Bluttat von Oberrieden

24. Oktober 2011 17:16; Akt: 25.10.2011 01:05 Print

Vater erschossen - Fabienne Z. vor Gericht

von Annette Hirschberg - Notwehr oder vorsätzliche Tötung? Heute beginnt der Prozess gegen Fabienne Z., die vor zwei Jahren in Oberrieden mit mehreren Schüssen ihren Vater niederstreckte.

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Das Mehrfamilienhaus in Oberrieden, wo die Tat am Abend des 1. Oktober 2009 geschah. (Bild: Regina Ryser)

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Zwei Jahre ist es her, dass Fabienne Z. am Abend des 1. Oktobers 2009 in der elterlichen Wohnung die Waffe auf ihren Vater Markus Z. richtete und fünf Mal abdrückte. Nun muss sich die junge Frau, die mittlerweile 24 Jahre alt ist, vor dem Bezirksgericht Horgen für die Tat verantworten. Sie ist der vorsätzlichen Tötung angeklagt. Ihr 52-jähriger Vater erlag kurze Zeit nach den Schüssen den Verletzungen.

Im Mehrfamilienhaus, in dem die Familie schon seit 20 Jahren wohnte, hatten die Schüsse auf den Vater alle Bewohner völlig überrascht. Die Z.s seien eine ganz normale Familie, hiess es. Man wisse nichts von Problemen. Nach und nach stellte sich aber heraus, dass die bei der Tat ebenfalls anwesende Mutter Tecla Z. und ihre Tochter schon seit Jahren unter dem gewalttätigen Vater gelitten hatten.

Es gab Gewalt in der Familie

Der Mann, ein Muskelprotz und Bankdrücker, war für seine Wutausbrüche bekannt. Auch gegenüber einem Arbeitgeber war er schon handgreiflich geworden. «Es gab Gewalt in unserer Familie», bestätigte die Mutter gegenüber 20 Minuten Online. Laut dem Vater von Markus Z. waren seine Schwiegertochter und seine Enkelin schon mehrmals vor seinem Sohn ins Frauenhaus geflohen.

Auch am Abend der Tat soll es zu gewalttätigen Übergriffen auf die Tochter gekommen sein. In ihrem Zimmer zückte die 22-Jährige dann einen Revolver, den sie sich schon vor Monaten legal besorgt hatte und schoss auf den ihr entgegenlaufenden Vater. Einer der fünf Schüsse, ein Lungendurchschuss, war tödlich.

Täterin ist seit über einem Jahr auf freiem Fuss

Fabienne Z. floh nach der Tat und stellte sich erst eine Stunde später der Polizei. Sie wurde verhaftet und kam nach rund acht Monaten Untersuchungshaft wieder frei.

Ihre Anwältin, Karen Schobloch, will nicht verraten, welche Strategie sie bei der Verteidigung verfolgt. Mehrere Rechtswissenschaftler haben bereits angetönt, dass Fabienne Z. je nach Sachlage auf Notwehr plädieren könnte. Immerhin sei sie eine kleine, fein gebaute Person und ihr Vater war ein riesiger Muskelprotz.

20 Minuten Online berichtet am Dienstag laufend vom Prozess.

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