Zürich-Hardturm

14. Juli 2016 08:38; Akt: 14.07.2016 08:56 Print

Stadion-Investor in letzter Minute gefunden

Kurz vor dem Ende des Hardturm-Stadionwettbewerbs hat die Firma HRS den Investor verloren. Innerhalb von nur einer Woche fand sie einen neuen und gewann.

Bildstrecke im Grossformat »
Blick auf das künftige Hardturm-Areal mit den beiden Hochhäusern. Die HRS Investment AG und Immobilienanlagegefässe der Credit Suisse realisieren hier ein neues Stadion und zwei Wohn- und Geschäftshochhäuser. Das Team hat den Investorenwettbewerb mit dem Projekt Ensemble gewonnen. Die Architekten sind Pool Architekten (ZH), Caruso St John Architects (London) und Boltshauser (ZH). Die beiden Hochhäuser werden 137 Meter hoch ... ... und damit elf Meter höher als der 126 Meter hohe Prime Tower - aktuell das höchste Gebäude der Stadt. Aber zurück zum Hardturm-Projekt: Hier eine Visualisierung von der Pfingstweidstrasse her. Der Platz vor dem Stadion als Begegnungszone. Blick unter die (obere) Tribüne ... ... und ins Stadioninnere. In diesen Häusern werden die Genossenschaftswohnungen realisiert - und zwar von der Allgemeinen Baugenossenschaft (ABZ). Die Wettbewerbsprojekte aller fünf Bieterteams sind vom 13. bis 23. Juli 2016 in den Wettbewerbsräumen des Amts für Hochbauten im Pavillon Werd, Morgartenstrasse 40 in Zürich, ausgestellt. Öffnungszeiten: Mo bis Fr, 16 bis 20 Uhr; Sa und So, 14 bis 18 Uhr; 13. Juli 2016 nur von 18 bis 20 Uhr. Nun folgen die vier unterlegenen Projekte: Zwei Hochhäuser hatte auch das Projekt Portal Hardturm Team 1, PSP Swiss Property AG mit den Architekten Adrian Streich (ZH), Bob Gysin (ZH) sowie Burkard und Meyer (Baden). Letztere hatten bereits das 2013 abgelehnte Stadion entworfen. Es sieht denn auch bei der Neuauflage ziemlich ähnlich aus. Das Mi-ca-do Kollektiv (Team 3) begnügte sich mit einem Turm, der dafür 150 Meter hoch geworden wäre. Dahinter stecken die Anlagestiftung Turidomus/Anlagestiftung Adimora vertreten durch Pensimo Management AG mit den Architekten Baumschlager Eberle (ZH), Chabanne (Lyon) und BIG Group aus Dänemark. Weit weniger hoch wäre das Projekt Jalkapallo (Team 4) der Schweizerischen Lebensversicherungsgesellschaft AG geworden. Entworfen hatten dieses die Architekten Theo Hotz Partner (ZH), Burkhalter Sumi (ZH) und Philippe Cabane (BS). Und so hätte dieses Projekt von oben ausgesehen. Schliesslich noch das vierte Projekt, das unterlegen ist. Es heisst Blau Weiss (Team 5) und stammt vom Konsortium Helvetic/Berninvest AG mit den Architekten Huggenbergfries (Limmat-Tower Dietikon), Schwaar + Parner sowie Maier Hess. Im obersten Stockwerk des höchsten Hochhauses war eine Sky-Bar eingezeichnet. Fast so imposant wie die beiden geplanten Hochhäuser beim Zürcher Stadion war der Aufmarsch der Redner anlässlich der Medienkonferenz am 12. Juli 2016, bei der die Stadt das Ergebnis des Investorenwettbewerbs präsentiert hat. Es sprachen Zürichs Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne), ... ... Hochbauvorstand André Odermatt (SP), ... ... Stadtrat Gerold Lauber (CVP) als Schul- und Sportvorsteher, ... ... Stadtbaumeister Patrick Gmür, ... ... GC-Präsident Stephan Anliker ... ... und FCZ-Geschäftsführer Thomas Schönenberger. Vorderhand bleibt das Hardturm-Areal aber eine Brache. Wann das Stadion und die Hochhäuser gebaut werden können, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen. Sicher ist: Das Stadtparlament muss sich auch noch damit befassen - und ziemlich sicher auch das Stimmvolk. Und eben genau an der Urne war das vorherige Stadionprojekt am 22. September 2013 gescheitert. Diese Miniausgabe in Tortenform am selben Tag vor dem Match GC - Thun im Letzigrund präsentiert, konnte das Nein nicht abwenden. Das waren noch Zeiten: Blick ins Hardturm-Stadion während des spektakulären Meisterschaftsfinales gegen Sion am 8. Juni 1991. 3:2 gewannen die Grasshoppers und konnten damit eine Runde vor dem Meisterschaftsende den Pokal entgegennehmen. Sie wurden damit zum 22. Mal Schweizer Meister. Zwei Hochhäuser sind übrigens auch das Markenzeichen des Luzerner Fussballstadions.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Fünf Firmen nahmen am Investorenwettbewerb für das neue Hardturmstadion teil. Doch nur einen Monat bevor die Jury zusammentrat, kam der späteren Wettbewerbsgewinnerin HRS ihr Hauptinvestor abhanden. Die Gesellschaft Swisscanto, die der ZKB gehört, wollte nicht mehr. Innerhalb von nur einer Woche konnte die HRS jedoch die Bank CS als Investorin für die zwei Wohntürme gewinnen.

Umfrage
Gefällt Ihnen das Siegerprojekt des künftigen Zürcher Fussballstadions?
61 %
10 %
13 %
16 %
Insgesamt 7713 Teilnehmer

Dass der kurzfristige Wechsel bei einem 500-Millionen-Projekt möglich war, erklärt HRS-Geschäftsführer Martin Kull mit langjährigen Geschäftsbeziehungen zur CS. Zudem habe das eigene Konzept überzeugt, weil es «marktkonform» sei. Daher sei der Ausstieg der Swisscanto überraschend gekommen, sagt Kull. Die Swisscanto schweigt zu ihren Gründen.

Projekt überzeugte die CS

Die Immobilienabteilung der Credit Suisse hat laut Insidern schon in einer frühen Wettbewerbsphase die Pläne diverser Teams geprüft, aber allen eine Absage erteilt. Laut einer CS-Sprecherin habe sich die Ausgangslage seither dahingehend geändert, dass nun ein konkretes, pfannenfertiges Projekt vorgelegen habe.

Gemäss Patrick Pons vom Finanzdepartement der Stadt, das den Wettbewerb in Auftrag gab, erfuhr die Jury vom Wechsel, bevor sie den Gewinner kürte. Die unterlegenen Wettbewerbsteilnehmer versichern, das Urteil der Jury nicht anzufechten. Hinter vorgehaltener Hand sagen manche aber, der Stadtrat müsse sich kritische Fragen gefallen lassen. Vor allem, ob jenes Projekt den Zuschlag erhalten habe, das der Stadt den höchsten Baurechtszins versprach.

Die Stadt behält diese Angaben laut Pons unter Verschluss. Der Baurechtszins sei aber nicht der «alles entscheidende Faktor». Bei HRS habe das Gesamtpaket überzeugt.

(Übernommen vom «Tages-Anzeiger» bearbeitet von 20 Minuten)

(som)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Samoibel am 14.07.2016 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Los

    Los Baut das Ding endlich und gut ist. Jeder der eine einsprache einreicht wird in den Argau zwangsumgesidelt.

    einklappen einklappen
  • Diotima am 14.07.2016 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bild 2

    Persönlich find ich die Skyline, wie sie hier gezeigt wird, einfach nur schön-ohne Ironie. Die Türme beleben das Bild, passen sich gut in das bereits vorhandene ein. In Kunst und Architektur geht es doch immer darum, neue Ausdrucksweisen zu finden und zu gestalten. Und wenn die Schweiz verdichtet bauen muss, geht das nur in die Höhe weil nirgendwo mehr sonst Platz vorhanden ist. Hoffentlich beweist die Stadt Zürich Mut und baut genau so, wie es hier vorgeschlagen ist.

  • Lukas Meister, Zürich am 14.07.2016 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Zweifelhaft!

    Wie genau hier in Zürich ein Projekt ausgewählt wird, wer alles "mitmischt" und warum die Stadt nicht transparent aufzeigt, aufgrund welcher Kriterien hier genau ein Projekt bevorzugt wird, halte ich doch für sehr fragwürdig. Persönlich halte ich hier Transparenz doch für eine Mangelware - daraus folgere ich - Es gibt etwas zu verstecken!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf am 15.07.2016 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    FDP-Leutenegger soll Ab-/Zurücktreten

    Deer zuständige FDP-Stadtrat macht ganz Zürich mit seiner Bauerei kaputt, um die Reichen-Investoren zu unterstützen.

  • bruno& am 14.07.2016 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke den Zürcher

    Das Gute daran ist dass endlich in die Höhe gebaut wird und nicht x tausend m2 Land zubetoniert werden für biedere Kleinhäuschen.!

  • Condor am 14.07.2016 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Der herr Häfeli (ex Präsident FC Biel) hat sicher seine Finger im Spiel ?! Absolut schrecklich dieser Neubau aber werde immer GC Fan bleiben. Alles gute aus dem Seeland

  • Besorgter Stadtzürcher am 14.07.2016 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Seelenlos zum Hochhauszoo

    Auf solche Hochhäuser können wir gerne verzichten. Das sind nur Symbole des Kapitals, wohin das führt kann man in London gut sehen. Der Stadtkern ist fest in Banken-, Versicherungs- und Modelabelhände. Die Stadt ist komplett tod! Zürich ist noch eine Stadt mit Bewohnern und voller Leben aber wenn wir nicht aufpassen und das Kapital nicht endlich in die Schranke weisen, wird auch diese Stadt zu einer Zombiezone. "Hebet bitte dere Stadt sorg, sie ghört nämlich no eus"!!!

    • Kein Wunder am 14.07.2016 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Besorgter Stadtzürcher

      Es gibt in Zürich viele Bänkler und deren Wasserträger, die müssen natürlich den Daumenrunter drücken. Die haben noch nicht gemerkt, dass das Kapital auch sie früher oder später in die Gosse stossen wird! Das ist einfach nur traurig. Arme Stadt:-(

    einklappen einklappen
  • Heiri Gloor am 14.07.2016 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So läufts unter Kriminellen

    Sollte die CS bald in Konkurs gehen, werden Millionen aus der Bundeskasse achgeschoben

    • Heinz Maier am 14.07.2016 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heiri Gloor

      Falls sie an die ubs rettung gedenken, muss ich ihnen mitteilen, dass der bund nicht die bank gerettet hatte. Die bank war dem bund grundsätzlich egal. Die bank wurde gerettet um den volkswirtschaftlichen schaden zu vermeiden. Dieser schaden hätte alle getroffen und einiges mehr gekostet. Aber hauptsache wieder mal den löwen brüllen lassen. Hoffe sie horten ihr bargeld unter der matratze. Falls nicht, bitte sofort das geld von den bösen banken abheben.

    • Systemkritiker am 15.07.2016 11:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Heinz

      Also die Isländer liessen Ihre Banken ohne Rettung mittels Steuergeldern untergehen und denen geht es sehr gut. Dabei ging es nicht um den möglichen volkswirtschaftlichen Schaden sondern darum die Schulden der Banken mittels Steuergeldern zu begleichen. Sowie es in vielen anderen Ländern auch getätigt wurde. Es ist eine Frechheit dass die Misswirtschaft der Finanzindustrie durch Steuergelder behoben werden muss.

    einklappen einklappen