Zoo Zürich

21. September 2017 12:21; Akt: 21.09.2017 14:26 Print

Elefantenkalb Omysha muss jetzt in die Schule

Die Dickhäuterin erhält im Zoo Zürich seit kurzem Unterricht mit Targetstab und Hundepfeife. So lernt sie, mit den Pflegern zusammenzuarbeiten.

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Im vor drei Jahren eröffneten Kaeng-Krachan-Elefantenpark läuft etwas grundlegend anders als in der alten Anlage: Die Pfleger sind hier nicht mehr Teil der Elefantengruppe.
Die Mitarbeiter gehen nicht mehr direkt zu den Tieren und erteilen ihnen Befehle, sondern sind immer durch ein Gitter von ihnen abgetrennt. So wird es den Elefanten ermöglicht, in ihren sozialen Strukturen zu leben, ohne dass sie von Menschen dominiert werden.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Dickhäuter trotzdem kooperieren, denn Fusspflege, Rüssel-Spülungen und medizinische Untersuchungen müssen auch bei dieser modernen Form der Tierpflege sein. «Wir sind darauf angewiesen, dass die Tiere freiwillig mitmachen», sagte Kurator Robert Zingg am Mittwoch. «Zwingen können wir diese Tiere zu gar nichts.»

Erstes Elefantenkalb ohne direkten Menschenkontakt

Damit die Kooperation auch wirklich klappt, müssen die Elefanten in den Unterricht. Jüngste Schülerin ist Omysha, die kurz nach der Eröffnung der neuen Anlage zur Welt kam. Sie ist somit das erste Elefantenkalb, das ohne direkten Kontakt zu Menschen aufwuchs.

Die Unterrichtsmaterialien sind ein Bambusstab mit einem Unihockey-Ball am Ende, auch Targetstab genannt, eine Hundepfeife sowie reichlich Kraftwürfel und Äpfel. «Auch bei einem so grossen Tier kann man mit einem Apfel viel erreichen», sagte Zingg weiter.

Hornhaut raspeln und Rüssel spülen

Omysha soll an diesem Mittwoch ihre Füsse für das Hornhautraspeln herzeigen. Dafür tippt der Pfleger sanft mit dem Targetstab auf ihr Bein. Omysha kapiert und präsentiert umgehend ihren rechten Vorderfuss. Als positive «Quittung» für ihr Verhalten gibt es einen kurzen Pfiff mit der Hundepfeife und etwas Futter.

Irgendwann wird Omysha auch ohne Belohnung wissen, was der Pfleger von ihr will. Wie ihre Mutter Indy, die gleich daneben die gleiche Übung ausführt und auf Handzeichen reagiert. Bis jetzt erhält Omysha von ihren Pflegern gute Noten: Sie sei motiviert und aufmerksam.

In den kommenden Lektionen geht es dann darum, dass sie bei der Rüssel-Spülung mitmacht. Bei Erkrankungen kann das Spülwasser so auf mögliche Erreger untersucht werden. Eine unangenehme Lektion für Fortgeschrittene folgt danach: Die Pfleger müssen Omysha an Blutentnahmen gewöhnen. Auch da muss sie freiwillig mitmachen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nici A am 21.09.2017 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schönes Vorbild

    Ach wenn doch mehrere Zoos es so machen würden... Die Elefanten sind so intelligent das sie wirklich nicht dominiert werden müssen. Zürich zeigt wunderbar das das klappen kann.

  • Tierfreundin am 21.09.2017 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzblut

    Ein grosses Dankeschön an Zoo Zürich die alles Mögliche tun damit sich die Tiere die nicht in freier Natur leben trotzdem wohl fühlen. Selten habe ich einen Zoo gesehen, der so viel Herzblut in ihre Aufgabe setzt um Tieren in Gefangenschaft ein gutes Leben zu ermöglichen. Natürlich wäre ein Leben in Freiheit für die Tiere lebenswerter. Leider nimmt der Mensch ihnen immer mehr die Möglichkeit um zu überleben.

  • angelina b am 21.09.2017 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    ohne zwang

    ich hoffe wirklich, dass die tiere mit freude und ohne zwang mitmachen. negatives hört man leidet immer wieder von den zoos, wie die elefanten unterworfen weden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nick Brun am 21.09.2017 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komentar funktion

    ich weiss das gehört nicht hier her... aber wo dann? Weshalb ist komrntar Funktion nur bei unbedeutenden Themen aktiv? aber dort wo wirklich die Meinung zählt nichts möglich... schon komisch oder?

  • Dd2017 am 21.09.2017 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Schule

    Omysha kann man leichter integrieren als so manche "Fachkräfte aus dem Ausland"

  • Gärtner am 21.09.2017 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was?

    Ist die Kita zeit schon vorbei! :-))

    • Dino am 21.09.2017 14:15 Report Diesen Beitrag melden

      Oh nein..

      Nichtmal Elefanten werden von der Schule verschont so nachdem Motto wieso soll es Ihm besser gehen..

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  • Tierfreundin am 21.09.2017 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzblut

    Ein grosses Dankeschön an Zoo Zürich die alles Mögliche tun damit sich die Tiere die nicht in freier Natur leben trotzdem wohl fühlen. Selten habe ich einen Zoo gesehen, der so viel Herzblut in ihre Aufgabe setzt um Tieren in Gefangenschaft ein gutes Leben zu ermöglichen. Natürlich wäre ein Leben in Freiheit für die Tiere lebenswerter. Leider nimmt der Mensch ihnen immer mehr die Möglichkeit um zu überleben.

  • angelina b am 21.09.2017 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    ohne zwang

    ich hoffe wirklich, dass die tiere mit freude und ohne zwang mitmachen. negatives hört man leidet immer wieder von den zoos, wie die elefanten unterworfen weden.

    • Cira1206 am 21.09.2017 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @angelina b

      Aber nicht vom Zürich.

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