Bau in Zürich gestartet

22. Juni 2017 14:20; Akt: 22.06.2017 14:23 Print

Diese Zeitkapsel liegt für immer unter dem PJZ

Mit einem Baustelle-Zmorge fiel der Startschuss zum Bau des Polizei- und Justizzentrums (PJZ). Ab 2021 beginnt der Bezug des 570-Millionen-Projekts.

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Nach vielen Jahren der Planung, politischen Debatten und zwei Volksabstimmungen haben nun am Donnerstag unter anderem Baudirektor Markus Kägi (SVP), Justizvorsteherin Jacqueline Fehr (SP) und Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) sowie Martin Kull von der Generalunternehmung HRS den Grundstein für das neue Zürcher Polizei- und Justizzentrum gelegt.

Sie befüllten eine «Zeitkapsel» mit symbolischen Gegenständen aus den beteiligten Direktionen und Fachbereichen. Sie legten unter anderem ein Exemplar der Kantonsverfassung, Handschellen, einen Pflasterstein des alten Güterbahnhofs sowie Projektdokumente aus der Planungszeit in den Metallwürfel.

Dieser wurde daraufhin in das Fundament des künftigen PJZ einbetoniert. Damit erfolgte der Startschuss für den eigentlichen Bau des PJZ.

Kägi: «Heute ist ein Freudentag»

In seiner Ansprache sagte Kägi, er spüre Stolz und Erleichterung anlässlich der Grundsteinlegung. Es sei ein Kraftakt gewesen und er habe immer an das Projekt geglaubt. «Heute ist ein Freudentag», sagte der Baudirektor.

Das PJZ sei ein Pionierprojekt, das die Kräfte von Polizei und Justiz bündle und damit den Grossraum Zürich noch sicherer mache, erklärte Kägi vor den Medien. Kägi sagte: «Das PJZ erfüllt heutige und künftige Anforderungen an Polizei und Strafvollzug.»

Martin Kull, CEO und Inhaber der Generalunternehmung HRS Real Estate, die den Zuschlag erhalten hat, das PJZ zu bauen, nannte das Projekt «sehr komplex». Für den Abtransport des Aushubs und die Anlieferung des Zements werde man die Bahn nutzen, sagte er. Und er kündigte den Kantonsvertretern an: «Ich bin sehr sicher, dass wir weniger lang bauen werden, als Sie geplant haben.»

Fehr: «Ausserordentlich grosses Projekt»

Die Arbeiten sollen voraussichtlich dreieinhalb bis vier Jahre dauern. Der etappenweise Bezug ist für 2021 vorgesehen. Die HRS hat Pauschalkosten von rund 388 Millionen Franken offeriert. An der Urne bewilligte das Stimmvolk 2011 einen Kostenrahmen von 570 Millionen Franken.

Das Gebäude wird 280 Meter lang, 80 bis 120 Meter breit und 35 Meter hoch werden. 1800 Arbeitsplätze sind darin vorgesehen. Sicherheitsdirektor Mario Fehr bezeichnete das PJZ als «ausserordentlich grosses Projekt für Zürich».

Im PJZ in Aussersihl werden die verschiedenen Stellen von Kantonspolizei und Justiz zusammengezogen, die heute auf über 30 Standorte verteilt sind. Die Zürcher Regierung verspricht sich durch diese Zentralisierung «erhebliche Synergien im Bereich der Strafverfolgung». Sie bezeichnet das PJZ als «Kompetenzzentrum für die Bekämpfung der Kriminalität».

Seit Jahrzehnten in Planung

Baudirektor Markus Kägi erinnerte am Donnerstag daran, dass in den 1980er-Jahren ein PJZ auf dem Kasernenareal vorgeschlagen worden war. Die Vorlage scheiterte 1987 an der Urne. Ein zweiter Anlauf endete bereits im Kantonsrat. 2003 stimmten die Zürcher erstmals über eine Zusammenlegung von Polizei und Justiz auf dem Areal des ehemaligen SBB-Güterbahnhofs in Zürich-Aussersihl ab.

Nach dem Abstimmungs-Ja scheiterte die Umsetzung in jenem Anlauf an den Kosten: In der Detailplanung hatte sich das Projekt auf 700 Millionen Franken verteuert und der Kantonsrat zog 2010 die Notbremse.

Er verlangte einen günstigeren Vorschlag und die abgespeckte Variante mit Kosten von 570 Millionen wurde 2011 vom Stimmvolk angenommen. Der Regierungsrat hatte damals allerdings zugesichert, dass im Gegenzug das gesamte Kasernenareal frei werde.

Nach und nach zog er sich von dieser Zusicherung jedoch zurück. Das blieb nicht ohne politische Folgen: Im Januar 2017 unterstützte der Kantonsrat eine Parlamentarische Initiative von FDP, GLP und SP, die verlangt, dass im PJZ-Gesetz verankert wird, dass das Kasernenareal freigegeben wird, wenn der PJZ-Neubau bezogen ist.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tim Map am 22.06.2017 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Really?

    ein Pflasterstein? gibt es da nichts wichtigeres, von welchem unsere weiten Nachfahren erfahren sollten?

    einklappen einklappen
  • TeaTimea am 22.06.2017 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    *grins*

    Ein Pflasterstein, sehe jetz schon wie die Leute rätseln ob der Stein wohl verehrt wurde oder so..

    einklappen einklappen
  • Butch am 22.06.2017 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitkapsel

    Also ich hätte da was anderes rein getan. Kantonsverfassung, andere Broschüren der Polizei, Bilder der Ausrüstung oder Uniformen oder irgendwie so etwas. Ein Pflasterstein... die werden auch in Zukunft so aussehen wie heute und der Stein ist sowieso x Millionen Jahre alt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 23.06.2017 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gespannt

    Mal abwarten wann wirklich eingezogen werden kann.

  • Bonifatz am 23.06.2017 00:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Technik

    Oh Gott...Die haben ja keine Ahnung wie man mit einer Schaufel arbeitet..Die Bauarbeiter hatten sicher Spass am zuschauen..

  • Experte am 22.06.2017 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schaufel!

    Es wundert mich, dass diese Regierunsräte und Co. überhaupt wissen wie man eine Schaufel richtig in die Hand nimmt. Ich denke die hatten vorher einen Einführungskurs.

    • Mario M. am 23.06.2017 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Experte

      Ja und die Bauarbeiter können kaum einen PC aufstarten. Die müssen ja auch nicht professionell mit einer Schaufel umgehen können, ist nicht ihr Job. Das ist rein symbolisch. Aber das checkst du nicht hm?:-)

    • M36 ohne K am 23.06.2017 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mario M.

      Klar privat surft niemand im www Und bauarbeiter sowiso nicht

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  • marko 32 am 22.06.2017 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Endlich gehts los

  • Betroffener am 22.06.2017 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemand will rein

    Leider ist das Gebäude zu klein, bew. wird zuviel darin plaziert. Ich kenne niemanden der dort hinein ziehen will. Für due Mitarbeiter zdem sehr schlecht erschlossen für das Auto, da keine Parkplätze. Es können nicht alle mit ÖV kommen