenden Untersuchungen war relativ rasch klar, dass in jener Nacht kein Einbruch stattgefunden hatte, sondern die Angeklagte entsprechende falsche Spuren gelegt hatte, was DNA-Spuren überall am Tatort bewiesen. Die Summe der Indizien belastete Bianca B. schliesslich derart, dass das Gericht es als erwiesen ansah, dass sie ihren siebenjährigen Sohn und die gleichaltrige Tochter getötet hat. Der Antrag der Verteidigung auf Freispruch hatte so letztlich keine Chance; und auch der Eventualantrag auf Totschlag mit sieben Jahren Haft blieb erfolglos.

38 Zeugen und Experten sagten aus

Mit seinem Urteil folgte das Gericht weitgehend dem Antrag des Anklägers. Staatsanwalt Markus Oertle hatte eine lebenslängliche Freiheitsstrafe wegen mehrfachen Mordes gefordert. Im Laufe des rund zweiwöchigen Prozesses vor dem Zürcher Geschworenengericht sagten gegen 38 Zeugen und Experten aus. Sie belasteten die Angeklagte teilweise schwer.

(att/amc/sda)

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