Zürich

25. Oktober 2016 21:13; Akt: 26.10.2016 07:50 Print

Stadt soll Koch-Areal an einen Privaten verkaufen

Weil die Stadt Zürich aus FDP-Sicht trödelt mit ihrem Bauprojekt auf dem besetzten Koch-Areal, soll ein Privater übernehmen. Darüber entscheiden soll das Stimmvolk.

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Die FDP der Stadt Zürich hat an ihrer Delegiertenversammlung vom Dienstag eine entsprechende Initiative präsentiert. Damit will die Partei dafür sorgen, dass das Grundstück entwickelt wird und gleichzeitig die Besetzer verschwinden. Die FDP kritisiert, dass die Stadt das Koch-Areal seit 2013 besitzt, aber bislang kein Bauprojekt vorgelegt hat.

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Die Stadt hatte das Grundstück für rund 70 Millionen Franken von der UBS erworben mit der Absicht, darauf Wohnungen, Gewerberäume und einen Park entstehen zu lassen.

«Mit einer Überbauung des Koch-Areals seitens der Stadt kann frühestens in sechs bis sieben Jahren gerechnet werden», schreibt die FDP in einer Medienmitteilung. Ein privater Bauherr würde das Projekt nach Ansicht der Partei in kürzerer Zeit umsetzen. «Gewiss muss auch ein Privater dem Parlament einen Gestaltungsplan vorlegen – aber es wären weniger Abstimmungen nötig als bei einem städtischen Projekt», sagt FDP-Präsident und -Gemeinderat Severin Pflüger.

Die Initiative verlangt, dass die Stadt das Grundstück schnellstmöglich an einen privaten Dritten verkauft. Dieser soll die Auflage bekommen, die Überbauung zügig voranzutreiben, Wohn- und Gewerbeflächen zu schaffen sowie einen Park anzulegen, der das Quartier Letzi zwischen Rauti- und Hohlstrasse aufwertet. «Ein Drittel der Wohnungen müssten gemeinnützig sein», sagt Pflüger.

Die Initiative wird dem Rechtskonsulenten des Stadtrats zur Vorprüfung vorgelegt.

Stadt weist Kritik zurück

Die Kritik der FDP, wonach es der Stadtrat bislang «versäumt» habe, ein Projekt für die versprochenen Wohnungen, Gewerbebauten oder den Park vorzulegen, lässt das Hochbaudepartement nicht gelten: «Basierend auf einer Machbarkeitsstudie, die seit kurzem vorliegt, sucht die Stadt nun potenzielle Bauträger und wird einen Architekturwettbewerb durchführen», sagt Sprecher Matthias Wyssmann. Danach folge der Gestaltungsplan, der dann wiederum vom Stadtparlament genehmigt werden müsse.

«Würde man – nach einem langwierigen demokratischen Prozess – das Koch-Areal verkaufen, müsste ein Privater im Gegensatz zur Stadt wieder bei null beginnen. Es würde also überhaupt nicht schneller gehen – im Gegenteil», sagt Wyssmann. «Zumal der Gemeinderat bei einem allfälligen Verkauf an den künftigen Besitzer Forderungen bezüglich günstiger Wohn- und Gewerberäume sowie Grünräumen stellen dürfte. Das Koch-Areal ist ungemein wichtig für die Quartierversorgung.»

Ärger vor allem wegen Lärms

Stadtrat Richard Wolff (AL) steht als Sicherheitsvorsteher in der Kritik, weil er die Übertretungen der Besetzer des Koch-Areals zu wenig geahndet habe. Seit Anfang Oktober gelten neue Regeln auf dem Koch-Areal bezüglich Veranstaltungen. Seither sind die Klagen aus der Nachbarschaft verstummt.

(sda/rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Norman am 25.10.2016 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    Was kann man erwarten...

    ... wenn Grüne, SP und AL die Fäden in der Hand haben. Mehr gibts dazu nicht zu sagen.

  • Rene Huber am 25.10.2016 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    räumen statt diskutieren

    Eines finde ich seltesam an dem Lager, zu dem die Koch-Areal-Besetzer gehören: Damals bei der DSI am lautesten "Rechtsstaat" propagieren, selber aber hier das Fundament des modernen Staates, die Eigentumsgarantie, exklatant missachten!

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  • Sandro am 25.10.2016 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klage

    Wann werden die Verantwortlichen endlich verklagt. Steuergelder werden unnötig verschleudert!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Melina am 26.10.2016 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Räumung

    Wenn das Areal verkauft wird darf es dann endlich geräumt werden oder weigert sich dann einfach die Polizei (auf Befehl der Genossen im Stadtrat)??

  • Spaniel am 26.10.2016 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Privat - Verkauf

    Sofort dabei! Dieser Zustand ist eine Zumutung für die Bevölkerung- macht endlich ein Ende damit.

  • Waterpolo1s am 25.10.2016 23:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Yes auf jeden Fall :-))

    Absolut einverstanden!!! 1. So wird rasch etwas gehen! 2. Das Hin und Her der Politiker hat endlich ein Ende! 3. Stadt kann das Areal bedtimmt teuer und mit Gewinn verkaufen. Abstimmen und Private machen lassen :-)))

  • Christoph Baumgartner am 25.10.2016 23:33 Report Diesen Beitrag melden

    Kompromiss Pt. 1

    Ich finde das Thema schwieriger als ich in den Kommentaren lesen kann. Würde das Areal geräumt, müssten diese Leute irgendwo in die Gesellschaft eingegliedert werden. Das ist aber nicht leicht, nicht jeder kommt mit unserem System gleich gut zu Recht. Aber ein System brauchts nun mal bei Millionen Menschen, aber die vom Kochareal sind eine überschaubare Menge, wie in der Reithalle in Bundesbern. Also wären sie da gar nicht mal so schlecht untergebracht. Wären alle Bewohner fähig sich aber trotzdem an gewisse Grundregeln zu halten gäbe es vielleicht einen Kompromiss.

    • Christian am 25.10.2016 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Christoph Baumgartner

      Ich frag mal bei der Stadt nach, ob ich auch einen Kompromiss kriege. Weil, naja, eigentlich möchte ich keine Miete mehr bezahlen... ah und unsere Gesetze passen mir auch nicht alle, ich schicke gleich noch ein PDF mit den Paragraphen, die ich fortan nicht mehr befolgen möchte.

    • Besserwisserdennje am 25.10.2016 23:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Christoph Baumgartner

      Andere biegen sich ins System und zerbrechen daran, diese Ellböglervertreter brauchen nicht die Unterstützung einer Gesellschaft die sie verachten. Weshalb haben nicht 0815ler die Möglichkeit auf Kosten des Staates zu wohnen? Weil selbige ihre Aufgaben im staatlichen Kollektiv erfüllen sollen sie die Benachteiligten sein? Nein Danke

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  • Carla am 25.10.2016 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vor dem Gesetz sind nicht alle gleich

    Hier werden mit Steuergeldern marxistische Projekte des rot-grünen Filzes gesponsert, nichts anderes. Ein Rechtsfreier Raum mit gratis Versorgung der linksextremen Szene. Wenn der Staat sowas für Rechtsextreme machen würde.... Uiuiui!

    • Slowy am 25.10.2016 23:13 Report Diesen Beitrag melden

      Umarmung?

      Linksextreme? Ich bitte Sie. Da sind junge, kreative und hippies. Es wird gekocht, gehandelt, angebändelt, getanzt, musiziert, philosophiert, gemalt, geflirtet u.v.m. Das ist ein Teil des Lebens :) Sonst hätte die Stadt ja längst was gemacht. Oder ist Ihnen lieber die krempeln die Ärmel hoch und fangen an ihren trüben Alltag umzugestalten. Dann werden wieder Stellen abgebaut!!

    • Besserwisserdennje am 25.10.2016 23:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Slowy

      Die von ihnen genannten Eigenschaften treffen auch auf grosse Teile der Gesellschaft zu und wohl kaum auf jeden Koch-Areal Bewohner. Weshalb sollte dann eine selbsternannte Gruppe vom staatlichen Kollektiv mit Gratiswohnen bevorteilt werden?

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