Wie schlittle ich unfallfrei?

19. Januar 2017 05:49; Akt: 19.01.2017 11:43 Print

«Schlitteln wird von vielen unterschätzt»

Jetzt ist Hochsaison für Schlittler. Aber Achtung: Jedes Jahr kommt es schweizweit zu rund 7200 Schlittelunfällen. Ein Experte sagt, worauf man achten muss.

Benedikt Heer, Berater Sport bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (Bfu) zeigte 20 Minuten auf dem Uetliberg, wie man unfallfrei schlittelt. (Video: Alice Grosjean / jen)
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Mit vollem Tempo auf einem Davoser Schlitten einen schneebedeckten Hang hinunter fahren, dabei mit den Füssen die scharfen Kurven kratzen und sich im Schnee treiben lassen: Was nach viel Spass klingt, kann gefährlich enden. Erst letzten Sonntag kam es am Zürcher Uetliberg zu zwei Unfällen. Die Verletzten mussten mit einer Seilwinde der Rega geborgen werden. Keine Einzelfälle: Jedes Jahr verunglücken in der Schweiz rund 7200 Personen beim Schlittelplausch.

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«Häufig verunfallen Leute, weil sie die Geschwindigkeit unterschätzen oder die eigenen Fähigkeiten überschätzen», sagt Benedikt Heer, Berater Sport bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). Um Unfälle zu verhindern, müsse man sich an ein paar Schlittelregeln halten. Dazu gehöre unter anderem, dass man genügend Abstand zu anderen Fahrern hält, die Geschwindigkeit den Verhältnissen anpasst und auch, dass man keine Schlitten aneinander bindet.

«Der Rodel ist der richtige Schlitten»

Zudem sei ein Helm mit Skibrille, Schuhe mit gutem Profil und Bremshilfen bei eisiger Unterlage empfohlen, um Unfälle zu vermeiden. Warme, wetterfeste Kleidung und Handschuhe gehörten ebenso dazu. Wichtig sei es überdies, sich mit der Schlitteltechnik auseinaderzusetzen und das richtige Schlittelgerät zu benutzen. Heer: «Für uns ist der Rodel der richtige Schlitten.»

Dieser sei besser steuerbar und somit auch besser kontrollierbar: «Der Davoser Schlitten ist eine starre Konstruktion. Bei einer eisigen Unterlage rutscht dieser eher weg. Und auch die Kurven sind mit einem starren Holzschlitten schwerer zu nehmen», sagt Heer.

Bob sind nur für Anfängerhänge geeignet

Und was ist mit dem Bob, der vor allem bei Kindern beliebt ist? «Es kommt ganz darauf an, wo man diesen benützen will», sagt Heer. An Schlittelhängen mit weichem Schnee sei der Bob geeignet, denn dort sei der Schnee weich. Heer: «Sobald man aber auf Schlittelpisten oder Schlittelwegen mit harter Unterlage fährt, sollte man einen richtigen Schlitten nehmen — also einen Rodel.»

Nebst all diesen Sicherheitsvorkehrung sei aber vor allem eines wichtig: Seine eigenen Grenzen zu kennen und Rücksicht auf andere zu nehmen. «Jeder denkt, er kennt das Schlitteln von seiner Kindheit her und weiss also, wie es funktioniert, auch wenn er nur alle fünf Jahre einmal schlittelt», sagt Heer. «Dabei verändern sich die Weg- und Schneeverhältnisse, die Schlittelgeräte und mit dem Alter auch der eigene Körper. Man sollte sich daher immer wieder aufs Neue bewusst damit auseinandersetzen.»

(jen)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • WeedChiller am 19.01.2017 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Pfeiffen oder was?

    Wir sind ja eigentlich ein Wintersportland. Am Montag las ich über sich überschätzende Skifahrer, jetzt können plötzlich nur noch die wenigsten schlitteln. Habt einfach Spass und tragt Sorge, diese Sportarten sind keine Wissenschaft ;-)

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  • Marc am 19.01.2017 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lindauer

    Rodeln ist ein sehr cooler Sport. Habe mir letztes Jahr einen Lindauer Top Rodel gekauft, mit Kunststoffkufen und Stahlkanten. Das Ding ist der Hammer. Meine Strecke ist zwar sehr einfach, Preda Bergün macht aber unendlich viel Spass und vor allem Freude. Wünsche euch allen eine unfallfreie Rodelsaison

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  • Gruftie am 19.01.2017 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wie haben wir das bloss überlebt...

    Als leicht über 50jähriger Gruftie fragt man sich immer wieder, wie man seine Jugend überlebt hat. Beim "Töfflifahren" gab es noch kein Helmobligatorium, auf der Skipiste fuhren 99% mit der Skikappe, schon ein 1 Klässler wusste, dass man wegen der Hochspannung nicht auf Züge oder Bahnmasten klettert, Schlitten ist man ebenfalls ohne Sicherheitsberater gefahren... Vieles ist seither besser geworden, Helme verhindern schwere Unfallfolgen. Insgesamt habe ich allerdings den Eindruck, dass es heute in gewissen Bereichen an "praktischer Lebenstauglichkeit" + gesundem Menschenverstand fehlt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Christoph am 20.01.2017 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    ernsthaft?!

    Jetzt brauchts noch eine Filmanleitung für Städter, wie man schlitteln sollte? Bleibt besser zu Hause, denn bremsen könnt ihr auch mit Anleitung nicht!

  • K. Kerlak am 19.01.2017 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht beim Schlittenkauf

    Darauf achten, dass eine gerade Zahl an Sitzlatten gewählt wird. Bei einer ungeraden Anzahl ist nämlich die mittige Latte jene, auf der das Steissbein zu hocken kommt, und alles weitere sei der Phantasie überlassen....

  • Rodler am 19.01.2017 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Mitdenken!

    Liebe Leute, wenn ihr vom Schlitten (oder was auch immer) fällt, dann bleibt BITTE nicht mitten in der Bahn liegen, sondern verzieht euch sofort auf die Seite, wenn ihr dafür wirklich zu verletzt seid, dann müsst ihr halt laut schreien damit man rechtzeitig abbremsen kann. Bei Kurven daran denken, wo die nächsten Schlittler wahrscheinlich hindriften werden. Wer unbedingt schnell fahren will, sollte das im Griff haben und schauen, dass er vor den Massen auf der Bahn ist, in Bergün rennen die schnellen Schlittler in Preda richtiggehend zum Start, wers gemütlich will, soll die ziehen lassen.

    • R.R. am 20.01.2017 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rodler najaa..

      Ich hätte da noch eine bessere Idee...wenn viele Schlittler auf der Strecke sind, sich anpassen und nur so schnell fahren, daß man in jeder Situation anhalten kann...! Die ''Speedfahrt'' verschieben...

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  • Gruftie am 19.01.2017 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wie haben wir das bloss überlebt...

    Als leicht über 50jähriger Gruftie fragt man sich immer wieder, wie man seine Jugend überlebt hat. Beim "Töfflifahren" gab es noch kein Helmobligatorium, auf der Skipiste fuhren 99% mit der Skikappe, schon ein 1 Klässler wusste, dass man wegen der Hochspannung nicht auf Züge oder Bahnmasten klettert, Schlitten ist man ebenfalls ohne Sicherheitsberater gefahren... Vieles ist seither besser geworden, Helme verhindern schwere Unfallfolgen. Insgesamt habe ich allerdings den Eindruck, dass es heute in gewissen Bereichen an "praktischer Lebenstauglichkeit" + gesundem Menschenverstand fehlt.

    • Spaniel am 19.01.2017 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gruftie

      Sehr guter Kommentar- schliesse mich gerne an!

    • Ratmal Werwol am 19.01.2017 13:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Gruftie

      Bin gleicher Meinung. Ich warte noch auf die Helmpflicht für Fussgänger, danach trete ich dann vermutlich ab.

    • R.R. am 20.01.2017 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gruftie ....

      Genau das hab' ich auch gedacht...Viele meinen die gute Ausrüstung sei ein Freipass und haben das Gefühl es könne nichts mehr passieren...

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  • cma am 19.01.2017 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regel 1

    gesunden Menschenverstand anschalten und gut ist. Herrgott wie haben wir nur überlebt bis heute...

    • Alfred Eisler am 19.01.2017 17:30 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht so einfach!

      Gesunden Menschenverstand einschalten ohne App. Wie geht das?

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