Umstrittene Cannatrade

09. September 2012 19:49; Akt: 09.09.2012 20:12 Print

Hanfmesse lockt 7000 Besucher anHanfmesse lockt 7000 Besucher an

von Roman Hodel - Die erstmals in der Dietiker Stadthalle ausgetragene Hanfmesse hat gegen 7000 Besucher angezogen – darunter auch die Polizei und einen Stadtrat.

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Von Papierli bis zu Filter – an der Cannatrade in Dietikon gab es alles, was das Hanf-Herz begehrt. (Bild: rom)

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«Hier gibts ja nicht mal Gras zu kaufen», sagte die enttäuschte Larissa* gestern beim Verlassen der Stadthalle. Anderen gefiels an der Cannatrade besser: «Wir besorgten Stecklinge, um selber Hanf zu züchten», so Christoph und Daniel (beide 16) stolz. «Nein, unsere Mütter haben kein Problem damit.»

Die erstmalige Austragung der Hanfmesse in Dietikon hatte im Vorfeld für einigen Wirbel gesorgt: Sabina Geissbühler, Präsidentin der Schweizerischen Vereinigung Eltern gegen Drogen, fand es «verwerflich», dass die Cannatrade neben einem Schulhaus stattfindet (20 Minuten berichtete). Sie intervenierte bei den Behörden – vergeblich. SVP-Stadtrat Roger Brunner besuchte die Messe am Samstag privat: «Ich sah nichts Illegales, sondern überraschend viele Leute, die einfach ihren Lifestyle pflegten.» Man müsse die Abschlussbeurteilung noch abwarten, aber grundsätzlich würde man die Messe wieder bewilligen. Auch die Kantonspolizei Zürich war präsent: «Aus unserer Sicht gab es keine Vorkommnisse», sagte Sprecher Martin Sorg.

Das freut Marcel Müller, Sprecher der Cannatrade: «Diesmal ist sogar die Demo unserer Gegner ausgeblieben.» Insgesamt zählten die Organisatoren «gegen 7000 Besucher». Die nächste Cannatrade soll in zwei Jahren stattfinden. Wo, das ist noch offen. Müller: «Dietikon hat aber sicher gute Chancen.»

*Name geändert

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  • Martin am 12.09.2012 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Rauchverbot

    In der CH haben wir ein Rauchverbot und die machen eine Hanfmesse? Rauchen wird verboten, dafür das Kiffen legalisiert? Wir leben in einer komischen Welt! Wirklich! Kiffen beeinflusst die Reaktion und die Wahrnehmung um einiges mehr, als eine Zigarette. Stinken tut es auch noch viel mehr. Aber es wird schon halb legalisiert. Ich verstehe das einfach beim besten Willen nicht!

  • Walter Engelskind am 10.09.2012 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    Blauäugig

    Der Alkoholvergleich musste ja kommen. Den Cannabiskonsum dadurch aufzuwerten, indem man auf den Alkoholmissbrauch verweist, ist eine bequeme Rechtfertigung.

    • Jim Panse am 10.09.2012 14:36 Report Diesen Beitrag melden

      Definitiv obligatorisch...

      ...schlicht aus dem Grund, dass es Vergleichbar ist. Beides wird von vielen tausenden von Schweizern täglich konsumiert und bleibt, wenn im Rahmen und mit etwas Selbstdisziplin genossen, ohne schwerwiegende Schäden. Wobei genau sehen Sie da ein Problem?

    • Tommy am 10.09.2012 18:51 Report Diesen Beitrag melden

      was spricht dagegen?

      Klar kommt dieser Vergleich immer wieder! Es ist ja auch hervorragend vergleichbar! Beides sind bewusstseinsverändernde Drogen. Beide können körperliche Schäden oder eine Abhängigkeit verursachen, das eine ist legal, das andere nicht. Wo ist deiner Meinung nach der gigantische Unterschied? Ausserdem geht es bei weitem nicht nur um das "die dürfen aber auch"-Argument. Siehe mein Post ganz zu unterst! Es hätte auch für dich persönlich eine Menge Vorteile! (du würdest z.B. bei KK-Prämien und Steuern sparen bzw. mehr für dein Steuergeld bekommen...)

    • Andreas Kovac am 10.09.2012 22:12 Report Diesen Beitrag melden

      Schaden und Abhängig

      Tommy, Du hast es gerade gesagt! Zitat "Beide können körperliche Schäden oder eine Abhängigkeit verursachen" Also warum legalisieren wenn es schon ilegal ist? Alkohol kann man nur schwer ilegalisieren, also bleiben wir dabei und das Zeug gehört strikt verboten und sicher nicht in die Hände von 16 Jährigen!!!!

    • Tommy am 10.09.2012 23:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Andreas Kovac

      Wie wir heute sehen ist es unmöglich das Verbot durchzusetzen! Es ist daher nichts als kontraproduktiv. Die negativen Folgen werden verstärkt (Gesundheitsschäden und -KOSTEN durch fehlende Qualitätskontrolle, organisiertes Verbrechen, Verfügbarkeit für Minderjährige durch fehlenden Jugendschutz, soziales Stigma etc.) und die positiven Folgen (Einnahmen, Marktkontrolle, Arbeitsplätze...) bleiben in der Hand von Kriminellen! Der Staat und die braven Bürger verlieren also in jeder Hinsicht, während die Verbrecher gewinnen!

    • Tommy am 10.09.2012 23:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Andreas Kovac: gesundheitlicher Teil

      Alkohol ist ein Gift, was man also spürt wenn man trinkt sind leichte Vergiftungserscheinungen. In kleinem Masse sind die angenehm, in höherem Masse gefährlich bis tödlich (ich kenns, war mal im Spital deswegen). THC ist im Gegensatz zu den meisten Drogen KEIN Gift! Es ist daher NICHT tödlich! Die körperlichen Langzeitschäden kommen v.a. vom ungefilterten Rauchen. Wäre es legal wäre es einfacher Vaporizer zu kaufen, die genau das verhindern! Alk, Nikotin und Koffein können alle körperlich abhängig machen! Cannabis nicht! Nur 5-10% der Kiffer entwickeln eine relativ leichte psychische Sucht!

    • bart wakker am 11.09.2012 01:23 Report Diesen Beitrag melden

      Ungerecht

      Es bleibt aber auch eine nicht hinnehmbare ungerechtigkeit, und dummheit. Genau diesen punkt, dass alcohol, obwohl viel schädlicher, legal ist, beweisst dass der verbot nichts weiteres ist als der geschmack der mehrheit der sich gegen einer (grossen) minderheit durchsetzt. Es ist reine willkür und zwängelei. Ich koche vor wut immer wenn ich es mir überlege. Grrr.

    • CH-Bürger am 11.09.2012 02:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Andreas Kovac

      Warum legalisieren? Weil die Strafverfolgung der Konsumenten nichts an der Schädlichkeit dieser Droge ändert. Warum sollte der Konsument, wenn er denn schon durch die Droge geschädigt wird, noch zusätzlichen Schaden durch die Strafverfolgung erleiden müssen? Er wird dadurch nicht gesünder. Und wenn er vom Abhängigkeitssyndrom betroffen ist, wird ihn die Bestrafung sowieso nicht davon abhalten. Davon abgesehen ist Cannabis nun mal weit weniger schädlich als Alkohol und es macht absolut keinen Sinn, eine weniger schädliche Substanz zu verbieten, während man eine Gefährlichere erlaubt.

    • Andreas Kovac am 11.09.2012 16:03 Report Diesen Beitrag melden

      Na dann

      Na dann muss man ja fast alles legalisiere! Crack, Heroin, Crystal Meth, Crocodille, XTC, Rohypnol, sämtliche Psychopharmaka usw usw usw........schöne heile Welt!

    • CH-Bürger am 12.09.2012 12:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Andreas Kovac

      Drogen sollten sowieso allesamt legalisiert werden. Von der Gegenseite (also ihrer) kam jedoch noch nie eine sachliche Erklärung, was das Verbot überhaupt bezwecken und wie es das machen soll. Mir scheint, dass man gar keine Überlegungen über allfällige ungewollte Konsequenzen der Prohibition gemacht hat, sondern nur die Gefahren des Konsums angeschaut hat. Einfach Gesundheitsrisiken aufzählen, rechtfertigt jedoch noch lange keine Strafverfolgung von Konsumenten.

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  • P.S. am 10.09.2012 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Messe

    Ich war selber mit ein paar Freunden da, haben viele interessante Dinge gesehen, Sachen ausprobiert, nette Leute getroffen und eine lustige und schöne Zeit dort gehabt. Die Legalisierung von Gras ist in einem liberalem Land wie der Schweiz längst fällig, jedoch der Widerstand der "Spiesser", welche nie Erfahrungen mit Gras gemacht haben, immer noch zu gross, schade. Dass Kiffer nur rumfaulen und Gras der Psyche schadet ist absoluter Quatsch und erfundene Argumente von den oben genannten Leuten. Woher habt ihr Angst? Von einem Kiffer niedergestochen zu werden? Bitte seid vernünftig.

    • Jim Panse am 10.09.2012 12:05 Report Diesen Beitrag melden

      "Spiesser" mit Erfahrungen

      Diese "Spiesser" haben wohl nicht alle 0 Erfahrungen mit Cannabis. Die meisten kennen wohl schlicht 1, 2 Cannabis abstürze und verallgemeinern diesen Zustand auf alle Konsumenten. Die grosse Mehrheit der Konsumenten aber hat einen gesunden Umgang mit der Droge gefunden und fällt deshalb gar nicht unter Verdacht, dies zu konsumieren. Die Schlussfolgerung, alle Kiffer seien motivationslose Sozialfälle, ist dann die "logische" Folge.

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