Stadt Zürich

17. November 2016 13:16; Akt: 17.11.2016 13:16 Print

Zu viele Parkkarten – zu wenig Parkplätze

In der Stadt gibt es deutlich mehr Blaue-Zone-Parkkarten als Parkplätze. Während die einen Parteien dafür plädieren, weiter Parkplätze abzubauen, sorgt das bei anderen für rote Köpfe.

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In Zürichs blauer Zone herrscht Platznot: zu viele Autos, zu viele Parkkarten, zu wenig Parkplätze. Neben den Inhabern von Tages- oder Jahresparkkarten belegen auch die Kurzparkierer Plätze – sie dürfen mit einer Parkscheibe maximal 90 Minuten bleiben. Und nachts ist das Parkieren sogar für alle gratis.

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Einheimische finden deshalb in den Ausgehvierteln am Abend keinen Platz mehr für ihr Gefährt, weil dieser bereits von einem auswärtigen Auto besetzt ist. Das führt vermehrt zu Such­verkehr und roten Köpfen bei den Anwohnern.

Der Stadt sind die Hände gebunden

Was tun? Parkkartenbesitzer würden es begrüssen, wenn die freie Parkzeit in der blauen Zone auch nach Feierabend beschränkt wäre, doch der Stadt sind für solche Massnahmen die Hände gebunden.

Die blaue Zone gilt gesamtschweizerisch Montag bis Samstag von 8 bis 19 Uhr. Will heissen: Von 19 bis 8 Uhr und am Sonntag parkieren alle gratis in der begehrten Zone. Marco Cortesi, Pressesprecher der Zürcher Stadtpolizei: «Ich kann mir vorstellen, dass es für Anwohner in Ausgehvierteln ab und zu ein Problem ist, in der blauen Zone einen Parkplatz zu finden.»

Abbau von Parkplätzen

Tatsächlich ist das Angebot knapp. Letztes Jahr gab es 33'900 Parkplätze in der blauen Zone, allein an die Anwohner in den Quartieren wurden 35'300 Parkkarten vergeben. Dazu kamen noch 7900 ganzjährige Parkkarten fürs Gewerbe und 212'000 Tagesbewilligungen.

Die Stadt hat sich mit der Strategie «Stadtverkehr 2025» zum Ziel gesetzt, den Anteil des motorisierten Individualverkehrs am Gesamtverkehr um 10 Prozentpunkte zu reduzieren. Sie muss also Massnahmen treffen, damit mehr Menschen den öffentlichen Verkehr nutzen. Eine dieser Massnahmen ist der Abbau von Parkplätzen.

Blaue Zone in Konkurrenz zu Tiefgaragen-Plätzen

Nun ist es immer noch Vorschrift, dass zu Wohn- und Gewerbebauten auch eine bestimmte Anzahl Garagenplätze gebaut werden muss. In den letzten Jahren sind sehr viele Tiefgaragenplätze gebaut worden. Das Tiefbauamt geht davon aus, dass etwa 10 Prozent der Garagenplätze in Wohnhäusern leer bleiben. Genaue Zahlen gibt es nicht.

Die Tatsache, dass in den blauen Zonen Gedränge herrscht, während in Garagen Plätze verwaisen, ist für Gemeinderat Markus Knauss (Grüne) eine «unhaltbare Situation». Die Stadt mache mit ihren Parkplätzen in der blauen Zone für 25 Franken pro Monat ein «Billigangebot», das die Tiefgaragenplätze der Hausbesitzer konkurriere.

Barrieren aufstellen

Nach Meinung der Grünen müsste das Angebot in der blauen Zone konsequent reduziert werden, damit die unterirdischen Parkmöglichkeiten optimal nutzbar sind. Karin Rykart Sutter, Fraktionspräsidentin der Grünen im Gemeinderat, findet gar: «In den Ausgehvierteln sollten wieder Barrieren aufgestellt und das Gratisparkieren in der blauen Zone nachts und an Wochen­enden abgeschafft werden.»

Nicole Barandun, Präsidentin des Stadtzürcher Gewerbeverbands und CVP-Kantonalpräsidentin, schlägt zur Verbesserung der Parkplatzsituation folgende Massnahme vor: «Eine Möglichkeit wäre, die Zahl der Güterumschlagplätze zu erhöhen, damit fürs Ein- und Ausladen nicht die blaue Zone benutzt wird.»

Eine Lösung ist bis anhin nicht absehbar. Vorerst ist nur eines sicher: Die Nachfrage nach Parkplätzen in der blauen Zone wird in Zürich nicht abnehmen. SVP-Gemeinderat Derek Richter sagt deshalb: Das Ziel könne deshalb nur sein, «konsequent weiteren Parkplatzabbau zu verhindern».

Übernommen vom «Tages-Anzeiger», bearbeitet von 20 Minuten.

(jen)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max am 17.11.2016 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weg mit rot-grün

    An stelle vom reklamieren nächstes mal Abstimmen gehen und schauen, dass die rot grüne übermacht vrrschwindet dann ist vorbei mit der Parkplatz vernichtung und schöne teuer erbaute Strassen werden auch nicht zu Wohnstrassen.

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  • roter Kopf am 17.11.2016 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Baustellen

    Nebst den Parkplatzmangel, sind auch die Baufirmen unglaublich mühsam, denn diese blockieren die einzig verbliebenen PP in teils Quartieren bei denen ohnehin schon viel zuwenige vorhanden sind!

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  • swissbird am 17.11.2016 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vollpf.-J.

    Zur Klärung: Es geht nicht um blaue Parkkarten (die bekommt man für Fr. 2.- an jeder Tankstelle, wie Autofahrer wissen), sondern um die städtischen Dauerparkberechtigungen. :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris am 18.11.2016 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Bye rot-grün

    Ziel erreicht: ich meide die Stadt Zürich zu 100%. Es heisst ja nur der Individualverkehr solle reduziert werden, vom Erhöhen des ÖV wird nichts geschrieben. Also kaufe ich ausserhalb ZHs. Sollen die Rot-Grünen in ihrem Ökowahn ersaufen.

  • Abbas Schumacher am 18.11.2016 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    In Basel dasselbe!

    Da werden sehr viel mehr Parkkarten verkauft, als dass es Parkfläche hat. Begründung, ein Teil Auto sei ja unterwegs... Nur nachts, da stimmt das eben nicht. Abzoge nennt man das. Dann sollen die Parkhäuser bauen wo auch Hochdachfahrzeuge Parkieren können, aber das tun sie ja auch nicht!

  • Willy Boy am 18.11.2016 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Blauekarte aber wie ohne...

    Jede Tag gleich: Morgen nehme Auto weil ich muss 200 km fahren mit alles zu arbeiten und am Nacht komme ich und kein Parkplatz. Autos parkieren in die mitte so daneben kann niemand parkieren. Sie haben kein Blauzonekarte und ich habe eine aber kann ich nicht in 1km von Haus parkieren. Blauezone mit nummeration ware auch gut

  • Samira am 18.11.2016 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    typisch Stadt

    eine jahres Karte kaufst Dan muss man 300.- bezahlen sie sind mit dem Preis hoch gegangen genau 60.- aber überall wird abgebaut ein bisschen unlogisch oder ?

  • Tatütata am 18.11.2016 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist wohl ein Witz!

    Die Stadt mache mit ihren Parkplätzen in der blauen Zone für 25 Franken pro Monat ein «Billigangebot» - ich wohne in einer Gemeinde in einem Nachbarkanton. Da bekommt man für 25 Franken im Monat nicht mal die Laternengarage geschweige den eine Parkkarte für tagsüber. Außer die 90 Minuten blaue Zone tagsüber sind alle Parkplätze bei regelmäßigem Gebrauch 24 Stunden durch Geld Einwurf oder Parkkarte Gebührenpflichtig (auch blaue Zone nachts) und das wird auch kontrolliert.